See­ho­fer er­höht den Druck auf Mer­kel und Ga­b­ri­el

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

BERLIN (may-) Vor den Spit­zen­ge­sprä­chen mit Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el an die­sem Wo­che­n­en­de hat der CSU-Vor­sit­zen­de Horst See­ho­fer die Droh­ku­lis­se aus Bay­ern mas­siv ver­grö­ßert, um zu ei­ner nach­hal­ti­gen Be­gren­zung des Flücht­lings­zu­stroms zu kom­men. „Wir sind auf al­les vor­be­rei­tet, ju­ris­tisch, po­li­tisch, prü­fen die­ses, je­nes“, sag­te er in München. Nach­dem so­gar das Ge­rücht auf­ge­kom­men war, See­ho­fer er­wä­ge, im äu­ßers­ten Fall die drei CSU-Mi­nis­ter aus der Bun­des­re­gie­rung zu­rück­zu­zie­hen und da­mit die Ko­ali­ti­on in Berlin zu spren­gen, griff See­ho­fer nicht zum Mit­tel des De­men­tis, son­dern er­klär­te nur, zu „ein­zel­nen Spe­ku­la­tio­nen“gar nichts sa­gen zu wol­len.

Aus der CSU ver­lau­te­te, die Par­tei sei fest ent­schlos­sen, sich nicht von der CDU nach un­ten zie­hen zu las­sen. Die Spre­cher von Ver­kehrs­mi­nis­ter Alexander Do­brindt, Agrar- mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt und Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Müller ver­si­cher­ten in­des, dass ih­re Mi­nis­ter „mit vol­ler Kraft“auch in den nächs­ten Ta­gen ih­ren Ge­schäf­ten nach­gin­gen. Mer­kels Spre­cher Stef­fen Seibert war be­müht, den Cha­rak­ter der Un­ter­re­dun­gen am Sams­tag zwi­schen See­ho­fer und Mer­kel und am Sonn­tag zwi­schen See­ho­fer, Mer­kel und Ga­b­ri­el zu re­la­ti­vie­ren. In die­ser Zeit sei­en „stän­di­ge ge­gen­sei­ti­ge In­for­ma­tio­nen not­wen­dig“.

Gleich­zei­tig schloss sich In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re der Kri­tik Bay­erns an Ös­ter­reich an und nann­te den un­ab­ge­spro­che­nen Trans­port von Flücht­lin­gen an die deut­sche Gren­ze „nicht in Ord­nung“. Bay­erns CSU-Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der leg­te nach, sprach von „Ko­ali­ti­ons­kri­se und sah das Ver­hält­nis zur CDU in der schwie­rigs­ten Si­tua­ti­on seit 1976“. Da­mals hat­te die CSU die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft auf­ge­kün­digt.

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