Spon­so­ren for­dern vom DFB schnel­le Auf­klä­rung

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON R. KOWALEWSKY, L. KRAU­SE, F. RINKE UND G. WIN­TERS

DÜSSELDORF Sie ge­ben viel Geld, um et­was vom Glanz der Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft ab­zu­be­kom­men – ent­spre­chend un­zu­frie­den sind die Spon­so­ren mit der Au­ßen­dar­stel­lung des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des in der Schmier­geld-Af­fä­re.

Nun ma­chen die Un­ter­neh­men Druck: „Wir er­war­ten, dass es zu ei­ner um­fas­sen­den Auf­klä­rung des Sach­ver­halts kommt“, heißt es bei Co­ca Co­la. Man be­grü­ße da­her, dass der Ver­band zur Auf­klä­rung der Vor­wür­fe im Zu­sam­men­hang mit der Ver­ga­be der Fuß­ball-WM 2006 ei­ne unabhängige Wirt­schafts­kanz­lei be­auf­tragt hat. Der Wasch­mit­telHer­stel­ler Hen­kel be­tont, dass es da­bei auch dar­um ge­he, den „aus­ge­zeich­ne­ten Ruf, den der Deut­sche Fuß­ball in­ter­na­tio­nal ge­nießt, nicht zu be­schä­di­gen.“Und Ste­phan Alt­hoff, Lei­ter des Te­le­kom-Kon­zern­s­pon­so­rings, macht ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on deut­lich: „Die Ver­ant­wort­li­chen des DFB wis­sen, dass sie un­ter gro­ßem Zeit­druck ste­hen.“

Froh ist kein Spon­sor über die Au­ßen­dar­stel­lung des DFB. Vor­wür­fe über schwar­ze Kas­sen, Stim­men­kauf und Ver­tu­schungs­ver­su­che kön­nen den Groß­kon­zer­nen nicht ge­fal­len. Im­mer­hin gel­ten in den ei­ge­nen Häu­sern oft strik­te Re­geln zur sau­be­ren Un­ter­neh­mens­füh­rung. Doch öf­fent­lich äu­ßern möch­ten sich nur die we­nigs­ten.

„Kein Kom­men­tar“, heißt es beim Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler Adi­das, des- sen Ex-Chef Ro­bert Lou­is-Drey­fus dem DFB den um­strit­te­nen Mil­lio­nen­kre­dit zum ver­meint­li­chen Stim­men­kauf ge­ge­ben ha­ben soll.

Ste­phan Alt­hoff „Kein Kom­men­tar“, heißt es auch bei Com­merz­bank, Rewe, Bit­bur­ger, Mer­ce­des und Deut­sche Post.

Da­bei ist klar, dass die Ver­ant­wort­li­chen des DFB ei­nen Auf­stand der Spon­so­ren kaum über­le­ben wür­den. In der Fi­fa-Af­fä­re um Schmier­geld­zah­lun­gen wa­ren es US-Spon­so­ren wie McDo­nalds und Co­ca Co­la, die mit öf­fent­li­chen Aus­sa­gen den Druck so groß wer­den lie­ßen, dass Fi­fa-Boss Sepp Blat­ter letzt­lich sei­nen Rück­zug an­kün­dig­te. Der Ge­trän­ke­her­stel­ler er­klär­te da­mals, erst ein Rück­tritt Blat­ters könn­te ei­nen „glaub­wür­di­gen und nach­hal­ti­gen Re­form-Pro­zess in Gang set­zen.“Und bei McDo­nalds hieß es da­mals: „Wir glau­ben, dass es im In­ter­es­se des Spiels wä­re, wenn Blat­ter so­fort zu­rück­tre­ten wür­de.“Die­ser hat­te da­mals, ähn­lich wie ak­tu­ell DFB-Prä­si­dent Wolf­gang Niers­bach, sei­ne Un­schuld be­tont. Heu­te will sich McDo­nalds auf die Fra­ge, ob es ei­nen per­so­nel­len Neu­an­fang beim DFB bräuch­te, nicht äu­ßern. Man be­tei­li­ge sich nicht an öf­fent­li­chen Spe­ku­la­tio­nen und De­bat­ten.

Klar ist: Je mehr schmut­zi­ge De­tails ans Licht kom­men, um­so un­an­ge­neh­mer wird es für die Spon­so­ren, mit dem DFB in Ver­bin­dung ge­bracht zu wer­den. Bei Luft­han­sa will man die Er­geb­nis­se der Un­ter­su­chung ab­war­ten, macht je­doch klar: „Wenn die­se vor­lie­gen, wer­den wir die Si­tua­ti­on be­wer­ten.“

Be­son­ders är­ger­lich ist die Si­tua­ti­on für Hen­kel – das Un­ter­neh­men ist erst seit März Spon­sor. Für die Part­ner­schaft mit dem DFB sei­en da­mals der WM-Ti­tel der Män­ner und die Leis­tun­gen der Frau­en­na­tio­nal­mann­schaft aus­schlag­ge­bend ge­we­sen, heißt es: „Bei­de Teams ge­nie­ßen ho­hes An­se­hen und sind po­si­ti­ve Image­trä­ger.“Für den hin­ter den Mann­schaf­ten ste­hen­den Ver­band gilt dies ak­tu­ell nicht mehr.

„Die Ver­ant­wort­li­chen wis­sen, dass sie un­ter

Zeit­druck ste­hen“

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