Und Fi­nan­zen“in den Räu­men der Düs­sel­dor­fer Nie­der­las­sung der Pri­vat­bank n sich auch für die tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen in der Fi­nanz­bran­che.

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE -

noch im­mer „küm­mern sie sich ten­den­zi­ell sel­te­ner um das Ver­mö­gen und die ei­ge­ne Ab­si­che­rung – sei es aus man­geln­der Kennt­nis, Sorg­lo­sig­keit oder weil sie ih­rem Ehe­mann ver­trau­en“.

Al­le Ver­mö­gens­be­ra­te­rin­nen ken­nen al­ler­dings Fäl­le, in de­nen ei­ne Un­ter­neh­mer­frau, die jah­re­lang ak­tiv am Auf­bau der Fir­ma mit­ge­wirkt hat, oft ver­ant­wort­li­che Po­si­tio­nen in­ne­hat­te, trotz­dem aber auf Mi­ni­job­ni­veau be­zahlt wur­de, im Fal­le ei­ner Schei­dung mit­tel­los und auf Hartz IV-Ni­veau da­stand.

„Ob es um die Si­che­rung des Ver­mö­gens oder um die Ab­si­che­rung der Un­ter­neh­mer­frau geht, um Erb­schafts- oder Schen­kungs­steu­er, da füh­len wir uns im­mer ver­ant­wort­lich“, be­tont auch In­ge Schä- fer-Schmid­bau­er. Vor vier Jah­ren grün­de­te die Müns­te­ra­ne­rin ihr Un­ter­neh­men. Nach dem Stu­di­um und der Aus­bil­dung zur Fi­nanz­spe­zia­lis­tin bei Gold­man Sachs lei­te­te sie jah­re­lang Pri­va­te Ban­kin­gTeams und grün­de­te 2011 ge­mein­sam mit Ge­schäfts­part­ne­rin Isol­de Re­gens­bur­ger die Schä­fer-Re­gens­bur­ger Ver­mö­gens-ma­nage­ment Gm­bH & Co. KG. Ihr Fo­kus liegt auf klas­si­scher Ver­mö­gens­ver­wal­tung so­wie Fa­mi­ly Of­fices Di­enst­leis­tun­gen für Un­ter­neh­mer­fa­mi­li­en und Stif­tun­gen.

An­ge­sichts von Eu­ro­kri­se, Flücht­lings­strö­men und schwä­cheln­den Märk­ten in Asi­en ha­ben die Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen die Ak­ti­en­quo­te in den von ih­nen be­treu­en Port­fo­li­en in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten enorm ge­senkt. „Der größ­te Ren­di­te­trei­ber ist es, Ver­lus­te nicht mit­zu­ma­chen und ih­nen vor­zu­beu­gen“, sagt Clau­dia Ran­kers. Da­bei müss­ten die Ver­mö­gens­ver­wal­ter aber durch­aus auch ein di­ckes Fell ha­ben: „Wir ha­ben nicht den An­spruch in al­len Auf­wärts­pha­sen ganz vorn zu sein. Wer früh­zei­tig die Reiß­lei­ne zieht, muss es aus­hal­ten, an wei­te­ren Ge­win­nen zu­nächst nicht zu par­ti­zi­pie­ren. Der nächs­te Crash wird die­ses Ri­si­ko­ma­nage­ment recht­fer­ti­gen – das soll­ten In­ves­to­ren vers­te- hen“, pflich­tet Pe­tra Ah­rens bei. Und der nächs­te Crash kommt be­stimmt, sind sich die Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen ei­nig.

Mo­men­tan blickt die Bran­che ge­bannt auf die neu­en tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen. Ro­bo-Ad­vi­sors hal­ten auch in Deutsch­land Ein­zug, die ih­ren Kun­den auf der Ba­sis von in­di­vi­du­el­len Ri­si­ko-Ziel-Pro­fi­len In­vest­ment­port­fo­li­os emp­feh­len, die sie selbst oder über Ban­ken­part­ner an­bie­ten. „Die ha­ben sehr gu­te, teils wis­sen­schaft­li­che fun­dier­te Mo­del­le als Ba­sis“, lobt Chris­tia­ne Wen­zel. Den­noch: „Nie­mand weiß, ob sie sich in Crash-Si­tua­tio­nen be­wäh­ren, ob sie recht­zei­tig die Reiß­lei­ne zie­hen oder die Ver­lus­te mit­ma­chen wer­den“, gibt Pe­tra Ah­rens zu be­den­ken.

Be­son­ders in der mit di­gi­ta­ler Tech­nik auf­ge­wach­se­nen Er­ben­ge­ne­ra­ti­on ver­än­dert sich die Ein­stel­lung zur Geld­an­la­ge. „Die kön­nen mit Apps auf Smart­pho­ne und Ta­blet um­ge­hen, sind neu­gie­rig auf Wi­ki­fo­lio und Ro­bo Ad­vi­so­ry, pro­bie­ren die ver­schie­de­nen Fi­nanz-Apps und di­gi­ta­len Di­enst­leis­tun­gen aus“, weiß An­ja Schlick aus ih­rer Be­ra­tungs­pra­xis. „Doch wenn die Di­gi­tal Na­ti­ves dann die Ver­ant­wor­tung fürs Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men über­neh­men, dann fehlt ih­nen meist die Zeit, sich selbst um die Fi­nan­zen zu küm­mern – und dann kommt es wie­der auf das Ver­trau­en an, das wir uns er­ar­bei­tet ha­ben“, fasst Kath­rin Eichler die Dis­kus­si­on rund um die Di­gi­ta­li­sie­rung zu­sam­men. „Am En­de zählt die Per­sön­lich­keit des Be­ra­ters oder der Be­ra­te­rin.“

Mit den un­ter­schied­lichs­ten An­sät­zen re­agie­ren die Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen auf das The­ma Da­ten­si­cher­heit. „Wir ha­ben un­se­re ei­ge­nen Ser­ver, da­mit ha­ben wir die Si­cher­heit selbst im Griff“, be­tont Chris­tia­ne Wen­zel. „Doch ei­ne gra­vie­ren­de Schwach­stel­le sind manch­mal die Kun­den selbst, die Kon­to- und De­po­t­aus­zü­ge, Per­so­nal­aus­weis-Scans und sons­ti­ge sen­si­ble Da­ten per un­ver­schlüs­sel­ter E-Mail sen­den wol­len – die müs­sen wir dann vor sich selbst schüt­zen“, be­rich­tet Vera Gonçal­ves über be­reits Er­leb­tes. Ih­re Lö­sung: „Ich ver­sen­de nach wie vor häu­fig Do­ku­men­te per klas­si­schem Fax an Kun­den, so­lan­ge dies noch bis zur be­dau­er­li­chen, zwangs­wei­sen Um­stel­lung auf Fax-over-IP mög­lich ist. Meis­tens ver­schi­cke ich Do­ku­men­te mit dem alt­be­währ­ten Post­brief.“

„Am En­de zählt die Per­sön­lich­keit des Be­ra­ters oder der Be­ra­te­rin“

FO­TOS: ALOIS MÜLLER

an­che aus. Von links: Vera Gonçal­ves (Gonçal­ves Ver­mö­gens­ma­nage­ment AG), Pe­tra Ah­rens (Me­r­idio As­set Ma­na­ge

Kath­rin Eichler (Eichler & Meh­lert Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen Gm­bH), An­ja Schlick (Hauck & Auf­häu­ser Pri­vat­ban­kiers

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