Voll im Main­stream

Rheinische Post Goch - - LESERFORUM - Jür­gen Tschau­der per Mail

Ob in den Re­dak­ti­ons­sit­zun­gen der RP wirk­lich so „kon­tro­vers“und „ab­wä­gend“dis­ku­tiert wird, wie Sie in Ih­rer Kolumne „Die Mär von der Lü­gen­pres­se“(RP vom 20. Ok­to­ber) be­haup­ten, kann ich als Le­ser na­tür­lich nicht be­ur­tei­len. Im Er­geb­nis je­doch liegt die Be­richt­er­stat­tung voll im Main­stream der deut­schen Me­di­en, die jetzt – viel zu spät – auch ein paar kri­ti­sche Tö­ne an­schla­gen. Trau­ri­ger Hö­he­punkt war für mich die Kom­men­tie­rung Ih­res Chef­re­dak­teurs Micha­el Bröcker vom 31. Au­gust, in der er den Flücht­lings­zu­zug als „Jahr­hun­dert­chan­ce“für Deutsch­land be­zeich­ne­te und die Mär von den sy­ri­schen Ärz­ten, den ira­ki­schen In­ge­nieu­ren und den tüch­ti­gen Hand­wer­kern aus dem West­bal­kan vor­trug. Nicht nur Frau Nah­les hat uns in­zwi­schen ei­nes Bes­se­ren be­lehrt. Be­vor Sie mich in die rech­te Ecke stel­len, möch­te ich Ih­nen ver­si­chern, dass auch ich die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen (wohl­ge­merkt: von ech­ten Flücht­lin­gen!) für ei­ne hu­ma­ni­tä­re Pflicht hal­te. Aber es gibt Gren­zen der Be­last­bar­keit.

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