Flücht­lings­kri­se braucht Im­mo­bi­li­en-Ex­per­ten

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Die gan­ze Hilf­lo­sig­keit der deut­schen Ver­wal­tung an­ge­sichts der Flücht­lings­mas­sen wird nir­gends so sicht­bar wie bei de­ren Un­ter­brin­gung. Da wer­den Turn­hal­len be­schlag­nahmt, teu­re Ho­tels an­ge­mie­tet, und selbst die not­dürf­tig auf­ge­bau­ten Zelt­städ­te plat­zen aus al­len Näh­ten. Was nicht ein­mal als Pro­vi­so­ri­um funk­tio­niert, droht auch noch Dau­er­lö­sung zu wer­den: Vie­le Flücht­lin­ge wer­den noch auf Jah­re in Deutsch­land blei­ben, oh­ne Mie­te zah­len zu kön­nen. Aber der Neu­bau von So­zi­al­woh­nun­gen dau­ert min­des­tens zwei Jah­re. Bis­lang hat die Po­li­tik kei­ne Ant­wort auf die­ses Pro­blem.

Un­ver­ständ­lich ist, war­um sie sich da­bei nicht längst be­ra­ten lässt – von den gro­ßen Im­mo­bi­li­en­kon­zer­nen im ei­ge­nen Land, die ge­nau da­mit Er­fah­rung ha­ben: NRW-Kon­zer­ne wie Vo­no­via oder die LEG ver­sor­gen schon seit Jahr­zehn­ten gro­ße Men­schen­grup­pen mit Wohn­raum und ken­nen die fi­nan­zi­el­len, or­ga­ni­sa­to­ri­schen und so­zia­len Pro­ble­me, die da­mit ver­bun­den sind. Die neu­en Vor­schlä­ge der Im­mo­bi­li­en-Ma­na­ger zum The­ma wir­ken fun­diert. Die Lan­des­re­gie­rung soll­te sich – end­lich – mit ih­nen an ei­nen Tisch set­zen. Schlim­mer kann es ja kaum wer­den. BE­RICHT

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