Bei Sach­wer­ten ist auch Ku­rio­ses ge­fragt

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE -

Was ha­ben ein Koi, ei­ne Hand­ta­sche und ein Old­ti­mer ge­mein­sam? Sie zäh­len zu Sach­wer­ten, die bei An­le­gern im­mer be­lieb­ter wer­den. In Zei­ten von Nied­rig­zin­sen se­hen sich An­le­ger nach Al­ter­na­ti­ven um, die zum Teil über­aus ku­ri­os sind.

(rps) Of­fen­bar kann an­ge­sichts nied­ri­ger Zin­sen und feh­len­der Al­ter­na­ti­ven auch Ku­rio­ses zum An­la­ge­ob­jekt wer­den. Das Bank­kon­to dient le­dig­lich noch als si­che­rer Auf­be­wah­rungs­ort für das Ka­pi­tal. Ob der An­le­ger sein Geld un­ter dem Kopf­kis­sen ver­steckt oder auf die Bank bringt – die Aus­wir­kun­gen sind die­sel­ben: Der Wunsch des An­le­gers, sein Geld mit der Zeit zu ver­meh­ren, er­füllt sich nicht. Auch ein Blick auf die Bör­se ver­un­si­chert vie­le Men­schen. Kein Wun­der al­so, dass die An­le­ger sich nach loh­nens­wer­ten Al­ter­na­ti­ven Aus­schau hal­ten.

Bei den Sach­wer­te-In­vest­ments sind heut­zu­ta­ge der Krea­ti­vi­tät des An­le­gers kei­ne Gren­zen ge­setzt. Wie wä­re es zum Bei­spiel mit ei­ner le­ben­den Geld­an­la­ge? Kein Witz, bei vie­len schwimmt das Ka­pi­tal wort­wört­lich im Gar­ten­teich: Kois er­freu­en sich bei Ka­pi­tal­an­le­gern im­mer grö­ße­rer Be­liebt­heit, denn für ei­nen aus­ge­wach­se­nen Koi-Kar­p­fen zah­len Lieb­ha­ber auch schon mal fünf- bis sechs­stel­li­ge Sum­men.

Der nächs­te Sach­wert stößt zwar kei­ne Luft­bla­sen aus, lässt sich da­für aber wun­der­bar um den Arm tra­gen: Die Re­de ist von Hand­ta­schen. Ein paar Tau­send Eu­ro müs­sen Käu­fer aber al­le­mal aus­ge­ben, um ein wert­vol­les Ex­em­plar zu er­gat­tern. Hier gilt: Je ex­klu­si­ver die Mar­ke, je be­grenz­ter die Stück­zahl, des­to hö­he­re Prei­se wer­den für die Ta­schen auf­ge­ru­fen. Glei­ches gilt für Lu­xus­uh­ren wie auch für Young- und Old­ti­mer. Hier kommt es vor al­lem auf den Zu­stand und die Er­satz­teil­ver­sor­gung an. Wer bei­spiels­wei­se heu­te noch ei­nen güns­ti­gen Mer­ce­des 124 oder VW Golf 2 an der Stra­ßen­ecke sieht, der möch­te oft ger­ne so­fort zu­schla­gen, dar­auf spe­ku­lie­rend: Güns­ti­ger wer­den die Mo­del­le nicht. Zu­dem ste­hen sie kurz vor dem Über­gang ins Ol­die-Da­sein, was sie in ein paar Jah­ren zu be­gehr­ten Klas­si­kern ma­chen wird.

In­ves­to­ren schät­zen ei­nen gro­ßen Vor­teil von Sach­wer­ten: Das in­ves­tier­te Ka­pi­tal be­steht nicht aus abs­trak­ten Zah­len, son­dern ist in ei­nem Ge­gen­stand ma­te­ria­li­siert, der auf den ers­ten Blick auch im All­tag Ver­wen­dung fin­det. Doch was ge­nau nüt­zen Lu­xus­ge­gen­stän­de wie Uh­ren oder Hand­ta­schen im ech­ten Kri­sen­fall wirk­lich? Nicht viel, ist doch ihr prak­ti­scher Nutz­wert eher be­schränkt.

Wer es rea­lis­ti­scher mag, schaut sich der­zeit ger­ne auf dem Im­mo­bi­li­en­markt um. Se­bas­ti­an Recci­us, ei­ner der bei­den Grün­der des Por­tals markt­platz-pfle­ge­im­mo­bi­lie.de, emp­fiehlt ei­nen Blick auf Pfle­ge­im­mo­bi­li­en. „Denn sie be­sit­zen al­le Ei­gen­schaf­ten ei­ner idea­len Geld­an­la­ge“, ist er über­zeugt und ver­weist auf den de­mo­gra­fi­schen Wan­del. Er wer­de da­zu füh­ren, dass die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on in Zu­kunft bar­rie­re­frei­en Wohn­raum ver­stärkt nach­fra­gen wird. Zu­dem schaf­fe die­ser Sach­wert noch ei­nen so­zia­len Mehr­wert.

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Lu­xus­ar­ti­kel strah­len Ex­klu­si­vi­tät aus. Häu­fig wer­den sie aber auch als Sach­wer­te von In­ves­to­ren ge­schätzt.

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Koi-Kar­p­fen sind bei An­le­gern be­gehrt.

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