Nied­ri­ge Zin­sen, un­si­che­re Zei­ten und da­zu noch ei­ne schlech­te Be­ra­tung bei vie­len Ban­ken: An­le­ger ha­ben es der­zeit nicht leicht. RPLe­ser ha­ben nun die Ge­le­gen­heit, ihr Ver­mö­gen von Pro­fis auf Herz und Nie­ren prü­fen zu las­sen.

Rheinische Post Goch - - EXTRA UNABHÄNGIGE - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Wenn Unabhängige Ver­mö­gens­ver­wal­ter die De­pots neu­er Kun­den zu se­hen be­kom­men, er­fasst sie manch­mal ein gro­ßer Schreck. Oft fin­den sich vor al­lem haus­ei­ge­ne Pro­duk­te der Bank, bei der die Kun­den ihr De­pot un­ter­hal­ten. Ver­steck­te Kos­ten schmä­lern die Ren­di­te. An­de­re An­le­ger ha­ben bis­lang selbst ent­schie­den, was sie kau­fen. Sie sind aber häu­fig un­si­cher, ob sie sich das Rich­ti­ge ins De­pot ge­legt ha­ben.

Zeit für ei­nen Ver­mö­gens­Check. Die Rhei­ni­sche Post Mar­cus Wee­res, Nie­der­las­sungs­lei­ter Neuss der I.C.M. Ver­mö­gens­be­ra­tung Mann­heim Gm­bH „Die ei­er­le­gen­de Woll­milch­sau: ho­he Ren­di­ten bei null Ri­si­ko – gibt es bei der Geld­an­la­ge nicht. Nie­mand hat, wenn er ehr­lich ist, ei­ne Glas­ku­gel“, sagt Wee­res. Es gibt In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit mehr und sol­che mit we­ni­ger Ri­si­ko. „We­ni­ger Ri­si­ko heißt der­zeit aber auch gleich­zei­tig ex­trem ge­rin­ge Er­trä­ge. Der Kun­de muss sich ent­schei­den, was zu ihm und zu sei­ner Le­bens­si­tua­ti­on passt und wie gut sei­ne Ner­ven sind. Die­se The­men mit dem Man­dan­ten her­aus­zu­ar­bei­ten, ist die wich­tigs­te Auf­ga­be des Ver­mö­gens­ver­wal­ters und die Grund­la­ge sei­nes spä­te­ren Han­delns.“So­lan­ge ein An­le­ger ei­ne Ak­tie nicht ver­kau­fen muss, spie­len die Kurs­aus­schlä­ge ei­ne ge­rin­ge­re Be­deu­tung. Denn der An­le­ger braucht re­gel­mä­ßi­ge Ein­nah­men, um zum Bei­spiel in Ur­laub zu fah­ren oder das En­kel­kind beim Stu­di­um zu un­ter­stüt­zen.

„Ge­ra­de jetzt sind ei­ni­ge Un­ter­neh­men güns­tig zu kau­fen, die 2016 bei der Di­vi­den­de sehr viel Freu­de ma­chen wer­den“, be­tont der Ex­per­te. Die Di­vi­den­den­ren­di­te liegt teil­wei­se bei bis zu sechs Pro­zent. Zu­dem sind spä­te­re Kurs­an­stie­ge und da­mit wei­te­re Ge­win­ne mög­lich. „Ei­ne gu­te Ri­si­ko­streu­ung ist obers­tes Ge­bot und un­ter an­de­rem über ETFs auf Di­vi­den­den­ti­tel gut mög­lich.“ Jens Hart­mann, Mit­ge­sell­schaf­ter der fi­con Fi­nan­ci­al Con­sul­tants Gm­bH, Düsseldorf Unabhängige Ver­mö­gens­ver­wal­ter hel­fen An­le­gern, die Viel­zahl der ta­ges­ak­tu­el­len In­for­ma­tio­nen ein­zu­ord­nen, sagt Hart­mann. Oft sei­en Ängs­te grö­ßer als die Fak­ten. Die Stra­te­gie frü­he­rer Bör­sen­gu­rus „Kau­fen und lie­gen las­sen“funk­tio­niert heu­te nicht mehr so ein­fach. „Man muss sein De­pot stän­dig prü­fen und an­pas­sen. Wir tun das für un­se­re Kun­den min­des­tens ein­mal im Mo­nat.“

Wenn der An­la­ge­s­pe­zia­list De­pots von In­ter­es­sen­ten ge­zeigt be­kommt, die Bank­be­ra­ter zu­sam­men­ge­stellt ha­ben, fin­det er dar­in häu­fig Pro­duk­te, die ei­ni­ge ver­steck­te Kos­ten ent­hal­ten. „Kun­den wol­len ihr De­pot ver­ste­hen, nicht sei­ten­lan­ge Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen le­sen“, ist Hart­mann über­zeugt. bie­tet in Zu­sam­men­ar­beit mit der V-Bank München ei­ne Ana­ly­se an. Unabhängige Fi­nanz­ex­per­ten aus der Re­gi­on prü­fen auf Wunsch das ge­sam­te Ver­mö­gen – Wert­pa­pie­re, Im­mo­bi­li­en, Le­bens­ver­si­che­run­gen – und ge­ben Tipps, wie man sei­ne Ver­mö­gens­struk­tur ge­ge­be­nen­falls sinn­voll um­ge­stal­ten kann.

Im Vor­feld der Ak­ti­on ha­ben sich die An­la­ge­ex­per­ten beim RP-Fi­nanz­fo­rum „Ver­mö­gens-

Oft fin­den sich haus­ei­ge­ne Pro­duk­te der Bank, bei der die Kun­den ihr De­pot un­ter­hal­ten

Unabhängige Fi­nanz­ex­per­ten aus der Re­gi­on prü­fen auf Wunsch das ge­sam­te Ver­mö­gen

Check“ge­trof­fen und über ak­tu­el­le An­la­ge­the­men aus­ge­tauscht. Die fol­gen­de Zu­sam­men­fas­sung der Run­de stellt die Ex­per­ten vor.

FO­TOS: ALOIS MÜLLER

Zur Vor­be­rei­tung auf den Ver­mö­gens-Check ha­ben sich die An­la­ge­s­pe­zia­lis­ten ge­trof­fen, um ih­re Er­fah­run­gen aus­zu­tau­schen. Es sind oft­mals die glei­chen: Wenn neue Kun­den zu ih­nen kom­men, se­hen die Fi­nanz­pro­fis vie­le Mög­lich­kei­ten, die Geld­an­la­ge zu op­ti­mie­ren.

Jens Hart­mann fin­det in De­pots von In­ter­es­sen­ten häu­fig Pro­duk­te, die ver­steck­te Kos­ten ent­hal­ten.

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