Im­mer mehr Rei­che in Chi­na

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE -

Das pri­va­te Geld­ver­mö­gen wächst laut ei­ner Stu­die der Al­li­anz. Vor al­lem Asi­en legt zu. In Deutsch­land ent­wi­ckelt sich das Ver­mö­gen hin­ge­gen eher ver­hal­ten.

(rps) Wo le­ben die reichs­ten Men­schen der Welt? Wie ver­teilt sich das Ver­mö­gen? Span­nen­de Fra­gen, de­nen der Al­li­anz-Kon­zern in sei­nem Welt­be­richt über den glo­ba­len Wohl­stand nach­geht. Der im Sep­tem­ber vor­ge­leg­te Glo­bal We­alth Re­port 2015 stellt für das vor­an­ge­gan­ge­ne Jahr drei in­ter­es­san­te Ent­wick­lun­gen fest: Das glo­ba­le Net­to-Geld­ver­mö­gen der pri­va­ten Haus­hal­te über­stieg 100 Bil­lio­nen Eu­ro. In Chi­na wach­sen die Pri­vat­ver­mö­gen be­son­ders stark. Und: Die un­glei­che Ver­tei­lung nimmt ins­be­son­de­re in den USA zu. Der Re­port ana­ly­siert die Ver­mö­gens- und Schul­den­la­ge der pri­va­ten Haus­hal­te in über 50 Län­dern.

Die Er­geb­nis­se im De­tail: 2014 er­ziel­te das glo­ba­le Brut­to-Geld­ver­mö­gen der pri­va­ten Haus­hal­te ei­ne Zu­wachs­ra­te von 7,1 Pro­zent; „das ro­bus­te Wachs­tum der Vor­jah­re setz­te sich da­mit mit nur leich­ten Ab­stri­chen fort“, tei­len die Initia­to­ren mit. Rund um den Glo­bus sum­mier­te sich der Brut­to-Ver­mö­gens­be­stand auf ein neu­es Re­kord­ni­veau von 136 Bil­lio­nen Eu­ro. Da­mit über­trifft – so die Initia­to­ren – das Ver­mö­gen der pri­va­ten Haus­hal­te den Wert al­ler welt­weit an ei­ner Bör­se ge­lis­te­ten Un­ter­neh­men so­wie sämt­li­cher Staats­schul­den. Lang­sa­mer als die Ver­mö­gen klet­ter­ten 2014 die Ver­bind­lich­kei­ten der pri­va­ten Haus­hal­te, näm­lich welt­weit um 4,3 Pro­zent auf ins­ge­samt 35 Bil­lio­nen Eu­ro. Da­mit er­reich­te in­des der glo­ba­le Schul­den­zu­wachs im ver­gan­ge­nen Jahr den höchs­ten Wert seit Aus­bruch der Kri­se. Aus der Dif­fe­renz von Brut­toGeld­ver­mö­gen und Ver­bind­lich­kei­ten er­rech­net sich das Net­to-Geld­ver­mö­gen, das En­de 2014 ein neu­es Re­kord­hoch von über 100 Bil­lio­nen Eu­ro welt­weit er­reich­te. Dies be­deu­tet ein Plus von 8,1 Pro­zent ge­gen­über dem Vor­jahr, heißt es.

Wie in den Vor­jah­ren war auch 2014 das re­gio­na­le Ver­mö­gens­wachs­tum sehr un­ter­schied­lich. Un­an­ge­foch­te­ner Wachs­tums­spit­zen­rei­ter blieb da­bei die Re­gi­on Asi­en (oh­ne Ja­pan), in der das Net­to-Geld­ver­mö­gen 2014 mit 18,2 Pro­zent zu­leg­te. An­ge­trie­ben wur­de die­ses Wachs­tum auch vom ra­san­ten (und teil­wei­se nicht nach­hal­ti­gen) An­stieg des Wert­pa­pier­ver­mö­gens, ins­be­son­de­re in Chi­na. Das ge­sam­te Brut­to-Geld­ver­mö­gen Chi­nas über­traf En­de 2014 erst­mals das­je­ni­ge Ja­pans. „Mitt­ler­wei­le re­kru­tie­ren sich et­wa zwei Drit­tel der glo­ba­len Ver­mö­gens­mit­tel­klas­se aus Asi­en – und 85 Pro­zent da­von stam­men aus Chi­na“, heißt es in der Ana­ly­se wei­ter.

In Deutsch­land wuchs das Brut­to-Geld­ver­mö­gen im ver­gan­ge­nen Jahr so­li­de, um 4,2 Pro­zent, da­mit aber wie­der­um lang­sa­mer als der eu­ro­päi­sche Durch­schnitt. „An­ge­sichts der im­mer noch höchs­ten Spar­quo­te in Eu­ro­pa ist die­se Ent­wick­lung eher ent­täu­schend, sie spie­gelt das un­ver­än­dert vor­sich­ti­ge, eher ri­si­ko-aver­se Spar­ver­hal­ten der deut­schen Haus­hal­te wi­der“, so die Initia­to­ren der Stu­die.

Die di­rek­ten Ein­kom­mens­ef­fek­te der Nied­rig­zins­po­li­tik der EZB sind von Land zu Land sehr un­ter­schied­lich. Die pri­va­ten Haus­hal­te im Eu­ro­raum pro­fi­tie­ren da­bei ins­ge­samt durch nied­ri­ge­re Zin­sen für Kre­di­te stär­ker, als sie auf der an­de­ren Sei­te durch die nied­ri­ge­re Ver­zin­sung von Bank­ein­la­gen ver­lie­ren.

Wei­te­res Er­geb­nis der Stu­die: In der Mehr­zahl der Län­der nahm in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Un­gleich­ver­tei­lung deut­lich zu. An ers­ter Stel­le ste­hen da­bei die USA. Die Ver­mö­gens­ver­tei­lung ha­be sich in Deutsch­land in der letz­ten De­ka­de je­doch kaum ver­än­dert. „Die Un­gleich­ver­tei­lung in Deutsch­land er­scheint auf den ers­ten Blick hoch, spie­gelt aber vor al­lem das nach wie vor herr­schen­de Ost-West-Ge­fäl­le wi­der“, so Hei­se.

FOTO: ISTOCK/SUECHAN

Sinn­bild für den Auf­stieg Chi­nas: Shang­hai.

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