Hoff­nungs­trä­ger für Düsseldorf

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KULTUR - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF

Die Band Flash Preus­zen er­in­nert an die gu­ten Zei­ten An­fang der 2000er.

Wer zu spät kommt, den be­straft das Le­ben – so weit der Volks­mund. Was pas­siert aber mit de­nen, bei de­nen das Le­ben zu spät kommt, fragt der Be­trof­fe­ne. Kurz­fris­tig wer­den die lei­der auch be­straft, aber lang­fris­tig gibt es hof­fent­lich/vi­el­leicht doch Ge­rech­tig­keit. Das zeigt der Blick auf die Mu­sik­sze­ne von Düsseldorf vor ei­nem gu­ten Dut­zend Jah­ren und heu­te.

An­fang der 2000er gab es in der NRW-Lan­des­haupt­stadt ne­ben den ir­gend­wie im­mer gro­ßen mu­si­ka­li­schen Ver­tre­tern auch er­staun­lich vie­le Bands, die al­le ih­re ei­gen­stän­di­gen Ver­sio­nen von Al­ter­na­ti­ve Rock spiel­ten: Stig­ma, Cho-Jin, Fidget. Sie al­le be­fan­den sich auf ei­nem gu­ten Weg nach oben, wa­ren teil­wei­se schon auf gro­ßen Fes­ti­vals für Ta­ges­rand­zei­ten ge­bucht und hät­ten wohl auch na­he­zu al­le ei­nen Ver­trag mit ei­ner nam­haf­ten Plat­ten­fir­ma ab­ge­schlos­sen. Wenn da nicht das Le­ben zu spät ge­kom­men wä­re. En­de der Neun­zi­ger und in den frü­hen 2000ern war das Geld in der Mu­sik­in­dus­trie noch reich­lich vor­han­den, und Ver­trä­ge mit hoff­nungs­vol­len Bands wa­ren schnell un­ter­schrie­ben. Dann aber brach die Di­gi­ta­li­sie­rung über die Bran­che her­ein und der Um­satz weg, so dass plötz­lich die ganz gro­ße Vor­sicht re­gier­te. Die gu­te Zeit des Düs­sel­dor- fer Rock kam schlicht ein paar Jah­re zu spät.

Mitt­ler­wei­le gibt es die ge­nann­ten Bands nicht mehr, nun aber ei­ne For­ma­ti­on, die in dop­pel­ter Hin­sicht dar­an an­knüpft: weil ih­re Mit­glie­der aus den Bands stam­men und weil die­se heu­te mit der Ru­he, Klug­heit und Kraft der da­ma­li­gen Er­fah­run­gen Mu­sik ma­chen. Flash Preus­zen heißt das Quar­tett, das ge­ra­de die EP „En­t­re­sol“ver­öf­fent­licht und das ers­te Al­bum für März an­kün­digt hat. Die sechs Ti­tel der EP zei­gen im bes­ten Sin­ne wei­se Män­ner bei der Ar­beit. Die Mu­si­ker un­ter­strei­chen, war­um sie da­mals wie heu­te zu den hoch­be­gab­ten Ver­tre­tern ih­rer Bran­che ge­hö­ren, die Stü­cke wach­sen, bre­chen, wen­den – und im­mer dann, wenn bei an­de­ren Bands et­was Ge­fäl­li­ges, leicht Greif­ba­res kä­me, ver­wei­gern Flash Preus­zen die­sen Ge­fal­len. Das hat das Le­ben jetzt da­von.

„En­t­re­sol“ist er­hält­lich über: www.flash­preus­zen.de

Flash Preus­zen hat in die­sen Ta­gen die EP „En­t­re­sol“ver­öf­fent­licht und für März das ers­te Al­bum an­ge­kün­digt.

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