Har­ry-Pot­ter-Fort­set­zung als Thea­ter­stück

Rheinische Post Goch - - KULTUR - VON JO­CHEN WITTMANN

„Har­ry Pot­ter und das ver­wun­sche­ne Kind“wird ein Zwei­tei­ler, die Kar­ten in London kos­ten bis 360 Eu­ro.

LONDON Har­ry-Pot­ter-Fans dür­fen sich freu­en: J.K. Row­ling hat ei­ne Fort­set­zung zu ih­rem sie­ben­bän­di­gen Har­ry-Pot­ter-Epos ver­fasst, doch nicht als Buch, son­dern als Thea­ter­stück. „Har­ry Pot­ter and the Cur­sed Child“, Har­ry Pot­ter und das ver­wun­sche­ne Kind, ist ein zwei­tei­li­ges Schau­spiel, das im Som­mer nächs­ten Jah­res in London ge­zeigt wird. Der Vor­ver­kauf be­ginnt heu­te.

Row­ling, die das Stück in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Dra­ma­ti­ker Jack Thor­ne und dem Re­gis­seur John Tif­fa­ny ge­schrie­ben hat, woll­te nur we­nig über den In­halt ver­ra­ten. Doch so viel ist be­kannt: Teil acht der Se­rie spielt 19 Jah­re nach dem Sieg über Vol­de­mort und baut auf dem Epi­log des letz­ten Bu­ches auf, in dem der mit Gin­ny Weas­ley ver­hei­ra­te­te Har­ry sei­ne bei­den Söh­ne Ja­mes und Al­bus auf den Bahn­steig 9 zum Hog­warts-Ex­press bringt.

„Al­les ist gut.“Mit die­sem Schluss­satz en­de­te der Epi­log, aber das war wohl, ty­pisch Row­ling, ei­ne fal­sche Spur. „Es war im­mer schwie­rig, Har­ry Pot­ter zu sein“, ver­rät die Web­sei­te des Stücks har­ry­pot­ter­the­play.com, „und jetzt, als über­ar­bei­te­ter An­ge­stell­ter des Mi­nis­te­ri- ums für Ma­gie, ist es nicht viel leich­ter.“Die Ver­gan­gen­heit lässt Har­ry nicht los, und auch sein jüngs­ter Sohn Al­bus, der so­eben als Elf­jäh­ri­ger in Hog­warts an­fängt, „muss mit dem Ge­wicht ei­nes Fa­mi­li­ener­bes kämp­fen, das er nie woll­te.“Bei­de, Va­ter wie Sohn, „er­fah­ren die un­be­que­me Wahr­heit: Manch­mal kommt Dun­kel­heit aus ei­ner un­er­war­te­ten Rich­tung.“Die Welt­pre­mie­re fin­det am 30. Ju­li im „Pa­lace Thea­t­re“im Lon­do­ner Wes­tend statt. Ein­tritts­kar­ten gibt es vor­erst aus­schließ­lich on­li­ne zu kau­fen. Bil­lig wird das Ver­gnü­gen nicht, denn auf­grund der „epi­schen Na­tur der Ge­schich­te“, so die Ma­cher, wur­de „Har­ry Pot­ter und das ver­wun­sche­ne Kind“zum Zwei­tei­ler, den man in ei­ner Nach­mit­tags- und Abend­vor­stel­lung oder an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Aben­den se­hen soll­te. Das ver­dop­pelt den Preis. Die bes­ten Kar­ten im Par­kett für bei­de Vor­stel­lun­gen kos­ten 260 Pfund (rund 360 Eu­ro), die bil­ligs­ten Ti­ckets für Sit­ze auf dem Bal­kon sind für 60 Pfund (84 Eu­ro) zu ha­ben.

Doch schon jetzt ist ab­zu­se­hen, dass die Nach­fra­ge groß wird. Schließ­lich ist die Fas­zi­na­ti­on für Har­ry Pot­ter un­ge­bro­chen. J.K. Row­ling wur­de zur ers­ten Schrift­stel­le­rin der Welt, die es durchs Schrei­ben zur Dol­lar-Mil­li­ar­dä­rin ge­bracht hat. Die Ge­samt­auf­la­ge ih­rer Har­ry-Pot­ter-Bü­cher be­läuft sich auf mehr als 450 Mil­lio­nen Ex­em­pla­re, sie wur­den in mehr als 70 Spra­chen über­setzt und fan­den in mehr als 200 Län­dern welt­weit Ab­satz. Auch die Ver­fil­mung der Rei­he war über­aus er­folg­reich. Der glo­ba­le Wert der Pot­ter-Mar­ke wird auf 15 Mil­li­ar­den Dol­lar ge­schätzt.

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