Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men be­rät Fa­mi­li­en

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE - VON AN­JA KÜH­NER

Was als Va­ter-und-Toch­ter-Un­ter­neh­men be­gann, hat sich in den sechs Jah­ren sei­nes Be­ste­hens zu den Top 20 Pro­zent der deut­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ter ent­wi­ckelt. Die Eichler & Meh­lert Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen Gm­bH aus Düsseldorf be­treut in­zwi­schen Fa­mi­li­en­ver­bün­de, Stif­tun­gen und Ver­bän­de so­wie ei­nen ei­ge­nen In­vest­ment­fonds.

Die Ge­schich­te des Un­ter­neh­mens be­gann ganz ein­fach. So­wohl Va­ter, als auch Toch­ter wa­ren seit vie­len Jah­ren im Fi­nanz­be­reich tä­tig und sa­hen ih­re be­ruf­li­che Zu­kunft in ei­ner un­ab­hän­gi­gen Be­ra­tung ih­rer lang­jäh­ri­gen Kun­den ab­seits in­sti­tu­tio­nel­ler In­ter­es­sen. Die be­ruf­li­che Ex­per­ti­se der bei­den er­gänz­te sich gut – und so ho­ben sie im Jahr 2009 die Eichler & Meh­lert Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen Gm­bH aus der Tau­fe.

Va­ter Jan-Pe­ter Meh­lert brach­te sei­ne Kennt­nis­se aus lei­ten­den Funk­tio­nen bei gro­ßen Ver­si­che­rern ins Un­ter­neh­men ein. Toch­ter Kath­rin Eichler ist eben­falls im Fi­nanz­busi­ness zu Hau­se, hat nach Bank­aus­bil­dung und Be­triebs­wirt­schafts­stu­di­um bei den Pri­vat­ban­ken M.M. War­burg & Co., Bank­haus Lam­pe und ei­nem un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter ihr Hand­werks­zeug ge­lernt. Sie war dort auch in Füh­rungs­po­si­tio­nen tä­tig und sam­mel­te vor al­lem viel Er­fah­rung im Um­gang mit ver­mö­gen­den Kun­den. Doch sie hat sich als Frau in der männ­lich do­mi­nier­ten Welt der Un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter durch­ge­setzt.

„Wir sind ein Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men – da­her kön­nen wir auf Au­gen­hö­he be­ra­ten, denn et­wa 80 Pro­zent un­se­rer Kun- den sind eben­falls Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer“, be­schreibt Eichler. Im­mer­hin knapp die Hälf­te der Kun­den sind ope­ra­tiv tä­ti­ge Un­ter­neh­mer. Doch be­treut sie im­mer mehr kom­plet­te Fa­mi­li­en­ver­bän­de, von den Grün­dern über die Er­ben­ge­ne­ra­ti­on bis zu den En­kel­kin­dern. Vor die­sem Hin­ter­grund in­ten­si­vier­te sich auch die Zu­sam­men­ar­beit mit nam­haf­ten Fa­mi­ly Of­fices.

Bei ih­ren Kun­den er­lebt Eichler mit, wie un­ter­schied­lich der Über­gang in die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on sein kann. „Auch un­ser ei­ge­nes Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men be­fin­det sich der­zeit im ge­leb­ten Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel“, sagt sie. Selbst mit 78 Jah­ren be­treut ihr Va­ter sei­ne an­ge­stamm­ten Kun­den wei­ter­hin per­sön­lich. „Doch aus der Ak­qui­se hat er sich in­zwi- schen zu­rück­ge­zo­gen und da­her ist der Be­reich Ver­si­che­run­gen nun auch kein stra­te­gi­sches Ge­schäfts­feld mehr.“

