Neu­er Part­ner mit Mit­te 40

Rheinische Post Goch - - FERNSEHEN -

Erst Be­ruf, dann Kind – so ver­fah­ren vie­le Frau­en. Blöd nur, wenn der Aus­er­wähl­te schon Kin­der hat.

MAINZ (kna/dpa) Dass sich ei­ne Frau jen­seits der 40 noch ei­nen Mann an­gelt, ist so wahr­schein­lich wie ein Lot­to­ge­winn – vie­le däm­li­che Sprü­che wie die­ser ran­ken sich um die Part­ner­su­che von Frau­en in der Le­bens­mit­te. Die Sehn­sucht nach Zwei­sam­keit und Fa­mi­lie bleibt trotz­dem. „Mein ge­brauch­ter Mann“in der Re­gie von Lars Jessen er­zählt mit lo­cke­rer Hand von den Schwie­rig­kei­ten ei­ner Be­zie­hung in die­ser Le­bens­pha­se. Das ZDF strahlt die Ko­mö­die, die beim Film­fest Hamburg ur­auf­ge­führt wur­de, heu­te um 20.15 Uhr aus.

So­phie ist das ver­läss­li­che Rück­grat ei­nes klei­nen Ham­bur­ger Ver­la­ges. Die smar­te Lek­to­rin be­treut den haus­ei­ge­nen Star­au­tor, der sei­nen ei­ge­nen Be­zie­hungs­frust ge­ra­de in ei­nem Ro­man ver­ar­bei­tet. Wenn ih­re Kol­le­gen aus­fal­len, ist sie zur Stel­le. Pri­vat hat sie sich im Sing­le­da­sein ein­ge­rich­tet, auch wenn sie bei der Be­ob­ach­tung ih­rer Um­ge­bung lang­sam merkt, dass ih­re bio­lo­gi­sche Uhr tickt. Die jün­ge­re Kol­le­gin ver­kün­det stolz Part­ner­schaft und Schwan­ger­schaft, und der längst er­grau­te Kol­le­ge, der schon stol­zer Opa sein könn­te, er­war­tet eben­falls ei­ge­nen Nach­wuchs.

Ih­rem ei­ge­nen Kin­der­wunsch hat So­phie nie nach­ge­ge­ben. Das än­dert sich in ih­rer Be­zie­hung zum Zahn­arzt Fritz. Er ist ge­nerv­ter Teil­zeit­pa­pa ei­nes Jun­gen, und die Ex macht ihm mit ih­rem Miss­trau­en und ih­ren Ei­fer­süch­te­lei­en das Le­ben schwer. Ob­wohl So­phie so­fort ei­nen gu­ten Draht zu dem Jun­gen fin­det und die Rol­le als Mut­ter­er­satz gut aus­füllt, ist für ihn das The­ma Kin­der ab­ge­hakt. Als er So­phie mit ein­deu­ti­gen Wor­ten er­klärt, dass ein wei­te­res Kind in sei­nem Le­ben kei­nen Platz hat, steht die Be­zie­hung vor dem Aus. Und So­phie denkt über We­ge nach, im Aus­land schwan­ger zu wer­den. Wo­mit der Film zum Schluss noch ei­nen klei­nen Denk­an­stoß an die deut­sche Po­li­tik gibt.

„Mein ge­brauch­ter Mann“bie­tet so­li­de Fern­seh­un­ter­hal­tung – ei­ne schnör­kel­lo­se Sto­ry mit ho­hem Wie­der­er­ken­nungs­wert in der Al­ters­grup­pe und ein Am­bi­en­te, das die Han­se­stadt Hamburg im bes­ten Licht zeigt. Dass die Ge­schich­te funk­tio­niert, ist den über­zeu­gen­den Haupt­dar­stel­lern Chris­tia­ne Paul und Fritz Karl zu ver­dan­ken. „Mein ge­brauch­ter Mann“, ZDF, 20.15 Uhr.

FOTO: ZDF

Die noch jun­ge Be­zie­hung zwi­schen der smar­ten Lek­to­rin So­phie (Chris­tia­ne Paul) und dem Zahn­arzt Fritz (Fritz Karl) wird durch die Kin­der­fra­ge ge­stört.

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