Trotz VW-Kri­se be­stel­len Deut­sche mehr Die­sel­au­tos

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Die Bun­des­re­gie­rung will in­ter­na­tio­na­le Kun­den mit ei­ner In­fo-Kam­pa­gne be­ru­hi­gen.

BERLIN (mar) Trotz der Ab­gas-Af­fä­re ist die Zahl der Be­stel­lun­gen von VW-Die­sel­au­tos in Deutsch­land so­gar ge­stie­gen. Dies er­fuhr die Deut­sche Pres­se-Agen­tur aus Krei­sen des Kon­zern­ver­triebs. Auch in­ter­na­tio­nal spü­re der Kon­zern noch kei­nen Nach­fra­ge­ein­bruch, al­ler­dings sei das Bild un­ein­heit­lich. In Groß­bri­tan­ni­en et­wa sei der Ab­satz in­fol­ge des Skan­dals be­reits rück­läu­fig.

Von Ma­ni­pu­la­tio­nen der Die­sel­mo­to­ren äl­te­rer Mo­del­le sind laut Volks­wa­gen welt­weit bis zu elf Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge be­trof­fen, die ab Ja­nu­ar bis et­wa En­de 2016 schritt­wei­se um­ge­rüs­tet wer­den sol­len.

Um zu ver­mei­den, dass die VWK­ri­se ne­ga­tiv auf die ge­sam­te deut­sche Wirt­schaft durch­schlägt und um den Scha­den für den größ­ten deut­schen Au­to­bau­er zu be­gren­zen, hat das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ei­ne „Hand­rei­chung“für die Kom­mu­ni­ka­ti­on deut­scher Stel­len im Aus­land ver­brei­tet. Das neun Sei­ten lan­ge In­for­ma­ti­ons­pa­pier ging ges­tern an al­le Au­ßen­han­dels­kam­mern, die an 130 Stand­or­ten in 90 Län­dern zu fin­den sind.

Bei der VW-Ma­ni­pu­la­ti­on han­de­le es sich um ei­nen „äu­ßerst gra­vie­ren­den Vor­gang“, der „nicht to­le­riert“wer­de, heißt es in dem Pa­pier. VW ha­be er­klärt, „mit Hoch­druck“die Män­gel zu be­sei­ti­gen. Der Kon­zern sei „ein zen­tra­les Un­ter­neh­men für Deutsch­land“. Ob die deut­sche Wirt­schaft ins­ge­samt dar­un­ter lei­den wer­de, sei nicht vor­her­seh­bar. „Al­le müs­sen jetzt da­zu bei­tra­gen, dass die Dach­mar­ke ,Ma­de in Ger­ma­ny’ kei­nen Scha­den nimmt“, for­dert das Mi­nis­te­ri­um. „Je­der po­li­tisch Ver­ant­wort­li­che in Deutsch- land soll­te sich tun­lichst nicht an den wil­den Spe­ku­la­tio­nen um mög­li­che Re­gress­for­de­run­gen und Steu­er­rück­for­de­run­gen be­tei­li­gen“, mahnt Ga­b­ri­els Haus. Be­vor die Fra­ge be­ant­wor­tet wer­den kön­ne, „ob frü­her ge­währ­te staat­li­che Sub­ven­tio­nen mög­li­cher­wei­se zu Un­recht ge­währt wur­den, muss zu­nächst der Sach­ver­halt rest­los auf­ge­klärt und recht­lich be­wer­tet wer­den“.

Un­ter­des­sen lei­te­te die Staats­an­walt­schaft Braun­schweig ge­gen meh­re­re VW-Mit­ar­bei­ter des Au­to­bau­ers Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein. Ei­ne Spre­che­rin der Be­hör­de be­stä­tig­te ei­ne ent­spre­chen­den Be­richt der „Au­to­mo­bil­wo­che“vom glei­chen Tag. Bis­her hat­te es zwar ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts auf Be­trug ge­ge­ben. Da­bei sei ge­prüft wor­den, ob es ei­nen An­fangs­ver­dacht ge­gen VW-Mit­ar­bei­ter ge­be. Das sei in­zwi­schen der Fall. Über die Iden­ti­tät der Mit­ar­bei­ter woll­te die Spre­che­rin kei­ne An­ga­ben ma­chen, es ge­he al­ler­dings nicht um die ers­te Füh­rungs­rie­ge des Kon­zerns. Das Ver­fah­ren kön­ne sich aber noch aus­wei­ten.

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