Was ist mit Du­blin?

Rheinische Post Goch - - LESERFORUM - Ru­dolf Jahns 40667 Meer­busch

Ih­re selbst­si­che­ren Aus­füh­run­gen zur ob­jek­ti­ven Be­richt­er­stat­tung muss ich et­was re­la­ti­vie­ren. Fakt ist, dass der Strom de­rer, die nach Deutsch­land strö­men, um hier – wie auch im­mer – bes­ser zu le­ben als in ih­rem ei­ge­nen Land, nicht nach­lässt. Und ich stel­le mir die Fra­ge, war­um ist das für Sie in Ord­nung? (Denn Kri­ti­sches da­zu fand ich in der RP bis­her nicht.) Deutsch­land hat doch Ver­trä­ge und Ge­set­ze, die das so ei­gent­lich gar nicht mög­lich ma­chen dürf­ten, oder? Wer sei­nen Fuß in ein EU-Land setzt, muss doch dort er­fasst wer­den und den An­er­ken­nungs­pro­zess durch­lau­fen, oder? Wer aus dem Süd­bal­kan oder ei­nem Flücht­lings­la­ger in der Tür­kei zu uns kommt, kommt doch aus ei­nem si­che­ren Dritt­land und dürf­te gar nicht an­er­kannt wer­den, oder? Wer bei uns le­ben will, müss­te doch un­se­re Ver­fas­sung und un­se­re Ge­set­ze über die Ge­bo­te sei­ner Re­li­gi­on stel­len, oder? Auch müss­te doch beim Grenz­über­tritt ge­prüft wer­den, ob ein po­li­tisch Ver­folg­ter Zuflucht sucht (da hel­fen wir) oder je­mand, der bei uns le­ben und sei­ne Kennt­nis­se ein­brin­gen möch­te. So es für un­ser Land gut ist, sei er will­kom­men, an­de­ren­falls eben nicht, oder? Und das Gan­ze funk­tio­niert na­tür­lich nur dann, wenn die Gren­zen Eu­ro­pas si­cher sind, weil sie im In­ne­ren ja of­fen sind. Al­so was ist mit Schen­gen und Du­blin? Ru­pert Scholz (Staats­recht­ler und Mi­nis­ter a. D.) sagt, dass man den Zustrom na­tür­lich de­ckeln kön­ne, die Kanz­le­rin sagt Nein, was gilt?

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