Na­sa-Son­de er­forscht ei­si­ge Wol­ken ei­nes Sa­turn­mon­des

Rheinische Post Goch - - WISSEN - VON CHRIS­TI­NA HORS­TEN

WA­SHING­TON (dpa) Un­wirt­li­cher als En­ce­la­dus kann ein Him­mels­kör­per auf den ers­ten Blick ei­gent­lich fast gar nicht sein. Der 1789 ent­deck­te und nach ei­nem Gi­gan­ten aus der grie­chi­schen My­tho­lo­gie be­nann­te Sa­turn­mond ist ei­ne Eis­ku­gel mit Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu mi­nus 240 Grad Cel­si­us. Un­ter dem di­cken Ei­s­pan­zer des rund 500 Ki­lo­me­ter mes­sen­den Mon­des schwappt ein Oze­an, au­ßer­dem gibt es Vul­ka­ne und Gey­si­re, die ho­he Fon­tä­nen aus Was­se­reis­par­ti­keln spu­cken.

Aber trotz all die­ser Un­ge­müt­lich­keit su­chen Wis­sen­schaft­ler auf En­ce­la­dus nach For­men ein­fa­chen Le­bens, denn Was­ser ist ei­ne Grund­be­din­gung da­für. Wich­ti­ge Er­kennt­nis­se da­für er­hof­fen sie sich von ei­ner spek­ta­ku­lä­ren Ab­tauch-Mis­si­on der Raum­son­de „Cas­si­ni“an die­sem Mitt­woch (16.22 Uhr MEZ). Auf rund 50 Ki­lo­me­ter soll sich die un­be­mann­te Son­de dem En­ce­la­dus nä­hern und so tief wie nie zu­vor in sei­ne Eis­par­ti­kel­wol­ken tau­chen.

„Cas­si­ni“ist schon ein­mal nä­her an dem Mond vor­bei­ge­flo­gen, aber den Was­se­reis­par­ti­keln am Süd­pol ist sie noch nie so na­he ge­kom­men, wes­we­gen die US-Raum­fahrt­be­hör­de Na­sa von ei­nem „his­to­ri­schen Vor­bei­flug“spricht. „Cas­si­ni“ist schon seit mehr als ei­nem Jahr­zehnt ei­ne Ent­de­ckungs­ma­schi­ne“, sagt Na­sa-Wis­sen­schaft­ler Curt Nie­bur. Und es gibt im­mer wie­der Neu­es zu er­for­schen: „Die­ses un­glaub­li­che Ab­tau­chen in die En­ce­la­dus-Wol­ke ist ei­ne Chan­ce für uns zu fra­gen: Kann ei­ne ei­si­ge Mee­res­welt die Zu­ta­ten für Le­ben be­inhal­ten?“

Wäh­rend des Flugs soll „Cas­si­ni“Fo­tos ma­chen und die Was­se­reis­par­ti­kel mit ih­ren wis­sen­schaft­li­chen In­stru­men­ten an Bord un­ter­su­chen. Vor al­lem soll die Son­de Aus­schau nach Was­ser­stoff hal­ten. „Wenn wir mo­le­ku­la­ren Was­ser­stoff in der Wol­ke be­stä­ti­gen kön­nen, wür­de das be­wei­sen, dass es auf dem Grund des Oze­ans von En­ce­la­dus hydro­ther­ma­le Ak­ti­vi­tä­ten gibt“, sagt Wis­sen­schaft­ler Hun­ter Wai­te vom Sou­thwest Re­se­arch In­sti­tu­te in Te­xas. Was­ser­stoff kann sich un­ter an­de­rem bei ver­schie­de­nen Re­ak­tio­nen in hei­ßem, stark un­ter Druck ste­hen­dem Was­ser bil­den. Bis es ers­te Er­geb­nis­se gibt, könn­te es al­ler­dings Mo­na­te dau­ern, war­nen die For­scher.

Sa­turn­mond En­ce­la­dus ist ei­ne Eis­ku­gel mit Tem­pe­ra­tu­ren bis mi­nus 240 Grad Cel­si­us

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