John Grant zieht sich selbst aus dem Sumpf

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KULTUR -

(sep) Das Schick­sal mein­te es nicht gut mit John Grant, ehe­ma­li­ger Sän­ger der Band The Czars: De­pres­sio­nen, Dro­gen­sucht, Aids – ein Le­ben als Trau­er­spiel. Sein drit­tes So­lo­al­bum na­mens „Grey Tick­les, Black Pres­su­re“(Bel­la Uni­on) taugt ei­ner­seits mu­si­ka­lisch nicht, ihn aus dem dunk­len Sumpf zu be­frei­en – düs­te­re Song­wri­ter­mu­sik mit mor­bi­den Syn­thies, ein schwer zu­gäng­li­ches Werk. Und doch ist da so et­was wie Ret­tung: Um­klam­mert wer­den die Lie­der vom „Ho­he­lied der Lie­be“(1 Korin­ther 13). Grant, so heißt es, sei heu­te ein zu­frie­de­ne­rer Mann. „Prin­cess Century“. „Ich ge­he dort das größ­te Ri­si­ko ein, weil es mich nicht küm­mert“, sagt sie. Ih­re zwei­te Plat­te „Pro­gress“hat in ei­ni­gen Songs die Fä­hig­keit, dem Hö­rer ein­zu­re­den, der cools­te Mensch auf Er­den zu sein. Dunk­le, kühne Beats, ver­track­te Stü­cke, null Ge­sang. Wie ei­ne Au­to­fahrt bei Ne­bel, und dann geht auch noch die Son­ne un­ter.

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