Statt des­sen ste­hen die Si­gna­le auf Wachs­tum in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung. „Von der Grün­der­ge­ne­ra­ti­on der Ver­mö­gens­ver­wal­ter wer­den in den kom­men­den Jah­ren ei­ni­ge Nach­fol­ger su­chen“, weiß die Bran­chen­ken­ne­rin. Und so will Eichler bei der Kon­so­li­die­rung des Mark­tes für Ein­zelVer­mö­gens­ver­wal­ter wei­ter­hin mit­mi­schen. Vor zwei Jah­ren über­nah­men sie be­reits die alt­ein­ge­ses­se­ne Düs­sel­dor­fer Vin­ke Ver­mö­gens­ver­wal­tung Gm­bH. „Als klei­nes Un­ter­neh­men ha­ben wir ein deut­lich grö­ße­res über­nom­men – aber da die Ge­schäfts­mo­del­le und Phi­lo­so­phi­en der Häu­ser per­fekt zu­sam­men­pass­ten, hat es gut ge­klappt.“So­gar deut­lich bes­ser als ge­dacht, denn ins­ge­samt sind mehr als 96 Pro­zent der Vin­ke-Kun­den zu Eichler ge­wech­selt. Über­zeugt ha­ben sie die klas­si­schen Tu­gen­den kon­ser­va­ti­ver Ver­mö­gens­ver­wal­ter: Ka­pi­tal­wachs­tum ja, aber auf je­den Fall muss das Ka­pi­tal er­hal­ten blei­ben. Au­ßer­dem bie­tet das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men wei­te­re kla­re Vor­tei­le, die die Kun­den schät­zen: Kur­ze Ent­schei­dungs­we­ge und at­trak­ti­ve Kos­ten­struk­tu­ren.

Nicht nur ver­mö­gen­de Pri­vat­leu­te set­zen auf ih­re Fi­nanz­ex­per­ti­se. Auch im­mer mehr Ver­bän­de und Stif­tun­gen zäh­len zum Kun­den­kreis.

In­zwi­schen ma­nagt die Ge­sell­schaft auch ei­nen In­vest­ment­fonds. Der Misch­fonds kam An­fang 2015 im Rah­men der Über­nah­me der Vin­ke Ver­mö­gens­ver­wal­tung ins Un­ter­neh­men. Kath­rin Eichler freut sich. „Es ist ein idea­les Ve­hi­kel für die Kin­der und En­kel­kin­der un­se­rer Kun­den, de­ren ei­gen­stän­di­ge De­pot­grö­ße für ei­ne klas­si­sche Ver­mö­gens­ver­wal­tung noch nicht aus­reicht. Hier bil­den wir auf Fonds­ba­sis un­se­re Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­stra­te­gie ab.“

In stra­te­gi­schen Fra­gen wird Eichler von ih­rem In­vest­ment­bei­rat un­ter­stützt. Des­sen Mit­glie­der sind mit Er­win Nie­haus, Uwe Bals­hü­se­mann und Pe­ter Soli­man aus­ge­wie­se­ne Wirt­schafts­ex­per­ten und er­folg­rei­che Un­ter­neh­mer. Die in­ten­si­ven Dis­kus­sio­nen „be­fruch­ten und öff­nen den Ho­ri­zont“, be­dankt sich Eichler bei den drei Bei­rats­mit­glie­dern. „Auf brei­te­rer Wis­sens­ba­sis fu­ßen­de Ent­schei­dun­gen sind im­mer bes­ser.“Eichler & Meh­lert wächst nicht nur im Hin­blick auf das von ih­nen ver­wal­te­te Kun­den­ver­mö­gen – die As­sets un­der Ma­nage­ment lie­gen mitt­ler­wei­le im drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich. Um dies zu schaf­fen, wer­den auch Mit­ar­bei­ter ge­sucht. „Ein Port­fo­lio­Ma­na­ger soll mich dem­nächst un­ter­stüt­zen“, sagt Eichler.

Die Grün­der­ge­ne­ra­ti­on wird in den kom­men­den

Jah­ren ei­ni­ge Nach­fol­ger su­chen „Auf brei­te­rer Wis­sens­ba­sis

fu­ßen­de Ent­schei­dun­gen sind im­mer bes­ser“

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