Die RP trau­ert um Richard Lu­cas-Tho­mas

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON HORST THO­REN

NIE­DER­RHEIN Die Rhei­ni­sche Post trau­ert um Richard Lu­cas-Tho­mas. Der an­ge­se­he­ne Jour­na­list und prä­gen­de Re­dak­ti­ons­lei­ter, bis 2012 als Lei­ten­der Re­gio­nal­re­dak­teur am Nie­der­rhein tä­tig, starb nach kur­zer, schwe­rer Krank­heit im Al­ter von 68 Jah­ren.

Sein be­ruf­li­ches Wir­ken war eng ver­knüpft mit der Zei­tung, für die er über vier Jahr­zehn­te schrieb. Richard Lu­cas-Tho­mas be­rich­te­te für die Rhei­ni­sche Post aus Mo­ers, Meer­busch, Rhein­hau­sen und Mett­mann, be­vor er 1995 nach Xan­ten kam und von dort den Nie­der­rhein mit sei­nen viel­fäl­ti­gen The­men im Blick hat­te.

In Xan­ten fand er mit sei­ner Fa­mi­lie ei­ne blei­ben­de Hei­mat, weil er die Stadt, ih­re Ge­schich­te und Kul­tur, weil er die kri­ti­sche Of­fen­heit der Xan­te­ner schnell schät­zen lern­te.

Als Re­dak­teur schau­te Richard Lu­cas-Tho­mas ge­nau hin. Er frag­te nach, scheu­te nicht vor kla­ren Wor­ten und nach­fas­sen­den Kom­men­ta­ren zu­rück. Lu­cas-Tho­mas war in­ner­halb und au­ßer­halb der Re­dak­ti­on als kri­ti­scher Kopf be­kannt. Er konn­te, wenn er es als nö­tig emp­fand, un­an­ge­neh­me Fra­gen stel­len und eben­sol­che Wahr­hei­ten aus­spre­chen.

Richard Lu­cas-Tho­mas war – vi­el­leicht we­gen sei­ner tech­ni­schen Vor­bil­dung – ein sehr struk­tu­rier­ter Mensch. Er dach­te in Kon­zep­ten, plan­te pe­ni­bel und er­war­te­te die ent­spre­chen­de Sorg­falt auch von sei­nen Mit­ar­bei­tern. Sein Ein­satz ging über das nor­ma­le Maß weit hin­aus. Wenn es um die Qua­li­tät von Jour­na­lis­mus, um die in­halt­li­che Po­si­tio­nie­rung sei­ner Zei­tung ging, kann­te er kei­ne Kom­pro­mis­se.

Sei­ne di­rek­te Art war ge­paart mit Herz­lich­keit und Hu­mor. Sei­ne Be­reit­schaft, an­de­ren zu hel­fen und sich per­sön­lich ein­zu­brin­gen, er­streck­te sich auf so­zia­les, kirch­li­ches und kul­tu­rel­les En­ga­ge­ment. Halt fand er in sei­ner Fa­mi­lie, bei Freun­den, vor al­lem aber im Glau­ben.

Den Nie­der­rhein lieb­te der ge­bür­ti­ge Rhein­hau­se­ner. Gern durch­ritt er die wei­ten Lan­de. Kam er ans Ziel, steck­te er sich ei­ne Pfei­fe an. Das gab ihm Ru­he.

Sein Mar­ken­zei­chen war die Flie­ge, die er statt der Kra­wat­te trug. Dass der gro­ße Mann gern und gut Gei­ge spiel­te, mag man­chen über­rascht ha­ben.

Richard Lu­cas-Tho­mas war ein fein­füh­li­ger Mensch, wenn er sich manch­mal auch kan­tig gab. Er war uns in der Re­dak­ti­on ein klu­ger Vor­den­ker, ein ver­läss­li­cher Part­ner, ein gu­ter Freund und ein Weg­ge­fähr­te.

Wir trau­ern mit sei­ner Fa­mi­lie um ihn. Die Zei­tungs­land­schaft hat ei­nen prä­gen­den Kopf ver­lo­ren.

RP-FOTO: FI­SCHER

Richard Lu­cas-Tho­mas

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