PRÄ­SEN­TIERT DIE KINDERGARTENSERIE „DAS GELD“(FOL­GE 9) Wo­für ist ei­gent­lich das Spa­ren gut?

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON AN­JA SETT­NIK

Wer sein Geld nicht gleich aus­gibt, son­dern in ei­nem Spar­schwein oder auf ei­nem Kon­to sam­melt, der spart. Da­durch ent­steht mit der Zeit ei­ne or­dent­li­che Men­ge Geld, mit der sich auch grö­ße­re Wün­sche er­fül­len las­sen.

GOCH-UEDEM In der Kü­che von Han­nahs Uro­ma hän­gen Tel­ler an der Wand, auf de­nen Sprü­che ste­hen. Seit Han­nah le­sen lernt, weiß sie auch so un­ge­fähr, was dar­auf steht. Das heißt aber nicht, dass sie un­be­dingt im­mer ver­steht, was ge­meint ist. Ei­ner der Sprü­che, den sie frü­her schon mal ge­hört hat, heißt: „Spa­re in der Zeit, dann hast Du in der Not.“Erst­mal fin­det Han­nah, dass der Satz schlech­tes Deutsch ist: Was soll sie spa­ren, und was ist Not? Oh­ne die Gro­ßen ge­fragt zu ha­ben, hat sich das Mäd­chen in­zwi­schen so sei­nen Reim auf den Spruch ge­macht. Denn seit Han­nah Ta­schen­geld be­kommt, hört sie im­mer wie­der auch den Be­griff „Spa­ren“.

Au­ßer­dem be­sitzt sie ja auch ein Spar­schwein und ein Spar­buch. Bei­des hat da­mit zu tun, Geld, das Han­nah von den El­tern oder Groß­el­tern be­kommt, nicht ein­fach aus­zu­ge­ben, son­dern auf­zu­be­wah­ren. Das macht erst­mal nicht so rich­tig Spaß, denn für Han­nah ist Geld erst dann schön, wenn sie da­für et­was kau­fen kann. Fin­gert­at­toos zum Bei­spiel oder St­ein­chen, aus de­nen sie Arm­bän­der bas­teln kann, oder ein sü­ßes Ku­schel­tier. Al­ler­dings hat Han­nah auch Wün­sche, die teu­rer sind. Dann sa­gen ih­re El­tern manch­mal, sie müs­se bis Weih­nach­ten oder bis zum Ge­burts­tag war­ten. Und das ist blöd, denn bis zum Ge­burts­tag sind es noch meh- re­re Mo­na­te, und bis Weih­nach­ten ei­gent­lich auch. Hät­te sie mehr ge­spart, wä­re ihr Spar­schwein­chen jetzt vol­ler. Und sie könn­te sich 20, 30 oder vi­el­leicht so­gar noch mehr Eu­ro her­aus neh­men.

Han­nah hat noch nie so­viel Geld mit ei­nem Mal aus­ge­ge­ben. Meis­tens be­kommt sie ja auch von ih­ren El­tern, was sie sich sehr wünscht. Aber nicht im­mer. Und für man­ches müs­sen die Er­wach­se­nen of­fen­bar auch spa­ren, denn Ma­ma hat auch schon mal ge­sagt, dies und das gin­ge jetzt nicht, da müs­se Han­nah sich noch et­was ge­dul­den. Weil der Ur­laub so teu­er war, weil das Wohn­zim­mer re­no­viert wer­den soll, weil zu­nächst mal ein neu­er Com­pu­ter her muss. Dann soll Han­nah ein­se- hen, dass das neue Fahr­rad noch war­ten muss. Gar nicht zu re­den von dem Po­ny. „Wenn Du mal ei­nen gu­ten Be­ruf hast und schön sparst, kannst Du Dir spä­ter ja selbst ein Pferd kau­fen“, hat Ma­ma ge­sagt. Bis da­hin dau­ert es al­ler­dings noch un­ge­fähr 100 Jah­re.

Oma kennt ei­ne Spar-Ge­schich­te, die Han­nah lus­tig fin­det: Frü­her sol- len die jun­gen Mäd­chen jah­re­lang klei­ne Mün­zen ge­sam­melt ha­ben, da­mit sie sich ei­nes Ta­ges ih­re Braut­schu­he da­von kau­fen konn­ten. Das wür­de Han­nah ger­ne mal se­hen: ei­ne Frau, die an der Kas­se des Schuh­ge­schäf­tes ei­ne Tü­te mit 1-Cent-Stü­cken aus­schüt­tet. Da spart sie doch lie­ber nur kurz.

Üb­ri­gens: Wer es schafft, lan­ge zu spa­ren und das Geld nicht vom Kon­to oder Spar­buch ab­zu­he­ben, den be­lohnt die Bank mit Zin­sen. Dann kriegt man ei­nes Ta­ges mehr zu­rück als man ein­ge­zahlt hat.

RP-FOTO: GOTT­FRIED EVERS

Lia-Jo­lie Moc­zy­gem­ba hat ge­spart und ihr Traum­rad ent­deckt. Fahr­rad­händ­ler Ewald Gert­zen er­klärt ihr die Funk­tio­nen des Zwei­rads.

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