Ste­vens über­nimmt Hof­fen­heim

Rheinische Post Goch - - SPORT -

SINSHEIM (bei) Als sich Huub Ste­vens En­de der ver­gan­ge­nen Sai­son aus Stuttgart ver­ab­schie­de­te, schlug er den Jour­na­lis­ten vor, ihn doch in sei­nem Do­mi­zil auf Mallor­ca zu be­su­chen. Dort woll­te er ih­nen über sei­ne Zu­kunfts­plä­ne Aus­kunft ge­ben. Dar­an, dass Ste­vens ein paar Mo­na­te spä­ter bei der TSG Hof­fen­heim an­heu­ert, dach­te wohl nie­mand. Er selbst am al­ler­we­nigs­ten. Der auf Zu­kunft ge­trimm­te, tra­di­ti­ons­ar­me Klub und der im bes­ten Sin­ne kon­ser­va­ti­ve und tra­di­ti­ons­rei­che Trai­ner – dar­auf muss man erst ein­mal kom­men. Nun ist er Nach­fol­ger des be­ur­laub­ten Mar­kus Gis­dol und hat ei­nen Ver­trag bis Sai­son­en­de.

Ste­vens steht nicht für gro­ße Ent­wür­fe oder für Vi­sio­nen. Der Nie­der­län­der steht viel­mehr für so­li­des Hand­werk oh­ne Schnick­schnack. Er pre­digt nicht nur Dis­zi­plin, son­dern lebt sie auch und lässt sie le­ben. So wie in der ver­gan­ge­nen Win­ter­pau­se, als er den arg selbst­be­wuss­ten Jung­pro­fi Mo­ritz Leit­ner mor­gens um 6 Uhr zur Son­der­schicht in den Fit­ness­raum hol­te. Wer Ste­vens holt, weiß, was er be­kommt. Der et­was ab­ge­grif­fe­ne Be­griff „ehr­li­cher Ar­bei­ter“trifft auf den 61-Jäh­ri­gen wie auf kaum ei­nen an­de­ren Kol­le­gen zu. Wenn Sta­bi­li­tät ge­fragt ist, ist Ste­vens als Trai­ner im­mer ei­ne gu­te Lö­sung. Al­so jetzt auch in Hof­fen­heim. Zu­mal er im Kon­trast zu sei­nem Bran­chen­na­men „Der Knur­rer von Kerk­ra­de“auch für Lo­cker­heit sor­gen kann.

Ste­vens bringt mehr als zwei Jahr­zehn­te Be­rufs­er­fah­rung mit. Er lässt sich von nie­man­dem et­was vor­ma­chen. Von Ein­flüs­te­rern und Schlau­mei­ern, die je­den Bun­des­li­gis­ten um­schwir­ren, nicht. Und schon gar nicht von ver­hät­schel­ten Bu­bis, die un­an­stän­dig viel Geld be­kom­men. Den VfB Stuttgart hat er so zu­letzt zwei­mal vor dem Ab­stieg be­wahrt. Das soll­te ihm – an­ge­sichts des Po­ten­zi­als sei­ner Mann­schaft – auch mit den Kraich­gau­ern ge­lin­gen.

FOTO: DPA

Ge­mein­sam auf Schal­ke: Huub Ste­vens (l.) und „Co“Mar­kus Gis­dol.

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