Ver­tei­di­ger Jantsch­ke fällt ei­ne Wo­che aus

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Die Ge­schich­te des Mön­chen­glad­ba­cher 2:0-Po­kal­sie­ges auf Schal­ke ist bei ge­naue­rem Hin­se­hen ei­ne Ge­schich­te vom Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis. Dass die Bo­rus­sen trotz der be­schei­de­nen Leis­tung in der ers­ten Hälf­te am En­de als Preis den Ach­tel­fi­nal­ein­zug in Hän­den hiel­ten, war glück­lich. Dass sie aber die Leis­tung, den Ri­va­len aus­wärts aus dem Wett­be­werb ge­wor­fen zu ha­ben, um den Preis des nächs­ten ver­letz­ten Pro­fis be­ka­men, das ver­ha­gel­te vor al­lem Max Eberl fast gänz­lich die Freu­de über den hart er­ar­bei­te­ten Er­folg.

Nein, sei­ne Lau­ne sei „nicht so gut, wenn du den nächs­ten Ver­letz­ten hast“, sag­te der ein­sil­bi­ge und vor Groll in­ner­lich ko­chen­de Sport- as im Rhein­land zum drit­ten Mal hin­ter­ein­an­der statt­fin­det, darf ge­trost als Brauch­tum be­zeich­net wer­den, al­so auch das Kar­ne­valstrikot, das Fuß­ball-Bun­des­li­gist 1. FC Köln jetzt vor­ge­stellt hat. War­um klei­det sich Fortu­na Düsseldorf nicht auch der Jah­res­zeit ent­spre­chend? An­ge­brach­ter als ein Kar­ne­vals­leib­chen wä­re an­ge­sichts der sport­li­chen Si­tua­ti­on beim Zweit­li­gis­ten al­ler­dings ein Gru­sel­t­ri­kot. Am bes­ten gleich heu­te zum Spiel ge­gen die SpVgg Greu­ther Fürth. Pünkt­lich zu Hal­lo­ween. Un­ser Gra­fi­ker Mar­tin Ferl legt ei­nen Ent­wurf vor. Das FC-Tri­kot ist dem Uni­form­rock ei­nes Of­fi­ziers der Ro­ten Fun­ken nach­emp­fun­den – Rot, mit sti­li­sier­ten Quas­ten und Knöp­fen. In den Kra­gen ist di­rek­tor im Nach­gang der Par­tie. Erst am Sonn­tag war schließ­lich An­dré Hahn nach ei­nem bru­ta­len Tritt von Schal­kes Jo­han­nes Geis für den Rest des Jah­res aus­ge­fal­len. Nun er­hielt To­ny Jantsch­ke nach ei­nem har­ten Foul von Pier­re-Emi­le Höjb­jerg ges­tern die Dia­gno­se „schwe­re Kap­sel-Bän­der­deh­nung im rech­ten Schul­te­r­eck­ge­lenk“. Im­mer­hin droht dem Ver­tei­di­ger da­mit vi­el­leicht nur am Sams­tag in Berlin ei­ne Pau­se und nicht, wie un­mit­tel­bar nach Spie­len­de von Eberl noch fa­ta­lis­tisch be­fürch­tet, ein „mo­na­te­lan­ger“Aus­fall.

Doch un­ab­hän­gig von der end­gül­ti­gen Dau­er der Pau­se bei Jantsch­ke fiel der Preis für die Sie­ge Num­mer fünf und sechs in den Pflicht­spie­len Num­mer sie­ben und acht un­ter In­te­rims­trai­ner An­dré

