PRÄ­SEN­TIERT DIE KINDERGARTENSERIE „DAS GELD“(EN­DE) Wie be­zahlt man ei­gent­lich im Aus­land?

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON AN­JA SETT­NIK

In ei­ner Kis­te auf dem Schreib­tisch be­wah­ren ei­ni­ge Leu­te Er­in­ne­run­gen an den Ur­laub auf: Mün­zen und Schei­ne aus Län­dern, in de­nen es kei­nen Eu­ro gibt. Un­prak­tisch, aber ziem­lich span­nend.

GOCH-UEDEM In den Herbst­fe­ri­en war Han­nah mit ih­ren El­tern in Spa­ni­en. Es war schön warm, sie ha­ben viel ge­se­hen, und wenn Han­nah ein Eis woll­te, be­kam sie zwei Eu­ro, für die es ei­ne gro­ße Ku­gel gab. Auch der Pul­li, den Ma­ma sich kauf­te, und die Rech­nun­gen im Re­stau­rant wur­den mit Eu­ro be­zahlt – ge­nau wie zu­hau­se. Han­nah war aber auch schon mal in Ma­rok­ko, und da war es an­ders: Dort hieß das Geld Dir­ham, und man muss­te viel mehr da­von ab­ge­ben, um et­was da­für zu be­kom­men. Zum Bei­spiel kos­te­te ei­ne Fan­ta zehn Dir­ham. Das ist aber nicht ge­nau­so viel wie zehn Eu­ro, hat Pa­pa er­klärt. Das wä­re ja auch viel zu teu­er für ein Ge­tränk. Er sagt, es gibt un­ter­schied­li­che Wäh­run­gen.

In ei­nem klei­nen Kist­chen auf Ma­mas Schreib­tisch sind ein paar Mün­zen und Schei­ne von frü­he­ren Rei­sen. Die sind al­le nicht sehr viel wert, sonst hät­ten Han­nahs El­tern sie nicht ein­fach auf­be­wahrt, son­dern vi­el­leicht lie­ber et­was da­für ge­kauft. Die Mün­zen sind zum gro­ßen Teil ganz leicht, man­che silb­rig, an­de­re gold­far­ben, von den Ge­sich­tern drauf kennt Han­nah nie­man­den. Manch­mal kann man ent­zif­fern, wo­her die Mün­zen stam­men,aber nicht im­mer. In der Kis­te liegt auch ein grü­ner Dol­lar-Schein, der ei­nen al­ten Mann mit wel­li­gen Haa­ren zeigt. Sol­ches Geld hat man in Ame­ri­ka, hat Han­nah er­fah­ren. Da war sie selbst noch nicht, ih­re El­tern vor vie­len Jah­ren aber wohl – oh­ne sie.

Han­nah weiß noch, dass Ma­ma im ver­gan­ge­nen Jahr, als sie in Mar­ra­kesh wa­ren, auf dem Ba­sar im­mer viel zu rech­nen hat­te. Wenn ihr ein Ton­topf oder ein höl­zer­nes Sa­lat­be­steck ge­fiel, muss­te sie im­mer „durch zehn“tei­len. Pa­pa sag­te dann, „durch elf“kä­me eher hin. Und dann hol­te er ei­nen Zet­tel her­vor, von dem man ab­le­sen konn­te, wie viel der Eu­ro, das bri­ti­sche Pfund, der Dol­lar und vie­le an­de­re Wäh­run­gen wert sind. Ganz schön kom­pli­ziert. Und so war das frü­her in al­len Län­dern, sagt Ma­ma. Erst, seit in den meis­ten Län­dern Eu­ro- pas der Eu­ro gilt, ist es ein­fa­cher ge­wor­den. Jetzt kön­nen wir über­all mit dem Geld zah­len, an das wir ge­wöhnt sind.

So­gar Geld­au­to­ma­ten funk­tio­nie­ren im Aus­land, und das ist gut, denn sonst müss­ten die El­tern auf Rei­sen ziem­lich viel Geld von zu Hau­se mit­neh­men. Manch­mal dau­ert es aber län­ger, bis der Au­to­mat die Schei­ne aus­spuckt, denn nicht im­mer ist auf deutsch be­schrie­ben, was man ma­chen muss. Wenn es nicht gleich klappt, wird Ma­ma so­fort ner­vös, und Han­nah stellt sich dann vor, wie es wä­re, wenn man plötz­lich kein Geld mehr hät­te, um Piz­za zu be­stel­len, Fahr­rä­der zu mie­ten oder Ein­tritts­kar­ten fürs Mu­se­um zu kau­fen. Dann wä­re der Ur­laub na­tür­lich ver­dor­ben. Bis­her ist das aber noch nie pas­siert. Han­nah staunt dar­über, dass ei­ni­ge Län­den Eu­ro gar nicht wol­len. Ob­wohl er doch so prak­tisch ist.

FOTO: DPA

Das bri­ti­sche Pfund mit dem Ant­litz der Queen.

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