Schon zum zwei­ten Mal tra­fen sich Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen in Düsseldorf zum RP-Fo­rum „Frau­en Hauck & Auf­häu­ser. Die Ex­per­tin­nen be­ob­ach­ten nicht nur die Märk­te in­ten­siv, son­dern in­ter­es­sie­ren

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE - VON AN­JA KÜH­NER

„Bei den üb­li­chen Tref­fen der Ver­mö­gens­ver­wal­ter-Bran­che bin ich meist al­lein un­ter Män­nern“, sagt An­ja Schlick. Da­mit dies sich än­dert, hat un­se­re Zei­tung zum zwei­ten Mal zu ei­nem Netz­werktref­fen der Frau­en ein­ge­la­den. Schlick, die seit zwei Jah­ren bei Hauck & Auf­häu­ser tä­tig ist und im Be­reich As­set Ser­vicing das kom­plet­te Wert­pa­pier­ge­schäft in Deutsch­land ver­ant­wor­tet, reis­te aus München an, die Pri­vat­bank stell­te ih­re Rä­um­lich­kei­ten an der St­ein­stra­ße Ecke Kö­nigs­al­lee zur Ver­fü­gung.

Sie­ben Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen ka­men zu­sam­men – und ge­mein­sam ste­hen sie für vie­le Jah­re nach­hal­ti­ge Ver­mö­gens­ent­wick­lung. Vera Gonçal­ves aus Jü­chen hat sich bei­spiels­wei­se nach 22 Jah­ren im Wert­pa­pier­ge­schäft be­reits im Jahr 2005 selbst­stän­dig ge­macht. Ih­re Gonçal­ves Ver­mö­gens­ma­nage­ment AG hat sich ganz der Di­enst­leis­tung ver­schrie­ben und bie­tet un­ter an­de­rem Ver­mö­gens­ver­wal­tung für Pri­vat­per­so­nen und ge­mein­nüt­zi­ge Stif­tun­gen an. Au­ßer­dem un­ter­stützt sie Ka­pi­tal­ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten bei der Li­zen­zie­rung so­wie in der lau­fen­den Re­gu­lie­rung.

Die Düs­sel­dor­fe­rin Kath­rin Eichler kann auf 23 Jah­re Er­fah­rung in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung zu­rück­bli­cken. Nach Bank­leh­re und Stu­di­um hat sie mit viel En­ga­ge­ment den Weg in die Selbst­stän­dig­keit ge­schafft. Heu­te ist sie Ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­te­rin der Eichler & Meh­lert Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen Gm­bH und be­rät pri­va­te und in­sti­tu­tio­nel­le Kun­den. Das Wachs­tum ih­res Un­ter­neh­mens geht kräf­tig wei­ter, denn 2013 hat es ei­nen Wett­be­wer­ber über­nom­men und da­mit ihr Ge­schäft kräf­tig aus­ge­wei­tet. Es soll nicht der letz­te Zu­kauf ge­we­sen sein: „Auch künf­tig möch­ten wir bei der Kon­so­li­die­rung der Bran­che ak­tiv mit­wir­ken“, sagt Eichler selbst­be­wusst.

