„Schwar­zer Sams­tag“der Ku­ba­kri­se

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Der 27. Ok­to­ber 1962 wird in den USA als „Schwar­zer Sams­tag“be­zeich­net. Nie zu­vor stand die Welt so dicht vor ei­nem Atom­krieg. Zwölf Ta­ge zu­vor hat­te die Ku­ba­kri­se be­gon­nen. Seit zwölf Ta­gen de­bat­tier­ten in den USA kriegs­trei­ben­de „Fal­ken“mit den fried­li­che­ren „Tau­ben“über die Fra­ge: Soll­te man die Be­dro­hung mit ei­nem An­griff be­ant­wor­ten, igno­rie­ren oder durch Ver­hand­lun­gen aus dem Weg schaf­fen? Meh­re­re Bei­na­he-Zu­sam­men­stö­ße zu Land und zu Was­ser zeig­ten an die­sem Sams­tag, wie dicht die Welt vor ei­nem mi­li­tä­ri­schen Kon­flikt stand. Vor Ku­ba wa­ren US-ame­ri­ka­ni­sche Kriegs­schif­fe kurz da­vor, das Ur­laubs­schiff „Völ­ker­freund­schaft“auf­zu­brin­gen, das mit Tou­ris­ten aus der DDR an Bord in die Blo­cka­de ge­ra­ten war. Erst ein Be­fehl John F. Ken­ne­dys er­mög­lich­te dem Pas­sa­gier­schiff die Wei­ter­fahrt. Über Ku­ba wur­de ein Auf­klä­rungs­flug­zeug vom Typ Lock­heed U2 ab­ge­schos­sen, der Pi­lot kam ums Le­ben. Be­fehl aus dem Kreml oder ein Ver­se­hen? Ken­ne­dy ent­schied sich für die zwei­te In­ter­pre­ta­ti­on und ver­wei­ger­te den Ge­gen­an­griff. Über der So­wjet­uni­on ge­riet ein zwei­tes Auf­klä­rungs­flug­zeug in feind­li­chen Luf­t­raum und konn­te erst in letz­ter Se­kun­de den rus­si­schen Kampf­flug­zeu­gen ent­kom­men. Am Sonn­tag nach dem „Schwar­zen Sams­tag“lenk­te der Kreml-Chef Ni­ki­ta S. Ch­ruscht­schow (Foto) ein und ent­schärf­te die Kri­se. Die rus­si­schen Ra­ke­ten aus Ku­ba wur­den ab­ge­zo­gen. Die Welt war noch ein­mal da­von­ge­kom­men.

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