Be­waff­ne­ter Räu­ber über­fällt Tank­stel­le

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON DIE­TER DOR­MANN

KALKAR Es war kurz vor ih­rem Fei­er­abend um 22 Uhr. Die 50 Jah­re al­te Kas­sie­re­rin der bft-Tank­stel­le an der Bahn­hof­stra­ße in Kalkar hat­te ge­gen 21.45 Uhr die letz­ten Kun­den des Ta­ges be­dient. Die An­ge­stell­te war ge­ra­de da­bei, das Münz­geld zu zäh­len, als ein Mann in den Kas­sen­raum kam. „Geld her“, for­der­te er mit ei­ner Schuss­waf­fe in der Hand.

Die 50-Jäh­ri­ge er­starr­te vor Schreck. Für sie war der Über­fall gleich­sam ein Déjà-vu: Schon im No­vem­ber 2011 war die Frau in der Tank­stel­le, in der sie laut ih­rem Chef be­reits seit min­des­tens zwei Jahr­zehn­ten ar­bei­tet, auf ähn­li­che Wei- se von ei­nem be­waff­ne­ten Tä­ter aus­ge­raubt wor­den. Zwar be­tä­tig­te die Kas­sie­re­rin den „stil­len Alarm“, der ein Si­cher­heits­un­ter­neh­men in­for­miert, doch an­sons­ten un­ter­nahm und sag­te sie nichts.

Der Räu­ber hat­te of­fen­bar auch kein In­ter­es­se an ei­ner wei­te­ren Un­ter­hal­tung. Statt­des­sen griff er in die ge­öff­ne­te Kas­se, raff­te ei­ni­ge Geld­schei­ne her­aus, stopf­te sie in sei­ne Ja­cken­ta­sche, rann­te aus dem Kas­sen­raum und floh in Rich­tung „Am Rie­te­gatt“. Schon we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter war die Po­li­zei vor Ort. Un­ver­züg­lich lei­te­ten die Be­am­ten ei­ne Fahn­dung nach dem Flüch­ti­gen ein. Doch die Su­che blieb laut Po­li­zei bis ges­tern er­geb­nis­los.

„Das Wich­tigs­te ist, dass mei­ne An­ge­stell­te mit dem Schre­cken da­von ge­kom­men ist“, sag­te ges­tern Mar­cus Gie­sen (41), der die bftTank­stel­le an der Bahn­hof­stra­ße seit drei Jah­ren führt. Die 50-Jäh­ri­ge hat­te sich wäh­rend des Über­falls sei­ner An­sicht nach „ab­so­lut rich­tig“ver­hal­ten. Und auch wenn die Kas­sie­re­rin wäh­rend des Rau­bes gro­ße Angst ge­habt ha­be, so ha­be sie sich nicht krank­schrei­ben las­sen, son­dern sie kä­me zum Di­enst.

Rat­los ist Mar­cus Gie­sen in der Fra­ge, wel­che Kon­se­quen­zen er aus dem Über­fall zie­hen könn­te. Vi­deo­über­wacht wer­den so­wohl die Zapf­säu­len als auch der Ver­kaufs­raum im In­ne­ren. „Die Bil­der hat die Po­li- zei schon. Doch das nutzt wahr­schein­lich auch nicht so viel, weil der Tä­ter mit der Ka­pu­ze ei­nes Shirts und ei­ner Son­nen­bril­le so ver­mummt war, dass nur we­nig von sei­nem Ge­sicht zu er­ken­nen war“, meint der 41-Jäh­ri­ge.

Laut Be­schrei­bung der Kas­sie­re­rin war der Mann 175 bis 180 Zen­ti­me­ter groß und hat­te ei­ne schlan­ke Sta­tur. Be­klei­det war der Räu­ber zur Tat­zeit mit dunk­ler Ho­se und dunk­ler Ja­cke. Dar­un­ter trug er ein hel­les Ka­pu­zen-Shirt. Zu­dem trug der Mann bei sei­ner Tat Hand­schu­he und ei­ne Son­nen­bril­le. Die Po­li­zei sucht nach Zeu­gen, die Ver­däch­ti­ges be­ob­ach­tet ha­ben. Hin­wei­se an die Kri­po, Te­le­fon 02824 880.

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