Die in­sze­nier­te Kri­se

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON GRE­GOR MAYNTZ

Deutsch­land nimmt ent­spre­chend sei­ner Mög­lich­kei­ten ei­ne jähr­lich per Ge­setz fest­zu­le­gen­de An­zahl von Asyl­be­wer­bern und Flücht­lin­gen auf.“

Wenn CSU-Chef Horst See­ho­fer am Sonn­tag­abend mit die­ser Neu­for­mu­lie­rung des Asyl­recht-Ar­ti­kels im Grund­ge­setz vom Drei­er­gip­fel der Ko­ali­ti­ons­spit­ze zu­rück nach München kä­me, wä­re er wohl rund­um zu­frie­den. Aber er weiß selbst, dass er das we­der von der SPD noch von der CDU-Kanz­le­rin be­kom­men wird. Und er weiß auch, dass dies kei­nen der Flücht­lin­ge, die ge­ra­de zu Zehn­tau­sen­den nach Deutsch­land drän­gen, auf­hal­ten wür­de.

Er baut den­noch ei­ne Droh­ku­lis­se auf, als kön­ne nur ein dra­ma­ti­sches Um­steu­ern am Sonn­tag die Rück­kehr zu ge­ord­ne­ten Ver­hält­nis­sen be­wir­ken. Selbst wenn Sonn­tag der Weg zu Re­gis­trier­zen­tren an den Gren­zen ge­eb­net wird, wer­den am Mon­tag wie­der Tau­sen­de kom­men. Das ver­stärkt Frust. Und so ist es we­nig über­zeu­gend, na­tio­na­le Kri­sen­si­tua­tio­nen durch die Ins­ze­nie­rung von Re­gie­rungs­kri­sen auf­lö­sen zu wol­len. BE­RICHT

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