In Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen und schwan­ken­der Ak­ti­en­kur­se las­sen sich vie­le An­le­ger ver­un­si­chern. Doch Ex­per­ten ra­ten zu mehr Mut. Mit ei­nem gu­ten An­la­ge­mix über­steht das Ver­mö­gen auch Kri­sen. Jetzt müs­sen sich die An­le­ger nur noch gut in­for­mie­ren.

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Wie soll man heu­te spa­ren? Das gu­te, al­te Spar­buch oder das Ta­ges­geld­kon­to brin­gen fast kei­ne Zin­sen mehr, aber un­ge­ach­tet al­ler Sta­tis­ti­ken zur In­fla­ti­ons­ra­te wird vie­les teu­rer – Bus, Bahn, Mie­ten. Über meh­re­re Jah­re schrumpft da­mit das Ver­mö­gen im Ver­gleich zur Preis­ent­wick­lung.

Man kann hö­he­re Ren­di­ten mit sei­nem Ge­spar­ten er­zie­len, sa­gen Ex­per­ten. Doch da­zu muss man heu­te ge­wis­se Ri­si­ken ein­ge­hen, sich zum Bei­spiel auf den Ak­ti­en­markt wa­gen. Oder die vie­len An­la­ge­mög­lich­kei­ten nut­zen, die gu­te Spe­zia­lis­ten emp­feh­len kön­nen.

Pro­blem: Die Men­schen ken­nen sich in Fi­nanz­din­gen nicht aus. Fast je­der vier­te Deut­sche (22 Pro­zent) fühlt sich beim The­ma Fi­nan­zen nur ge­ring oder gar nicht in­for­miert wie der „Spa­rer-Kom­pass 2015“in­for­miert. Laut der re­prä­sen­ta­ti­ven For­sa-Stu­die im Auf­trag der Bank of Scot­land kennt so­gar nur die Hälf­te der Deut­schen (48 Pro­zent), die ei­ne Geld­an­la­ge be­sitzt, die Hö­he ih­res an­ge­leg­ten Ver­mö­gens. Da­zu kom­men ver­un­si- chern­de Nach­rich­ten. Die Ak­ti­en schwank­ten zu­letzt stark. Im­mo­bi­li­en er­schei­nen vie­len schon zu teu­er. Die Ver­su­chung liegt da na­he, gar nichts zu tun oder ein­fach sei­ner an­ge­stamm­ten Bank zu ver­trau­en. Unabhängige Ver­mö­gens­ver­wal­ter, die im­mer wie­der Ein­blick in De­pots von In­ter­es­sen­ten oder Neu­kun­den be­kom­men, schla­gen manch­mal die Hän­de über dem Kopf zu­sam­men, was sie da zu se­hen be­kom­men: nur Haus­pro­duk­te, oft un­ren­ta­bel und vol­ler ver­steck­ter Kos­ten.

Die Al­ter­na­ti­ve ist eben ei­ne unabhängige Be­ra­tung. Hier er­fährt der Kun­de von Be­ginn an, was die Be­ra­tung und die Ver­wal­tung des Ver­mö­gens kos­tet. Und auch, dass die­se Kos­ten oft un­ter den in vie­len Pro­duk­ten ver­steck­ten Pro­vi­sio­nen und Ge­büh­ren lie­gen. Nach­fra­gen kann sich al­so loh­nen. Über sol­che The­men tausch­ten sich Fi­nanz­spe­zia­lis­ten beim RP-Fi­nanz­fo­rum „Unabhängige Ver­mö­gens­ver­wal­ter“eben­so aus wie über Bran­chen­trends, neue Ent­wick­lun­gen für An­le­ger und Fra­gen der An­la­ge­stra­te­gie.

Die Ex­per­ten emp­feh­len in der Re­gel ei­ne Streu­ung der Gel­der und da­mit der Ri­si­ken. „In ein gut auf­ge­stell­tes De­pot ge­hö­ren vie­le An­la­ge­klas­sen, auch zum Bei­spiel An­lei­hen oder Im­mo­bi­li­en.

