Vie­le ken­nen Hö­he ih­res Ver­mö­gens nicht

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE -

Über­ra­schen­de Er­geb­nis­se über das Fi­nanz­wis­sen der Deut­schen för­dert ei­ne ak­tu­el­le Um­fra­ge zu­ta­ge: We­ni­ger ver­blüfft, dass sich vie­le Men­schen schlecht in­for­miert füh­len. Eher schon, dass sie nicht mal wis­sen, wie viel sie über­haupt auf der ho­hen Kan­te ha­ben.

(rps) Man sagt den Deut­schen nach, dass sie sich vor ei­nem Au­to­kauf ta­ge­lang im In­ter­net er­kun­di­gen und an­schlie­ßend Ex­per­ten­sta­tus er­rei­chen, dass sie zu­gleich mit all­zu gro­ßem Re­spekt vor der Ma­te­rie Fi­nanz­the­men mei­den – ob­wohl es bei der Geld­an­la­ge oft um weit hö­he­re Be­trä­ge geht als beim Kauf ei­nes neu­en Wa­gens. Ei­ne ak­tu­el­le Stu­die scheint dies zu be­stä­ti­gen. Die Bank of Scot­land hat das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut For­sa mit ei­ner Um­fra­ge zum Fi­nanz­wis­sen be­auf­tragt und aus den Er­geb­nis­sen den „Spa­rer­kom­pass 2015“er­stellt.

Ver­blüf­fen­des Er­geb­nis: Fast je­der vier­te Deut­sche (22 Pro­zent) fühlt sich beim The­ma Fi­nan­zen nur ge­ring oder gar nicht in­for­miert. Was fast noch mehr über­rascht: Die Men­schen wis­sen nicht ein­mal, was sie ha­ben. Nur die Hälf­te der Deut­schen (48 Pro­zent), die ei­ne Geld­an­la­ge be­sit­zen, ken­nen die Hö­he ih­res an­ge­leg­ten Ver­mö­gens. Mehr als ein Drit­tel (35 Pro­zent) weiß den Be­trag in et­wa, 14 Pro­zent müss­te erst nach­schau­en.

Nur ein Drit­tel der Stu­di­en­teil­neh­mer (34 Pro­zent) gibt an, über ei­nen gu­ten oder sehr gu­ten In­for­ma­ti­ons­stand beim The­ma Geld­an­la­ge zu ver­fü­gen. Die Stu­die hat noch wei­ter dif­fe­ren­ziert und sich ver­schie­de­ne Grup­pen der Be­frag­ten ge­nau­er an­ge­schaut. Frau­en füh­len sich dem­nach ins­ge­samt we­sent­lich un­si­che­rer als Män­ner: 27 Pro­zent schät­zen ih­ren Wis­sens­stand nied­rig ein, un­ter den Män­nern sind es 18 Pro­zent.

Zu den bes­ser In­for­mier­ten zäh­len auch bei der ei­ge­nen Geld­an­la­ge die Rent­ner: Sie­ben von zehn (67 Pro­zent) ken­nen ihr An­la­ge­ver­mö­gen ganz ge­nau, weil sie es re­gel­mä­ßig kon­trol­lie­ren. Ganz im Ge­gen­satz zum Kreis der Selbst­stän­di­gen: Ob­wohl sich 51 Pro­zent von ih­nen gut mit dem The­ma Fi­nan­zen aus­zu­ken­nen glau­ben, sind tat­säch­lich 22 Pro­zent über die Hö­he ih­res ei­ge­nen An­la­ge­ver­mö­gens nicht im Bil­de. Der An­teil je­ner, die den Stand ih­rer Geld­an­la­ge erst nach­schau­en müss­te, ist in die­ser Grup­pe da­mit ver­gleichs­wei­se hoch.

Wei­te­re Er­geb­nis­se: Kin­der­lo­se Haus­hal­te – ins­be­son­de­re Zwei­per­so­nen­haus­hal­te – wis­sen be­son­ders gut , wie viel sie auf der ho­hen Kan­te ha­ben. So ge­ben un­ter den Be­frag­ten, die mit nur ei­ner wei­te­ren Per­son ge­mein­sam woh­nen, im­mer­hin 60 Pro­zent an, die Hö­he ih­res an­ge­leg­ten Ver­mö­gens ganz ge­nau zu ken­nen.

For­sa hat­te die be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge zum In­for­ma­ti­ons­ver­hal­ten der Deut­schen bei Fi­nanz­the­men im Auf­trag der Bank of Scot­land im Zei­t­raum 17. bis 28. No­vem­ber 2014 durch­ge­führt. Be­fragt wur­den ins­ge­samt 1686 Per­so­nen im Al­ter zwi­schen 18 und 69 Jah­ren.

FOTO: THINKSTOCK/CYNDI_EASTERLY

Rat­los füh­len sich vie­le Deut­sche, wenn sie sich mit dem The­ma Fi­nan­zen be­fas­sen sol­len.

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