Klei­ne Ki­nos boy­kot­tie­ren neu­en „Star Wars“-Film

Rheinische Post Goch - - KULTUR - VON MAR­KUS PLÜM

DÜSSELDORF Am 17. De­zem­ber fei­ert der sieb­te Teil der „Star Wars“Sa­ga, „The Force Awa­kens“, welt­wei­te Pre­mie­re in den Ki­nos. Und spä­tes­tens seit Ver­öf­fent­li­chung des of­fi­zi­el­len Trai­lers sind die Fans der Sci­ence-Fic­tion-Rei­he end­gül­tig in Ek­s­ta­se. Welt­weit fie­bern sie be­reits jetzt dem Film­start ent­ge­gen. Auch in Deutsch­land wa­ren vie­le Ki­no­sä­le in­ner­halb kür­zes­ter Zeit aus­ver­kauft. Wer ei­nes der be­gehr­ten Ti­ckets er­gat­tern konn­te, freut sich nun auf „Das Er­wa­chen der Macht“. Doch könn­te es für vie­le durch­aus auch zu ei­nem bö­sen Er­wa­chen kom­men.

Denn in vie­len klei­ne­ren Ki­nos ab­seits der Groß­städ­te wer­den die Lein­wän­de schwarz blei­ben – aus Pro­test ge­gen die Ver­leih­po­li­tik des Rech­te­inha­bers Dis­ney. Das be­stä­tigt Karl-Heinz Mei­er, Mit­glied im Haupt­aus­schuss des Bran­chen­ver­ban­des HDF Ki­no: „Es ist in der Tat so, dass deutsch­land­weit vie­le klei­ne­re Ki­nos den neu­en ,Star Wars’Film nicht in ihr Pro­gramm auf­neh­men wer­den. Die Be­din­gun­gen, die Dis­ney stellt, sind für unabhängige Ki­nos ein­fach nicht zu er­fül­len.“

Der ame­ri­ka­ni­sche Kon­zern hat­te be­reits im April oh­ne Vor­war­nung ein­sei­tig die Ver­leih­be­din­gun­gen ver­schärft und da­mit ins­be­son­de­re klei­nen Ki­no-Stand­or­ten vor den Kopf ge­sto­ßen. Un­ter an­de­rem wur­de der Film­miet­satz für unabhängige Ki­nos in Klein­städ­ten pro Be­su­cher um über fünf Pro­zent auf Groß­stadt­ni­veau er­höht. Mei­er schätzt, dass sich bun­des­weit be­reits bis zu 60 Ki­nos die­sem Boy­kott an­ge­schlos­sen hät­ten.

„Dis­ney for­dert zu­sätz­lich Min­destein­tritts­prei­se, die man ab­seits der Groß­stadt nicht recht­fer­ti­gen kann. Und so geht es vie­len wei­te­ren Be­trei­bern“, klagt Mei­er. Da­her wür­den vie­le unabhängige Ki­nos lie­ber auf die Ti­cke­t­er­lö­se, die man mit „Star Wars“er­zie­len könn­te, ver­zich­ten, als sich lang­fris­tig den vor­ge­ge­be­nen Rah­men­be­din­gun­gen zu fü­gen. „Weil man Angst vor dem ha­ben muss, was da noch al­les hin­ter­her­kom­men kann“, er­läu­tert der Klein­ki­no­be­trei­ber.

Bei Dis­ney gibt man sich der­weil be­deckt. In der Mün­che­ner Deutsch­land-Zen­tra­le war trotz mehr­fa­cher Kon­takt­ver­su­che nie­mand für ei­ne Stel­lung­nah­me zu die­sem The­ma zu er­rei­chen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.