Der Deut­schen Bank fehlt die Nach­hal­tig­keit

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON GE­ORG WIN­TERS

Es mag an­ge­sichts des Ab­baus Tau­sen­der Stel­len zy­nisch klin­gen, aber wer ges­tern an­de­res als Hor­ror­bot­schaf­ten von der Deut­schen Bank er­war­te­te, hat den Blick für die Rea­li­tät ver­lo­ren. Das Un­ter­neh­men muss pro­fi­ta­bler wer­den, wenn es in­ter­na­tio­nal be­ste­hen will, und da­bei ist Kos­ten­sen­kung durch Stel­len­ab­bau ei­nes der gän­gigs­ten In­stru­men­te. Das ist öko­no­mi­sche Rea­li­tät und ge­schieht nicht zum ers­ten Mal.

An­ders ist dies­mal die Di­men­si­on. Nie zu­vor hat sich ei­ne Bank so mas­siv in Rechts­strei­tig­kei­ten ver­hed­dert, die Mil­li­ar­den kos­ten. Seit den 50er Jah­ren ist nie die Di­vi­den­de für zwei Jah­re in Fol­ge ge­stri­chen wor­den, nie zu­vor ist ei­ne Füh­rungs­spit­ze so aus dem Amt ge­ke­gelt wor­den wie Ans­hu Jain und Jür­gen Fit­schen. Die Deut­sche Bank ist zur Dau­er­Bau­stel­le ge­wor­den, und man hat per­ma­nent das Ge­fühl, aus ir­gend­ei­ner Ecke der Welt könn­ten wie­der neue Groß­las­ten auf die Bank zu­kom­men. Das schafft kein Ver­trau­en. Aber Ver­trau­en ist drin­gend nö­tig – bei Kun­den, Ak­tio­nä­ren, Ge­schäfts­part­nern, der Po­li­tik. Dar­an muss die Bank ar­bei­ten, und da­für braucht sie ei­ne ver­läss­li­che Stra­te­gie, die nicht wie­der nach zwei oder drei Jah­ren über Bord ge­wor­fen wird. Es wird Zeit für mehr Kon­ti­nui­tät. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.