Kran­ke Men­schen be­glei­ten

Rheinische Post Goch - - GOTT UND DIE WELT -

Ju­dith Wel­bers ist neue Seel­sor­ge­rin des St.-An­to­ni­us-Ho­s­pi­tals in Kle­ve

KLE­VE (RP) Ju­dith Wel­bers ist neue Seel­sor­ge­rin des St.-An­to­ni­us-Ho­s­pi­tals in Kle­ve. Die 46-jäh­ri­ge Pas­to­ral­re­fe­ren­tin war zu­letzt knapp zehn Jah­re in der Kran­ken­haus­seel­sor­ge in Mo­ers tä­tig, da­vor un­ter an­de­rem zwei Jah­re für die „Ak­ti­on pro Hu­ma­ni­tät“in Be­nin/West­afri­ka. Nun ist die ge­bür­ti­ge Kle­ve­rin zu­rück in ih­rer Ge­burts­stadt – und freut sich auf die neue Auf­ga­be. „Kran­ken­haus­seel­sor­ger küm­mern sich um Men­schen in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen“, führt Ju­dith Wel­bers aus.

„Wir be­glei­ten kran­ke Men­schen, die sich nicht nur mit ih­ren kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen, Schmer­zen und Ver­lus­ten be­schäf­ti­gen müs­sen“, sagt die 46-Jäh­ri­ge, die in der kom­men­den Wo­che vor­ge­stellt wird.

Oft rü­cken auch an­de­re Pro­ble­me und Sor­gen in den Mit­tel­punkt: so et­wa die Sor­ge um den Ar­beits­platz, die Pro­ble­me in Part­ner­schaft und Fa­mi­lie, Glau­bens­fra­gen, Sinn­fra­gen, Ängs­te vor dem Äl­ter­wer­den, Fra­gen nach dem Ster­ben und nach dem Tod.

Ne­ben den Kran­ken und An­ge­hö­ri­gen lie­gen Ju­dith Wel­bers die Mit- ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Kran­ken­hau­ses be­son­ders am Her­zen. „Sie sind für Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge die ers­ten An­sprech­part­ner, sind oft mit Fra­gen, Un­mut und Über­for­de­run­gen kon­fron­tiert. Ich bie­te ein of­fe­nes Ohr – bei per­sön­li­chen Pro­ble­men, bei Ide­en, bei Re­de­be­darf.“

Ei­ne Her­aus­for­de­rung ist es da­bei im­mer wie­der, ei­ne Ba­lan­ce zwi­schen Nä­he und Dis­tanz zu fin­den: „Es braucht Nä­he, die em­pa­thisch ist, ein­fühl­sam, be­glei­tend und echt“, sagt Wel­bers. „Aber auch pro­fes­sio­nel­len Ab­stand, um nicht sel­ber in Hoff­nungs­lo­sig­keit und Re­si­gna­ti­on un­ter­zu­ge­hen. Denn dann kann man auch An­de­ren nicht mehr hel­fen.“

Das Schö­ne an der Kran­ken­haus­seel­sor­ge? „Dass die Ar­beit viel­fäl­tig ist – in den Auf­ga­ben und den Her­aus­for­de­run­gen.

„Ne­ben der klas­si­schen Seel­sor­ge war­tet die Mit­ar­beit bei Fort­bil­dun­gen oder in der Pfle­ge­aus­bil­dung, die Me­dia­ti­on von Grup­pen oder Teams, die Ent­wick­lung li­t­ur­gi­scher An­ge­bo­te wie et­wa die Be­stat­tun­gen von Kin­dern. Da­bei ist ne­ben der Sor­ge um An­de­re auch die Pfle­ge der ei­ge­nen See­le wich­tig. „Man muss sich ei­nen Aus­gleich schaf­fen“, weiß Ju­dith Wel­bers. „Für mich ist es die Na­tur, Mu­sik, Be­we­gung – und vor al­lem das Ver­an­ker­tSein im Glau­ben.“

Für ih­re neue Tä­tig­keit wünscht sie sich vor al­lem Ver­trau­en. „Ich möch­te, dass die Men­schen spü­ren: Da ist je­mand, der Zeit mit­bringt, der sich für mich und mei­ne An­lie­gen in­ter­es­siert, der nicht weg­sieht oder weg­läuft. Son­dern da ist. Und mit Kopf und Herz Be­glei­tung an­bie­tet.

Die neue Seel­sor­ge­rin Ju­dith Wel­bers wird am Sams­tag, dem 7. No­vem­ber, um 16 Uhr, im Rah­men der Vor­abend­mes­se in der Ka­pel­le des St.-An­to­ni­us-Ho­s­pi­tals vor­ge­stellt.

FOTO: PRI­VAT

Ju­dith Wel­bers

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