Das An­ti-Netz-Ge­setz

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON FLO­RI­AN RINKE

Erst­mals hat das EU-Par­la­ment per Ge­setz be­tont, dass al­le Da­ten im In­ter­net gleich sind. Das heißt: Egal ob pri­va­te Mail oder kos­ten­pflich­ti­ges Vi­deo – al­le Da­ten wer­den gleich be­han­delt. Ist da­mit die Netz­neu­tra­li­tät ge­si­chert? Lei­der nein. Denn das Ge­setz ent­hält ein gro­ßes „aber“. Für Spe­zi­al­diens­te darf es Aus­nah­men ge­ben. Di­gi­tal­Kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger nennt dies ei­nen Kom­pro­miss zwi­schen den In­ter­es­sen von Wirt­schaft und Ge­sell­schaft. Falsch. In Wahr­heit ist es ein wirt­schafts­po­li­ti­scher Knie­fall, ein An­ti-Netz-Ge­setz. So­bald es ei­ne Aus­nah­me gibt, wer­den wei­te­re fol­gen. Zu vie­le ha­ben ein In­ter­es­se dar­an, Pre­mi­um­an­ge­bo­te zu Pre­mi­um­prei­sen zu ma­chen. Statt Da­tenau­to­bah­nen zu bau­en, wird lie­ber ei­ne Maut er­ho­ben. Da­bei gibt es Ide­en, die so groß sind, dass man sie ge­gen wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen ver­tei­di­gen muss. So ist un­se­re Ge­sell­schaft ent­stan­den, un­se­re Staa­ten. Das freie In­ter­net ge­hört da­zu. Vor dem Ge­setz und im Netz soll­ten al­le gleich sein. Die EU-Par­la­men­ta­ri­er ha­ben falsch ent­schie­den. Deutsch­land muss beim Um­set­zen nach­bes­sern. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.