Kra­mer setzt auf sie­ben Neue

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON BERND JOLITZ

Beim Spiel Fortu­na – Fürth geht es auch um den Trai­ner. Er krem­pelt das Team völ­lig um.

DÜSSELDORF Wor­te gab es ge­nug in den ver­gan­ge­nen Ta­gen. Von Frank Kra­mer oh­ne­hin, denn Fortu­na Düs­sel­dorfs Chef­trai­ner muss­te ja in der kur­zen Zeit nach der atem­be­rau­bend schlech­ten Vor­stel­lung beim 1:5 in Nürn­berg ir­gend­wie ver­su­chen, die Pro­fis des Fuß­bal­lZweit­li­gis­ten wie­der aufs rich­ti­ge Gleis zu stel­len. Aber auch Ra­chid Az­zou­zi re­de­te der Mann­schaft, die sich wehr- und lei­den­schafts­los in das Po­kal-Aus er­ge­ben hat­te, aus­führ­lich ins Ge­wis­sen.

„Es gibt Mo­men­te, in de­nen die An­spra­che ei­nes Sport­di­rek­tors von Nut­zen sein kann“, be­rich­tet Az­zou­zi. „Nach dem Spiel ha­be ich im Ho­tel, in Ab­spra­che mit dem Trai­ner­team, das Wort er­grif­fen. Da­bei ha­be ich klar ge­macht, was wir für die Zu­kunft er­war­ten – und in Sa­chen Deut­lich­keit nichts zu wün­schen üb­rig ge­las­sen.“Die Si­tua­ti­on lässt den Ver­ant­wort­li­chen kei­ne Al­ter­na­ti­ven. Vor dem heu­ti­gen Gast­spiel (18.30 Uhr) der SpVgg Greu­ther Fürth ist Fortu­na Dritt­letz­ter, hat in zwölf Li­ga­spie­len nur neun Punk­te ge­holt und im Po­kal ei­ne der schlimms­ten Dar­bie­tun­gen der jün­ge­ren Ver­eins­ge­schich­te ge­zeigt.

We­nigs­tens die Ein­sicht ist da. „Wir müs­sen end­lich auf­wa­chen und se­hen, was die St­un­de ge­schla­gen hat“, sagt Ab­wehr­spie­ler Ju­li­an Schauerte. „Wir ste­cken tief im Ab­stiegs­kampf, ha­ben in Nürn­berg kei­nen Kampf und kei­ne Lei­den­schaft ge­zeigt. War­um das so war, kann kei­ner von uns er­klä­ren. Wich­tig ist jetzt oh­ne­hin nur, dass wir ge­gen Fürth völ­lig an­ders auf­tre­ten.“

Az­zou­zi ist über­zeugt da­von, dass der Mann­schaft das ge­lingt, Kra­mer eben­so. „Die Spie­ler ha­ben ein­ge­se­hen, dass es über­haupt nicht geht, was sie da ab­ge­lie­fert ha­ben“, sagt der Trai­ner. „Die har­te Kri­tik hat sie ge­trof­fen, aber sie neh­men sie auch an.“Letzt­lich weiß er je­doch, dass die schwer ent­täusch­ten Fans kei­ne Wor­te mehr hö­ren wol­len: Ent­schul­di­gen kann sich die Mann­schaft nur durch Ta­ten, und des­halb setzt Kra­mer ganz auf die Kar­te Emo­ti­on. „An der Tak­tik ar­bei­ten wir über Mo­na­te“, er­klärt der 43Jäh­ri­ge, „bin­nen zwei Ta­gen geht es nur über Emo­tio­na­li­tät. Die Spie­ler müs­sen die Chan­ce se­hen, ei­ni­ges wie­der ge­ra­de­zu­rü­cken.“

Die Rück­kehr Axel Bel­ling­hau­sens nach vier­wö­chi­ger Ver­let­zungs­pau­se kommt da ge­ra­de recht. „Axel steht für Lei­den­schaft, und er kennt sich aus mit solch kri­ti­schen Si­tua­tio­nen“, ver­si­chert Kra­mer. Des­halb scheint si­cher, dass das Düs­sel­dor­fer Ur­ge­stein eben­so wie Micha­el Ren­sing, Ka­rim Hag­gui, Ju­li­an Koch, Ser­can Sara­rer, Di­dier Ya Konan und Ma­this Bol­ly, die in Nürn­berg aus un­ter­schied­li­chen Grün­den nicht von Be­ginn an auf­lie­fen, sein Come­back in der Start­elf fei­ert.

Dass heu­te auch sei­ne per­sön­li­che Zu­kunft auf dem Spiel steht, schiebt Kra­mer weit von sich. „Es geht für mich nur um das, was ich mit der Mann­schaft er­ar­bei­ten kann“, be­tont er. „Mit an­de­ren Sze­na­ri­en be­fas­se ich mich kei­ne Se­kun­de.“Der Coach kann zu­min­dest dar­auf zäh­len, dass die Klub­füh­rung ihn am liebs­ten be­hal­ten wür­de, da ei­ne Ent­las­sung Kra­mers mehr wä­re als nur die Tren­nung von ei­nem Trai­ner: Es wä­re das Schei­tern ei­ner Ge­samt­kon­zep­ti­on, Fortu­na müss­te ganz von vorn an­fan­gen. Ver­hin­dern kann das nur die Mann­schaft: durch Ta­ten auf dem Platz. Fortu­na: Ren­sing – Schauerte, Bod­zek, Hag­gui, Bel­ling­hau­sen – Koch, Fink – Bol­ly, De­mir­bay, Sara­rer – Ya Konan. Live-Ti­cker heu­te ab 18.30 Uhr bei www.rp-on­li­ne.de/fortu­na

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