Glad­bach ringt auch Schal­ke nie­der

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

Die Bo­rus­sia steht im DFB-Po­kal-Ach­tel­fi­na­le. Ges­tern Abend setz­te sich das Team von Trai­ner An­dré Schu­bert in Gel­sen­kir­chen mit 2:0 durch. Schu­bert ist in na­tio­na­len Wett­be­wer­ben un­ge­schla­gen.

GEL­SEN­KIR­CHEN Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach hat ih­re Er­folgs­se­rie un­ter In­te­rims­trai­ner An­dré Schu­bert auch in den DFB-Po­kal mit­ge­nom­men. Nach dem 2:0 beim FC Schal­ke 04 ste­hen die Glad­ba­cher im Ach­tel­fi­na­le. Es war Bo­rus­si­as sechs­ter Sieg im ach­ten Pflicht­spiel un­ter Schu­bert. In den na­tio­na­len Wett­be­wer­ben, Bun­des­li­ga und Po­kal, gab es nur Er­fol­ge.

Im­mer­hin zwei kom­plet­te Ta­ge hat­ten die bei­de Teams seit ih­rem letz­ten Auf­ein­an­der­tref­fen oh­ne ein­an­der aus­kom­men müs­sen. Doch viel mehr als die Paa­rung war an Ge­mein­sam­kei­ten zum Glad­ba­cher 3:1 vom Sonn­tag­abend in der Bun­des­li­ga ges­tern nicht mehr zu fin­den. Wa­ren da die Bo­rus­sen über wei­te Stre­cken das ak­ti­ve­re, krea­ti­ve­re Team ge­we­sen, schaff­ten es nun die Schal­ker, auch oh­ne den nach sei­nem bru­ta­len Foul an An­dré Hahn für fünf Spie­le ge­sperr­ten Jo­han­nes Geis, dem Geg­ner ih­re Spiel­wei­se auf­zu­drü­cken. Ent­we­der such­ten und fan­den sie über den agi­len Max Mey­er Räu­me und Lü­cken, oder sie such­ten je­de sich bie­ten­de Chan­ce, um über ho­he Flan­ken ih­re Luft­ho­heit aus­spie­len zu kön­nen. Bei­des stell­te die Glad­ba­cher in der ers­ten Hälf­te vor un­ge­wohnt gro­ße Pro­ble­me.

Die Bo­rus­sen sa­hen sich so zu­meist in der De­fen­si­ve und muss­ten sich bei ih­rem Schwei­zer Tor­hü­ter Yann Som­mer be­dan­ken, dass sie nicht früh und nach­hal­tig in Rück­stand ge­rie­ten. Denn Som­mer pa­rier­te so­wohl ge­gen Klaas-Jan Hun­te­laar als auch des­sen Sturm­kol­le­gen Franco di San­to, als die­se al­lei­ne vor ihm auf­tauch­ten. Hun­te­laar hat­te zu­dem Pech mit ei­nem Pfos­ten­tref­fer, und auch ei­ni­ge Kopf­bäl­le ver­fehl­ten nur knapp ihr Ziel.

Die zu­letzt fünf­mal in Se­rie in der Li­ga sieg­rei­chen Gäs­te lie­ßen zu­nächst da­ge­gen vie­les ver­mis­sen, was sie zu eben die­sen fünf Sie­gen ge­führt hat­te: Ru­he am Ball, si­che­res Kom­bi­na­ti­ons­spiel, cle­ve­res Zwei­kampf­ver­hal­ten und Hand­lungs­schnel­lig­keit – all dies war bei Schu­berts Trup­pe lan­ge nur in mi­ni­ma­len An­sät­zen er­kenn­bar.

Doch ge­nau die­se schwa­chen Bo­rus­sen gin­gen wie aus dem Nichts her­aus mit 1:0 in Füh­rung. „Initia­tor“die­ser Sze­ne war dann auch letzt­lich Schal­kes In­nen­ver­tei­di­ger Jo­el Ma­tip, der aus­rutsch­te und Tor­schüt­ze Lars St­indl so den Weg frei mach­te zu des­sen über­leg­tem Ab­schluss. Micha­el Gspurning, ein 34jäh­ri­ger Ös­ter­rei­cher, der für den kran­ken Ralf Fähr­mann im Schal­ker Tor stand und im Mai sein letz­tes Pflicht­spiel für die U23 ab­sol­viert hat­te, war chan­cen­los. St­indl bil­de­te in Ab­we­sen­heit des grip­pe­kran­ken Raf­fa­el mit Zehn-Mil­lio­nen-Eu­roNeu­zu­gang Jo­sip Dr­mic das Stur­mu­do – al­ler­dings nur 45 Mi­nu­ten lang, dann war für den wie­der schwa­chen Dr­mic Di­enst­schluss.

St­indl da­ge­gen blieb na­tür­lich auf dem Feld, und er blieb äu­ßerst pro­duk­tiv: Kurz nach Wie­der­be­ginn hol­te er näm­lich ei­nen Elf­me­ter her­aus, als Gspurning ihn zu Fall brach­te. Th­or­gan Ha­zard be­hielt die Ner­ven und brach­te Bo­rus­sia 2:0 in Front. Spä­tes­tens jetzt hat­te Glad­bach die Art von Spiel, die es woll­te, denn jetzt be­kam das Team die Räu­me, die es zum Kon­tern ha­ben woll­te. Ibo Tra­o­ré hät­ten ei­nen die­ser Kon­ter zum 3:0 ab­schlie­ßen müs­sen, schoss aber ne­ben das Tor.

So blie­ben die Schal­ker im Spiel. Aber au­ßer Här­te und Ag­gres­si­vi­tät fiel den Haus­her­ren nicht mehr viel ein, was die Glad­ba­cher vor grö­ße­re Pro­ble­me ge­stellt hät­te. Ein­mal noch muss­te Som­mer ge­gen Hun­te­laar ret­ten, aber das war es dann auch schon mit nen­nens­wer­tem Auf­bäu­men. Geis’ Feh­len als Len­ker mach­te sich in die­ser Pha­se des Spiels be­son­ders be­merk­bar.

Wäh­rend Glad­bach un­ter Schu­bert wei­ter er­folg­reich ist, hat der e Schal­ker Sai­son­start nach den zwei Nie­der­la­gen ge­gen die Bo­rus­sen doch ei­ni­ge Krat­zer be­kom­men.

FOTO: REU­TERS

Kampf ist Trumpf: Th­or­gan Ha­zard (hin­ten) und der Schal­ker Franco di San­to be­mü­hen sich um den Ball.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.