Ya Konan sorgt für Ent­span­nung

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON BERND JOLITZ

Der Ivo­rer er­zielt den Tref­fer zum 1:0-Sieg ge­gen die SpVgg Greu­ther Fürth. Die Mann­schaft von Trai­ner Frank Kra­mer prä­sen­tier­te sich ganz an­ders als bei der bla­ma­blen Vor­stel­lung in Nürn­berg.

DÜSSELDORF Noch nie in 18 Jah­ren ge­mein­sa­mer Li­ga-Ge­schich­te hat­te Fortu­na Düsseldorf ein Heim­spiel ge­gen die SpVgg Greu­ther Fürth ver­lo­ren. Der idea­le Auf­bau­geg­ner al­so für den an­ge­schla­ge­nen Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten? An­schei­nend ja, denn die Se­rie hielt auch dies­mal und be­scher­te dem Team aus der Lan­des­haupt­stadt ei­nen ver­dien­ten 1:0-Er­folg. Di­dier Ya Konan war nach ei­nem Eck­ball von Ke­rem De­mir­bay der ge­fei­er­te Tor­schüt­ze.

Trai­ner Frank Kra­mer, des­sen Po­si­ti­on nach dem 1:5-Po­kal­de­sas­ter in Nürn­berg am Di­ens­tag ge­schwächt war, wird zu­min­dest vor­erst in Ru­he wei­ter­ar­bei­ten kön­nen. Ein Fak­tor, der den Pro­fis ganz wich­tig war. „Der Trai­ner hat­te ver­dient, dass wir ihm heu­te die­sen Drei­er schen­ken“, sag­te Ka­pi­tän Ka­rim Hag­gui, und De­mir­bay er­gänz­te: „Wir ha­ben ei­nen über­ra­gen­den Trai­ner. Die Mann­schaft steht voll und ganz hin­ter ihm.“

Es war kei­ne Ne­bel­ker­ze, die Kra­mer da am Tag vor dem Spiel an­ge­zün­det hat­te. Die sie­ben Um­stel­lun­gen ge­gen­über Nürn­berg, die aus An­deu­tun­gen des Coachs her­aus­zu­hö­ren wa­ren, setz­te Kra­mer wirk­lich in die Tat um. Da Ju­li­an Schauerte zu­dem von der lin­ken auf die rech­te Ab­wehr­sei­te wech­sel­te, fan­den sich de fac­to nur drei Pro­fis auf der­sel­ben Po­si­ti­on wie­der wie am Di­ens­tag: Adam Bod­zek in der In­nen­ver­tei­di­gung so­wie Mar­cel So­bott­ka und De­mir­bay im zen­tra­len Mit­tel­feld. Fortu­na such­te ihr Heil in ei­nem per­so­nel­len Um­sturz, der vor al­lem ei­nes be­wir­ken soll­te: Lei­den­schaft und Tem­po ins zu­letzt völ­lig er­starr­te Spiel zu brin­gen.

Ers­te­res soll­te nicht zu­letzt durch die Rück­kehr von Axel Bel­ling­hau­sen nach vier­wö­chi­ger Ver­let­zungs­pau­se ge­lin­gen, und der 32-Jäh­ri­ge leb­te sei­ne Auf­ga­be vom ers­ten Mo­ment an vor. Der Links­ver­tei­di­ger ging je­dem Ball hin­ter­her und mar­schier­te wann im­mer es ging nach vorn. So viel Herz ist frei­lich nicht je­dem ge­ge­ben, und so war Fortu­na in der An­fangs­pha­se die gro­ße Ner­vo­si­tät an­zu­mer­ken. Sie stand für ein Heim­team un­ge­wöhn­lich tief, woll­te sich kei­nes­falls der Ge­fahr aus­set­zen, von den schnel­len Mit­tel­fran­ken aus­ge­kon­tert zu wer­den.

Im­mer­hin ge­lang es den Rot-Wei­ßen aber im Ge­gen­satz zum rest­los ent­täu­schen­den Auf­tritt in Nürn­berg, ei­ni­ge Ak­zen­te in der Of­fen­si­ve zu set­zen. So in der ach­ten Mi­nu­te, als Ju­li­an Koch nach ei­ner aus­ge­zeich­ne­ten Flan­ke De­mir­bays über das Tor köpf­te, oder sechs Mi­nu­ten spä­ter, als wie­der­um Koch aus 18 Me­tern knapp vor­bei­schoss. Dem­ge­gen­über stand in Form ei­nes Lat- ten­schus­ses von Se­bas­ti­an Freis al­ler­dings auf Für­ther Sei­te die bes­te Ge­le­gen­heit der ers­ten Hälf­te.

Nach dem Wech­sel blie­ben die Gast­ge­ber spiel­be­stim­mend, gin­gen en­ga­giert zu Wer­ke, scheu­ten aber das letz­te Ri­si­ko. Et­wa ab der 70. Mi­nu­te schie­nen sich die Fran­ken auf ein tor­lo­ses Re­mis ein­rich­ten zu wol­len. Der Schuss, so ihn denn Trai­ner Ste­fan Ru­then­beck tat­säch­lich ge­plant hat­te, ging nach hin­ten los. Ei­ner der stets ge­fähr­li­chen Stan­dards De­mir­bays brach­te den Düs­sel­dor­fern 13 Mi­nu­ten vor dem En­de noch die Be­loh­nung für ihr En­ga­ge­ment. Bis es am 9. No­vem­ber beim FC St. Pau­li wei­ter­geht, herrscht nun al­so Ru­he in der Stadt – ganz an­ders als in den tur­bu­len­ten Ta­gen nach der Plei­te in Nürn­berg.

„Die Re­ak­ti­on der Mann­schaft war gut“, fass­te Sport­di­rek­tor Ra­chid Az­zou­zi zu­sam­men, und Kra­mer lob­te, „dass die Jungs das ge­zeigt ha­ben, was heu­te ge­for­dert war. Und bei al­lem Kampf ha­ben sie im­mer ver­sucht, auch Fuß­ball zu spie­len und im­mer an sich ge­glaubt.“Nürn­berg müs­se ein ein­ma­li­ger, bö­ser Aus­rut­scher blei­ben: „So darf man nie auf­tre­ten, wenn man das Fortu­na-Wap­pen auf der Brust trägt.“So wie ges­tern schon,

FOTO: HORSTMÜLLER

Held des Ta­ges: Di­dier Ya Konan (Bild­mit­te) er­ziel­te den Sieg­tref­fer per Kopf.

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