Eben­falls auf Wachs­tums­pfad ist die In­fi­ni­gon Ca­pi­tal Gm­bH. Mit ei­ner erst­ran­gig be­si­cher­ten As­set­klas­se aus dem Be­reich der Al­ter­na­ti­ve In­vest­ments, ge­ne­rier­te das Un­ter­neh­men für ih­re in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­to­ren der ver­gan­ge­nen Jah­re ei­ne durch­schnitt­li­che Per­for­mance von mehr als elf Pro­zent. De­ren Grün­de­rin und Ge­schäfts­füh­re­rin Chris­tia­ne Wen­zel war über vie­le Jah­re hin­weg bei ver­schie­de­nen Ver­si­che­run­gen in lei­ten­der Po­si­ti­on als Port­fo­lio­ma­na­ge­rin tä­tig und zu­letzt als Di­rek­to­rin bei der Deut­schen As­set Ma­nage­ment In­vest­ment­ge­sell­schaft ver­ant­wort­lich für Auf­bau, Lei­tung und Per­for­mance der Pro­dukt­grup­pe Col­la­te­ra­li­zed Lo­an Ob­li­ga­ti­ons (CLOs). Auf die­se Pro­dukt­grup­pe hat sich das Un­ter­neh­men In­fi­ni­gon spe­zia­li­siert. Zu­sam­men mit Jür- gen Nott, Mit­grün­der und CEO mit Wohn­sitz in New York, konn­te sich das glo­bal auf­ge­stell­te Team im CLO Markt be­haup­ten. An­ge­sichts der vie­len in­ter­na­tio­na­len Mit­ar­bei­ter ist Di­ver­si­ty ein gro­ßes The­ma bei In­fi­ni­gon, nicht nur mit Blick auf die Na­tio­na­li­tät, son­dern auch in Be­zug auf das Ge­schlecht. Sie schätzt es, vie­le Frau­en im Team zu ha­ben, denn „Frau­en stel­len oft ihr Ego hin­ter der Sa­che zu­rück und sind da­mit pro­fes­sio­nel­ler“, ist Wen­zels Er­fah­rung.

Aus dem Groß­raum Frank­furt ist Clau­dia Mar­ga­re­te Ran­kers zum Netz­werktref­fen an­ge­reist. Sie hat­te sich 2003 nach Sta­tio­nen als Di­rek­to­rin im Pri­va­te Ban­king bei der UBS Deutsch­land und der Deut­schen Bank ge­mein­sam mit ih­rem Mann, eben­falls ein Ban­ker, das Ran­kers Fa­mi­ly Of­fice mit Sitz in Flörs­heim am Main ge­grün­det. In ih­rem Fa­mi­ly Of­fice küm­mern sich Ran­kers um die Ge­samt­ver­mö­gens­stra­te­gie, den Ver­mö­gens­schutz so­wie die Ver­mö­gens­nach­fol­ge. Im Un­ter­neh­mer-Of­fice geht es ne­ben der lau­fen­den be­triebs­wirt­schaft­li­chen Be­ra­tung um die Ent­wick­lung und Be­glei­tung von Wachs­tums- stra­te­gi­en so­wie die Un­ter­stüt­zung von Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mern, wenn die­se den Ver­kauf ih­res Un­ter­neh­mens vor­be­rei­ten, wenn es kei­nen fa­mi­li­en­in­ter­nen Nach­fol­ger gibt. Man­dan­ten sind Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer, Ärz­te und Spit­zen­sport­ler. Als Vor­sit­zen­de des Lan­des­frau­en­ra­tes Rhein­land­Pfalz ist es ihr ein per­sön­li­ches An­lie­gen, an­de­re Frau­en fi­nan­zi­ell ab­ge­si­chert zu wis­sen. „Oh­ne ei­ge­nes Ein­kom­men gibt es kein selbst­be­stimm­tes Le­ben“, ist Ran­kers’ Ma­xi­me.

Pe­tra Ah­rens stimmt ihr da­bei zu. Die Ge­sell­schaf­te­rin der Me­r­idio As­set Ma­nage­ment ist aus Köln an die Kö ge­kom­men und be­stä­tigt: „Tra­di­tio­nell set­zen sich Frau­en we­ni­ger mit dem The­ma Fi­nan­zen aus­ein­an­der als Män­ner.“Das än­de­re sich zwar all­mäh­lich, doch

Fi­nanz­märk­te aus dem Blick­win­kel der Frau be­trach­ten: Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen tausch­ten sich beim RP-Fo­rum über The­men des Mark­tes und der Bra ment), In­ge Schä­fer-Schmid­bau­er (Schä­fer Re­gens­bur­ger Ver­mö­gens­ma­nage­ment Gm­bH & Co. KG), Clau­dia Mar­ga­re­te Ran­kers (Ran­kers Fa­mi­ly Of­fice), KGaA), Chris­tia­ne Wen­zel (In­fi­ni­gon Gm­bH).

Das The­ma Nach­hal­tig­keit spiel­te bei den Dis­kus­sio­nen der Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen ei­ne gro­ße Rol­le.

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