VON MAR­TIN BEILS das Mot­to der Ses­si­on ein­ge­stickt: Mer stel­le al­les op der Kopp. Das Köl­ner Pro­blem: Sport­lich läuft’s ge­ra­de nicht, das 0:1 im Po­kal bei Wer­der Bre­men war die drit­te Nie­der­la­ge in Fol­ge. Das je­cke Tri­kot könn­te als Vor­la­ge für Spott die­nen. Die Mann­schaft von Trai­ner Pe­ter Stö­ger wird das Tri­kot am 21. No­vem­ber im Spiel ge­gen den FSV Mainz 05, den an­de­ren Kar­ne­vals­ver­ein der Li­ga, tra­gen. Fortu­na Düsseldorf hat­te zu­letzt auch ein Pro­blem mit der Gar­de­ro­be. In Nürn­berg muss­te die Mann­schaft mit gel­ben Vor­jah­restrikots an­tre­ten. Denn die ro­ten, schwar­zen, dun­kel­grü­nen Edi­tio­nen die­ser Sai­son wa­ren den Nürn­ber­ger Tri­kots zu ähn­lich. Es wird al­so Zeit für et­was Neu­es: das Gru­sel­t­ri­kot zu Hal­lo­ween.

Bun­des­li­gist Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach be­klagt nach dem 2:0-Po­kal­er­folg auf Schal­ke den nächs­ten Aus­fall.

Schu­bert aus Eberls Sicht dann doch zu hoch aus. Denn Eberl sor­tier­te Hahn und Jantsch­ke ge­dank­lich so­fort in die Rei­he mit Mar­tin

Max Eberl Stranzl, Patrick Herr­mann und Ni­co Schulz ein, die al­le lang­fris­tig nicht zur Ver­fü­gung ste­hen.

Von Ge­nug­tu­ung ob der zwei Sie­ge ge­gen Schal­ke bin­nen vier Ta­gen woll­te Eberl an­ge­sichts der Ver­let­zun­gen aber dann doch nichts wis­sen. „Es ist kei­ne Ge­nug­tu­ung, son­dern es sind zwei Er­fol­ge, die wir uns er­ar­bei­tet ha­ben. Punkt“, sag­te er. Es wa­ren in je­dem Fall zwei wei­te­re Er­fol­ge, die nun so schnell wie von nie­man­dem er­wart­bar Bo­rus­si­as ka­ta­stro­pha­len Sai­son­start mit fünf Nie­der­la­gen in der Li­ga wie ei­nen bö­sen Traum er­schei­nen las­sen. Und da Schu­berts Team nun of­fen­bar ja auch noch Spie­le wie am Mitt­woch ge­winnt, in de­nen es ei­ne Halb­zeit lang vom Geg­ner an die Wand ge­spielt wird und mit 0:2 oder 0:3 zu­rück­lie­gen müss­te, dürf­te die Bo­rus­sen-Brust wei­ter wach­sen. „Der Geg­ner liegt 2:0 vor­ne und weiß nicht mal, war­um. Aber das ist so, wenn man ei­nen Lauf hat“,be­merk­te der zer­knirsch­te Schal­ker Trai­ner An­dré Brei­ten­rei­ter.

Die­ser Lauf sieht die Bo­rus­sen al­so wei­ter im DFB-Po­kal da­bei und in der Li­ga in Schlagdis­tanz zu den Eu­ro­pa­po­kal­plät­zen. Es ist ein Lauf, der fast schon die Ge­fahr birgt, ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit zu ver­mu­ten, die den Auf­wand über­tüncht, den die Glad­ba­cher da­für be­trei­ben. So war es Eberl dann auch wich­tig, zu be­to­nen, „wir soll­ten nicht ver­ges­sen, dass Schal­ke 04 im­mer noch ei­ne Top-Mann­schaft ist.“

Ei­ne Top-Mann­schaft, die nach gu­tem Sai­son­start in­des zu­letzt merk­lich ins Stol­pern ge­ra­ten ist. Nur ein Sieg aus den ver­gan­ge­nen fünf Pflicht­spie­len, nun das Po­kalAus, da­zu die all­zeit wa­bern­de Dis­kus­si­on um die Zu­kunft von Ma­na­ger Horst Heldt und ein ge­gen Glad­bach er­neut zur Schau ge­stell­ter Fan-Un­mut ge­gen den Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den Cle­mens Tön­nies – für Un­ru­he sorgt Schal­ke der­zeit wie­der ganz al­lein.

„Es sind zwei Er­fol­ge, die wir uns er­ar­bei­tet ha­ben. Punkt.“

Glad­ba­cher Sport­di­rek­tor

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