Va­ban­que-Spiel der USA

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

Bet­ter the de­vil you know – nimm den Teu­fel, den du kennst. Die Bri­ten sind in ih­rem au­ßen­po­li­ti­schen Prag­ma­tis­mus oft nach die­ser Re­gel ver­fah­ren. US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma scheint ih­nen zu fol­gen. Zu­sam­men mit dem Iran, Russ­land und Dik­ta­tor As­sad ver­sucht er, den sy­ri­schen Bür­ger­krieg zu be­en­den. Der grö­ße­re Teu­fel ist of­fen­bar der Is­la­mi­sche Staat, der in­zwi­schen im Irak und in Sy­ri­en ein Ge­biet mit der Flä­che Groß­bri­tan­ni­ens kon­trol­liert.

Doch die Stra­te­gie ist hoch­ris­kant. Selbst wenn die USA den IS be­sie­gen soll­ten, bleibt noch im­mer fast ein Dut­zend wei­te­re Op­po­si­ti­ons­grup­pen – von ge­mä­ßigt bis is­la­mis­tisch. Je­de Stär­kung As­sads dürf­te neu­en Ra­di­ka­len in Sy­ri­en Zu­lauf ga­ran­tie­ren. Da­zu kommt die neue Rol­le des Iran. Die Mul­lahs ge­hö­ren zu den gro­ßen Ge­win­nern. Sie könn­ten das für ei­ne neue Of­fen­si­ve ge­gen Is­ra­el nut­zen.

Schließ­lich wä­re der Bo­den­krieg, den die USA er­wä­gen, ex­trem un­po­pu­lär im ei­ge­nen Land. Irak und Af­gha­nis­tan las­sen grü­ßen. Es gibt lei­der noch im­mer kein kla­res Kon­zept zur Lö­sung der Sy­ri­en-Kri­se. BE­RICHT

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