Auch Frau­en dür­fen Fuß­ball spie­len

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Die Ar­chi­tek­ten der Bun­des­re­pu­blik hat­ten die Gleich­stel­lung von Mann und Frau ins Grund­ge­setz ge­schrie­ben. In Ar­ti­kel 3, Ab­satz 2, steht ganz un­miss­ver­ständ­lich: „Män­ner und Frau­en sind gleich­be­rech­tigt.“Doch die­ses Recht galt noch über Jahr­zehn­te nicht in al­len Be­lan­gen. Noch bis 1977 durf­ten Frau­en zum Bei­spiel nur mit dem Ein­ver­ständ­nis ih­res Ehe­man­nes ar­bei­ten ge­hen. Und bis 1970 durf­ten Sport­le­rin­nen nicht Fuß­ball spie­len. Grund für die­ses Ver­bot war ei­ne Ent­schei­dung des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB) aus dem Jahr 1955. Die Her­ren sorg­ten sich um die „weib­li­che An­mut“und fürch­te­ten, das Spiel ver­let­ze „Schick­lich­keit und An­stand“. Al­len im DFB or­ga­ni­sier­ten Ver­ei­nen wur­de die Grün­dung von Frau­en­fuß­ball­grup­pen un­ter­sagt. Trotz des Ver­bots fan­den im­mer mehr Frau­en die Lust am Spiel. Sie kick­ten auf den Stra­ßen, auf Bolz­plät­zen und or­ga­ni­sier­ten sich ei­ge­ne Wett­kämp­fe und Tur­nie­re. Als die Spie­le­rin­nen En­de 1960 dis­ku­tier­ten, ei­nen ei­ge­nen Dach­ver­band zu grün­den, ent­schied sich der DFB um. Am 31. Ok­to­ber 1970 wur­de das Ver­bot auf­ge­ho­ben. 1974 folg­te die ers­te Meis­ter­schaft, der ers­te Deut­sche Meis­ter hieß TuS Wörr­stadt. 1981 ge­wan­nen die Da­men des SV Ber­gisch Glad­bach (Foto) den erst­mals aus­ge­spiel­ten DFB-Po­kal. 1982 spiel­te die ers­te Frau­en­fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft ein Län­der­spiel ge­gen die Schweiz. Die Da­men gin­gen mit ei­nem 5:1-Sieg vom Feld.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.