Drit­te Au­to­ma­ten­spren­gung in drei Ta­gen am Nie­der­rhein

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

KLE­VE Er­neut ist am Nie­der­rhein ein Geld­au­to­mat von Un­be­kann­ten ge­sprengt wor­den. Die Tä­ter schlu­gen ges­tern Mor­gen um 4.15 Uhr in Kle­ve zu. Der An­bau der Fi­lia­le wur­de da­bei stark be­schä­digt. Al­ler­dings muss­ten die Kri­mi­nel­len dies­mal oh­ne Beu­te flüch­ten, weil der Geld­be­häl­ter der Wucht der Ex­plo­si­on stand­hielt. Nach An­ga­ben der Po­li­zei flüch­te­ten zwei dun­kel ge­klei­de­te Män­ner in ei­nem schwar­zen Kom­bi vom Tat­ort. Of­fen­bar gab es kei­ne Ver­letz­ten, ob­wohl Trüm­mer­tei­le noch 20 Me­ter weit ent­fernt ge­fun­den wur­den.

Es war schon die drit­te Au­to­ma­ten­spren­gung in die­ser Wo­che und die be­reits 35. in die­sem Jahr al­lein in Nord­rhein-West­fa­len – so vie­le wie noch nie zu­vor in­ner­halb ei­nes Jah­res. Und im­mer noch fehlt von den Tä­tern ei­ne kon­kre­te Spur. Das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) hat be­reits ei­ne Er­mitt­lungs­grup­pe ge­grün­det. Die Fahn­der ge­hen da­von aus, dass meh­re­re Ban­den hin­ter den Ta­ten ste­cken müs­sen. LKAChe­f­er­mitt­ler Diet­mar Kneib, der auch das De­zer­nat zur Be­kämp­fung der Or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät beim LKA lei­tet, ver­mu­tet die Tä­ter in den Nie­der­lan­den. „Des­halb wer­den wir eng und ver­trau­ens­voll mit den zu­stän­di­gen nie­der­län­di­schen Po­li­zei­be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten, um zum Er­folg zu kom­men“, er­klärt Kneib. Sei­ne Er­mitt­lungs­grup­pe un­ter­sucht auch die An­fang Sep­tem­ber er­folg­te hals­bre­che­ri­sche Flucht ei­nes dunk­len Au­dis von Düsseldorf aus durch das west­li­che Ruhr­ge­biet in die Nie­der­lan­de, an der zahl­rei­che Strei­fen­wa­gen und ein Hub­schrau­ber der Po­li­zei­f­lie­ger­staf­fel be­tei­ligt wa­ren. Das LKA rech­net den In­sas­sen des Au­dis ei­nen Teil der Geld­aus­ga­be­au­to­ma­ten-Spren­gun­gen zu.

Die Spren­gung in Kle­ve er­höht noch ein­mal den Druck auf die Er­mitt­lungs­grup­pe der Po­li­zei, end­lich ei­nen Fahn­dungs­er­folg zu ver­mel­den. Die dort si­cher­ge­stell­ten Spu­ren wer­den in Düsseldorf zen­tral im Kri­mi­nal­tech­ni­schen In­sti­tut ana­ly­siert. Die Er­mitt­ler er­hof­fen sich da­von, Ver­bin­dun­gen zu an­de­ren Au­to­ma­ten­spren­gun­gen her­stel­len zu kön­nen – und so vi­el­leicht auf die Spur der Kri­mi­nel­len zu kom­men.

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