Fah­rer­flucht: Po­li­zist ap­pel­liert an To­des-Ra­ser

Rheinische Post Goch - - PANORAMA - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

BOCHUM/WIT­TEN Fünf Jah­re nach ei­ner töd­li­chen Fah­rer­flucht in der Hal­lo­ween-Nacht 2010 hat sich ein Bochu­mer Po­li­zist mit ei­nem auf der In­ter­net­sei­te der Po­li­zei ver­öf­fent­lich­ten Brief an den bis heu­te nicht ge­fun­de­nen Tä­ter ge­wandt. „Sind Sie ei­ne Frau oder ein Mann, und wie soll ich Sie über­haupt an­re­den? Ich weiß es nicht! Ich weiß al­ler­dings, dass Sie vor knapp fünf Jah­ren auf der Rüs­berg­stra­ße in Wit­ten-Her­be­de ei­nen Fuß­gän­ger, der erst 20 Jah­re alt war, mit ei­nem Pkw über­rollt und ge­tö­tet ha­ben. Da­nach fuh­ren Sie ein­fach wei­ter“, schreibt der Bochu­mer Po­li­zist Vol­ker Schüt­te, der den Fall von An­fang an be­glei­tet hat und in en­ger Ver­bin­dung zu der Fa­mi­lie des tot­ge­fah­re­nen 20-Jäh­ri­gen steht. Und wei­ter im Brief heißt es: „Wir ge­hen da­von aus, dass Sie sich in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren bei Freun­den oder Be­kann­ten of­fen­bart ha­ben. Aber Sie und Ih­re Mit­wis­ser ha­ben un­se­ren Ap­pell, end­lich rei­nen Tisch zu ma­chen, bis­lang nicht wahr­ge­nom­men. Sie al­le ha­ben den Druck bis­lang aus­ge­hal­ten, der seit fünf Jah­ren auf Ih­nen las­tet. Wie Sie sich in die­ser Zeit ge­fühlt ha­ben, wenn es an Ih­rer Tür ge­schellt hat oder das Te­le­fon klin­gel­te – wir wis­sen es nicht.“

Die El­tern ha­ben sich schon bei Schüt­te für den Brief an den Tä­ter be­dankt. „Sie wol­len ein­fach ein En­de fin­den, wis­sen, wer das war und wie­so er ein­fach wei­ter­ge­fah­ren ist“, sag­te Schüt­te. Der jun­ge Mann, der ge­ra­de erst sein Abitur ge­macht hat­te, wur­de auf dem Heim­weg von ei­ner Hal­lo­weenpar­ty über­fah­ren. Er war so­fort tot. Die Po­li­zei weiß bis­lang nur, dass es sich bei dem Au­to um ei­nen Opel Cor­sa C der Bau­jah­re 2001 bis 2006 han­del­te.

Die Po­li­zei hofft, dass der Brief nach all den Jah­ren nun doch zum Fahn­dungs­er­folg führt. Denn die Tat ver­jährt am 2. No­vem­ber. Schüt­tes Ap­pell an den Tä­ter: „Auch nach der Ver­jäh­rung wer­den Sie Ih­re Schuld­ge­füh­le so­wie die Angst, ver­ra­ten oder ent­deckt zu wer­den, nie mehr los­wer­den. Und die­se Angst ver­jährt nie! Kön­nen Sie und Ih­re Mit­wis­ser da­mit bis zum En­de des Le­bens klar­kom­men? Wohl kaum!“.

Die Po­li­zei bit­tet, dass al­le, die et­was über den Ta­ther­gang wis­sen, sich bis zum En­de des mor­gi­gen Ta­ges im Bochu­mer Ver­kehrs­kom­mis­sa­ri­at (Tel. 0234 9099) oder in der Wit­te­ner Po­li­zei­wa­che (Tel. 02302 2093821) mel­den. „Vi­el­leicht krie­gen wir ihn noch“, hofft Schüt­te.

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