Die Be­la­ge­rung von La Ro­chel­le

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Als im 16. Jahr­hun­dert im mehr­heit­lich ka­tho­li­schen Frank­reich mehr und mehr Men­schen den pro­tes­tan­ti­schen Glau­ben an­nah­men, wech­sel­ten auch die Be­woh­ner der be­deu­ten­den Han­dels­stadt La Ro­chel­le im Süd­wes­ten des Lan­des ih­ren Glau­ben. La Ro­chel­le wur­de zu ei­nem der wich­tigs­ten Stütz­punk­te der Hu­ge­not­ten und bis zum En­de des 16. Jahr­hun­derts zur bei­na­he un­ein­nehm­ba­ren Fe­s­tung aus­ge­baut. Der wach­sen­de Ein­fluss der Hu­ge­not­ten war den fran­zö­si­schen Kö­ni­gen ein Dorn im Au­ge. Im­mer wie­der kam es zum Kon­flikt. Hen­ry IV. – vor sei­ner Thron­be­stei­gung selbst Hu­ge­not­te – hat­te als Kö­nig die Pro­tes­tan­ten noch mit um­fang­rei­chen Pri­vi­le­gi­en aus­ge­stat­tet. Doch un­ter sei­nem Nach­fol­ger Lud­wig XIII. ver­schärf­te sich die Si­tua­ti­on dra­ma­tisch. Lud­wigs wich­tigs­ter Be­ra­ter, Kar­di­nal Ri­che­lieu (Bild), war ein er­bit­ter­ter Geg­ner der Hu­ge­not­ten. Als letz­te Bas­ti­on der Pro­tes­tan­ten fiel am 28. Ok­to­ber 1628 La Ro­chel­le: Die Stadt war mehr als 13 Mo­na­te lang be­la­gert wor­den. Tau­sen­de star­ben wäh­rend ei­ner Hun­gers­not, nach­dem die fran­zö­si­schen Trup­pen die Ver­sor­gung der Ein­woh­ner ab­ge­schnit­ten hat­ten. Nach der Ka­pi­tu­la­ti­on durch La Ro­chel­les Bür­ger­meis­ter mar­schier­ten Lud­wig XIII. und Ri­che­lieu in die Stadt ein. Die Be­fes­ti­gungs­an­la­gen wur­den ge­schleift. Die Hu­ge­not­ten durf­ten zwar in ei­nem Gna­de­ne­dikt noch ein­mal ih­re re­li­giö­sen Pri­vi­le­gi­en be­hal­ten, ih­re Macht in Frank­reich hat­ten sie je­doch ver­lo­ren.

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