Ukrai­ne-Kon­flikt: Hun­der­te Pan­zer auf bei­den Sei­ten

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

BERLIN (may-) So­wohl Re­gie­rungs­trup­pen als auch Re­bel­len ver­su­chen, kla­re La­ge­bil­der der Be­ob­ach­ter der Or­ga­ni­sa­ti­on für Si­cher­heit und Zu­sam­men­ar­beit in Eu­ro­pa (OSZE) aus den Kon­flikt­zo­nen im Süd­os­ten der Ukrai­ne zu ver­hin­dern. Die ein­ge­setz­ten Droh­nen wür­den „re­gel­mä­ßig elek­tro­ni­schen Stör­sen­dern wie auch ver­ein­zelt di­rek­tem Be­schuss über dem Ge­biet der Se­pa­ra­tis­ten aus­ge­setzt“, schreibt die Bun­des­re­gie­rung in ei­ner noch un­ver­öf­fent­lich­ten ak­tu­el­len Bi­lanz der OSZE-Mis­si­on. Über dem von der ukrai­ni­schen Re­gie­rung kon­trol­lier­ten Ge­biet sei es ver­ein­zelt eben­falls zu funk­elek­tro­ni­schen An­grif­fen ge­kom­men.

Wie aus der Ant­wort der Re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge der Lin­ken eben­falls her­vor­geht, ha­ben bei­de Sei­ten mas­siv auf­ge­rüs­tet. Die Re­gie­rungs­trup­pen sei­en in­ner­halb ei­nes Jah­res von 32.000 auf 73.000 Sol­da­ten ver­stärkt wor­den und ver­füg­ten über 360 Kampf­pan­zer in der Re­gi­on. Auf der an­de­ren Sei­te stün­den nach ukrai­ni­schen An­ga­ben 33.000 pro­rus­si­sche Kämp­fer so­wie 9000 rus­si­sche Sol­da­ten mit 475 Kampf­pan­zern. Um Ge­heim­dienst­quel­len zu schüt­zen, wur­den Tei­le des Be­rich­tes zur Ver­schluss­sa­che er­klärt.

„Die mi­li­tä­ri­schen Ar­sena­le auf bei­den Sei­ten müs­sen drin­gend ab­ge­baut wer­den“, lau­tet die Schluss­fol­ge­rung der Lin­ken-Au­ßen­ex­per­tin Ka­trin Ku­nert. Zu­dem ge­he es dar­um, die Not­la­ge der Bin­nen­ver­trie­be­nen und Kriegs­flücht­lin­ge zu be­wäl­ti­gen. Ge­gen­wär­tig sind 1,5 Mil­lio­nen Men­schen als Bin­nen­ver­trie­be­ne re­gis­triert, zu­sätz­lich über ei­ne Mil­li­on nach Russ­land ge­flüch­tet.

Nicht erst die Über­nah­me des OSZE-Vor­sit­zes 2016 sol­le Deutsch­land nut­zen, um mit der Bei­le­gung des Kon­flik­tes vor­an­zu­kom­men, meint Ku­nert: „Die Bun­des­re­gie­rung muss den Druck auf die ukrai­ni­sche Re­gie­rung er­hö­hen, da­mit die­se in di­rek­te Ver­hand­lun­gen mit Ver­tre­tern der ab­trün­ni­gen Don­bass-Re­gio­nen ein­tritt.“Für No­vem­ber zeich­net sich ein deutsch­fran­zö­sisch-ukrai­nisch-rus­si­sches Au­ßen­mi­nis­ter­tref­fen in Berlin ab.

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