Die rich­ti­ge Mi­schung macht den Er­folg“, be­tont Dr. Hart­wig We­ber­sin­ke, Pro­fes­sor für Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen an der Hoch­schu­le Aschaf­fen­burg. Und so­gar Bar­geld: „Da­mit ist man von sol­chen Ent­wick­lun­gen, wie wir sie in Grie­chen­land sa­hen, nicht be­trof­fen“, sagt Micha­el Pin­ta­rel­li von der gleich­na­mi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­tung.

An­le­ger und Fi­nanz­pro­fis müs­sen sich der­zeit noch mit ganz an­de­ren Fra­gen pla­gen: Die Re­gu­lie­rung der Fi­nanz­märk­te, die ei­gent­lich die An­le­ger schüt­zen soll, hat zu ei­nem Wust an Bü­ro­kra­tie und ho­hen Kos­ten für die Ver­wal­ter ge­führt. Kon­se­quenz: Vie­le von ih­nen bie­ten kei­ne Be­ra­tung mehr an, bei de­nen der Kun­de an­schlie­ßend selbst die An­la­ge­ent­schei­dung trifft, son­dern nur noch die Ver­wal­tung. Hier­bei legt der Ver­mö­gens­ver­wal­ter mit sei­nem Man­dan­ten nach ein­ge­hen­der Be­ra­tung die An­la­ge­stra­te­gie fest und trifft die Ein­zel­ent­schei­dung über den Kauf oder Ver­kauf spe­zi­el­ler Wer­te.

Das hat ja durch­aus vie­le Vor­tei­le für An­le­ger, aber ei­ni­ge von ih­nen, ins­be­son­de­re die sehr er­fah­re­nen, schät­zen es, selbst zu kau­fen und zu ver­kau­fen und sich den Be­ra­ter nur als Spar­ring­part­ner da­zu­zu­ho­len.

Sol­che An­le­ger fin­den nun we­ni­ger An­ge­bo­te. Vor al­lem das um­ständ­li­che Be­ra­tungs- pro­to­koll nervt bei­de Sei­ten. „Mit den Be­ra­tungs­pro­to­kol­len wird den Kun­den et­was völ­lig Fal­sches sug­ge­riert. Es bringt eher den Be­ra­tern mehr Rechts­si­cher­heit als dem rat­su­chen­den Kun­den“, sagt Wal­ter Som­mer von Gross­bötzl, Schmitz & Part­ner.

Hier we­nigs­tens hat die Po­li­tik of­fen­bar da­zu­ge­lernt. Wie es heißt, soll das Pro­to­koll durch ei­ne „Ge­eig­net­heits­er­klä­rung“er­setzt wer­den, ei­ne ver­ein­fach­te Ver­si­on qua­si. Ein ent­spre­chen­der Re­fe­ren­ten­ent­wurf des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums wird ge­ra­de dis­ku­tiert. Ob die Neu­re­ge­lung tat­säch­lich die Sa­che ein­fa­cher macht, muss sich zei­gen.

Ei­nes bleibt in­des: Wer sich gut in­for­miert, fin­det auch bes­ser durch den Fi­nanz­Dschun­gel. Auf den fol­gen­den 15 Sei­ten fin­den Sie vie­le In­for­ma­tio­nen und Markt­ein­schät­zun­gen von aus­ge­wie­se­nen Pro­fis. Zu­dem ha­ben Sie die Mög­lich­keit, Ihr De­pot von An­la­ge­s­pe­zia­lis­ten ein­mal auf Herz und Nie­ren, auf Nach­hal­tig­keit und Kri­sen­fes­tig­keit che­cken zu las­sen.

Die An­la­ge­s­pe­zia­lis­ten emp­feh­len in der Re­gel ei­ne Streu­ung

der Gel­der und da­mit der Ri­si­ken

FOTO: ALOIS MÜLLER

An­la­ge­s­pe­zia­lis­ten dis­ku­tier­ten beim RP-Fi­nanz­fo­rum „Unabhängige Ver­mö­gens­ver­wal­ter“über The­men, die die An­le­ger be­we­gen, zum Bei­spiel über die Fol­gen der nied­ri­gen Zin­sen oder der Re­gu­lie­rung.

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