CSU bun­des­weit – war­um nicht?

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Stün­de die baye­ri­sche Volks­par­tei auch nörd­lich des Mains zur Wahl, er­hiel­ten Deutsch­lands Bür­ger ei­ne Mit­te-Rechts-Al­ter­na­ti­ve, und die ins Pein­li­che drif­ten­de AfD be­kä­me ih­ren Sarg­na­gel.

höchs­te Vor­sicht ge­bo­ten. Aber wahr­schein­lich sind sie dort so­gar stolz über den Zu­spruch ei­nes al­ten Le­bens­fein­des.

1976 fand ein zwar macht­be­wuss­ter, im Grun­de je­doch zö­ger­lich ver­an­lag­ter CSU-Chef Franz Jo­sef Strauß in dem CDU-Vor­sit­zen­den Hel­mut Kohl sei­nen Meis­ter. Der Lö­we hat­te ge­brüllt, aber Kohl hat­te ihm die Zäh­ne ge­zo­gen. Wür­de die CSU heu­te den Main über­schrei­ten, trä­fe sie nicht nur auf ei­ne schwä­che­re CDU-Füh­rung. Sie trä­fe wohl auch in ei­ner seit Lan­gem ver­un­si­cher­ten CDU-Wäh­ler­schaft auf ei­ne Will­kom­mens­kul­tur. Und Deutsch­land er­hiel­te ei­ne po­li­ti­sche Mit­te-rechts-Al­ter­na­ti­ve, die seit Jahr­zehn­ten im größ­ten deut­schen Flä­chen­land durch Re­gie­ren be­wie­sen hat, dass man kon­ser­va­tiv und mo­dern zu­gleich sein kann, ja dass sich bei­des be­dingt.

Ei­ne bun­des­weit zur Wahl ste­hen­de CSU wä­re im Üb­ri­gen der Na­gel auf dem Sarg der AfD, in de­ren Rei­hen sich un­ap­pe­tit­lich auf­tre­ten­de Per­so­nen wie der thü­rin­gi­sche Lan­des­vor­sit­zen­de Björn Hö­cke breit­ma­chen. Ein po­li­tisch den­ken­der Mensch, der mit der Uni­on sym­pa­thi­siert, dem je­doch die Mer­kel-CDU zu grün er­scheint, der sich aber vor Hö­cke & Co. ekelt, der könn­te sich mit ei­ner Bun­des-CSU an­freun­den.

Man meint, das grim­mi­ge Hin­ter­grund­rau­schen be­sag­ter Denk­po­li­zei in der Vil­la Kun­ter­bunt na­mens Berlin zu hö­ren: „Ha­ha, CSU bun­des­weit, al­ter Wein in al­ten Schläu­chen.“Auch Dro­hun­gen sei­tens grü­ner CDU-ler wür­den so wie 1976 aus­ge­sto­ßen, et­wa: „Kommt die CSU zu uns, geh’n wir zu ihr.“– „Na und?“mag sich der Bür­ger fra­gen, „was wä­re dar­an schlimm, Kon­kur­renz be­lebt doch nicht nur in der Fuß­gän­ger­zo­ne das Ge­schäft, oder?“

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