Mau­sche­lei bei Bau­pro­jek­ten: Xan­tens Rat­haus durch­sucht

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON HEINZ KÜH­NEN

XAN­TEN Be­am­te des Lan­des­kri­mi­nal­amts und der Kri­mi­nal­po­li­zei ha­ben ges­tern Mor­gen das Xan­te­ner Rat­haus durch­sucht. Die Er­mitt­lun­gen rich­ten sich ge­gen Mit­ar­bei­ter des Di­enst­leis­tungs­be­triebs Xan­ten (DBX). Es soll Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Ver­ga­be und Abrech­nung von Bau­pro­jek­ten ge­ge­ben ha­ben.

100 Ein­satz­kräf­te schlu­gen um Punkt neun Uhr gleich­zei­tig im Rat­haus, in wei­te­ren Be­triebs­räu­men der „An­stalt des Öf­fent­li­chen Rechts“so­wie in Woh­nun­gen ein­zel­ner Be­schul­dig­ter zu. Sie be­schlag­nahm­ten, so die Staats­an­walt­schaft, „ei­ne gro­ße Men­ge an Un­ter­la­gen“.

Aus­lö­ser wa­ren zwei an­ony­me Straf­an­zei­gen ge­gen meh­re­re DBXMit­ar­bei­ter, er­klär­te der Kle­ver Ober­staats­an­walt Gün­ter Nei­fert. De­nen ha­be die Be­hör­de nach­ge­hen müs­sen, da sich ein be­grün­de­ter An­fangs­ver­dacht er­ge­ben ha­be. Ob es zur An­kla­ge ge­gen ei­nen oder meh­re­re der Ver­däch­ti­gen kom­men wer­de, sei völ­lig un­ge­wiss. Die Do­ku­men­te wer­den auf Ge­heiß von drei Staats­an­wäl­ten ge­sich­tet.

Der Xan­te­ner Di­enst­leis­tungs­be­trieb ist seit 2006 ei­ne An­stalt öf­fent­li­chen Rechts, die ju­ris­tisch selbst­stän­dig ist und von ei­nem Gre­mi­um aus Rats­mit­glie­dern un­ter Vor­sitz des Tech­ni­schen De­zer­nen­ten kon­trol­liert wird. Der Rat be­schließt auch über den Etat des DBX, der sich um Stra­ßen eben­so küm­mert wie um Ab­was­ser und das Ge­bäu­de­ma­nage­ment. Das hat dem Be­trieb und der Stadt in der Ver­gan­gen­heit kei­nes­wegs nur Freun­de ge­macht. Seit Jah­ren wer­den in Xan­ten Stra­ßen und Ka­nä­le er­neu­ert, was teils enor­me Kos­ten für die An­lie­ger mit sich bringt. Um ein Neu­bau­ge­biet und ei­ne Bio­gas­an­la­ge wur­de in der Öf­fent­lich­keit und vor Ge­richt mo­na­te­lang ge­run­gen. Und meh­re­re Rats­frak­tio­nen, die dem Kon­strukt Un­durch­sich­tig­keit vor­wer­fen, for­dern seit lan­gem, des­sen Auf­ga­ben in die Stadt und da­mit un­ter die di­rek­te Auf­sicht des Rats zu­rück­zu­ho­len.

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