Die Rück­kehr der Zom­bies

Rheinische Post Goch - - FERNSEHEN AM SAMSTAG - VON JÖRG ISRINGHAUS

RTL II zeigt die fünf­te Staf­fel der Er­folgs­rei­he „The Wal­king De­ad“. Auch an­de­re Se­ri­en fei­ern die Lust an der Apo­ka­lyp­se.

LOS ANGELES Zom­bies sind im Hor­ror-Gen­re das, was Vam­pi­re ein­mal wa­ren – ein si­che­rer Quo­ten-Ga­rant. Seit Jah­ren schlägt sich das The­ma da­her in Fil­men und TV-Se­ri­en nie­der, die an­ge­sichts der ein­di­men­sio­na­len Aus­gangs­la­ge – aus Men­schen wer­den Un­to­te, ge­gen die sich die we­ni­gen Über­le­ben­den zur Wehr set­zen – über­ra­schend ein­falls­rei­che Plots kon­stru­ie­ren. Ganz vor­ne in der Be­liebt­heits­ska­la: die US-Se­rie „The Wal­king De­ad“. Mehr als 17 Mil­lio­nen Men­schen sa­hen in den USA die ers­te Fol­ge der fünf­ten Staf­fel, mit Wie­der­ho­lun­gen kommt der Be­zahl­sen­der AMC auf 28 Mil­lio­nen Zu­schau­ern pro Fol­ge. Nicht ein­mal das Fan­ta­sy-Spek­ta­kel „Ga­me of Thro­nes“er­reicht die­se Re­kord­wer­te. Auch in Deutsch­land hat „The Wal­king De­ad“ei­ne fes­te Fan-Ge­mein­de – der Sen­der RTL II ver­dop­pel­te mit der vier­ten Staf­fel sei­nen durch­schnitt­li­chen Markt­an­teil auf rund sie­ben Pro­zent.

Pas­send zu Hal­lo­ween star­tet die Zom­bie-Se­rie nun auch hier­zu­lan­de in die fünf­te Run­de. Zu­gleich zei­gen aus­ge­wähl­te Ci­ne­ma­xx-Ki­nos die ers­ten bei­den Tei­le der vor zwei Wo­chen in Ame­ri­ka an­ge­lau­fe­nen sechs­ten Staf­fel (die im deut­schen TV fast zeit­gleich auf Fox zu se­hen ist). Dass so viel Auf­wand be­trie­ben wird für ein Fern­seh-For­mat, hat sei­nen Grund, gilt es doch mit „Fe­ar the Wal­king De­ad“noch ei­nen Ab­le­ger der Haupt­se­rie zu ver­mark­ten so­wie Com­pu­ter­spie­le, Co­mics und das üb­li­che Mer­chan­di­sing-Pa­ket. Und sich ge­gen Un­to­ten-Kon­kur­renz in Se­rie wie „Z Na­ti­on“(ab 6. No­vem­ber auch auf RTL II) durch­zu­set­zen. Der Kampf ge­gen die Zom­bies hat sich längst zur In­dus­trie aus­ge­wach­sen.

Was aber macht das Gen­re so an­hal­tend po­pu­lär? Ei­nen ers­ten Hö­he­punkt er­leb­ten Un­to­te im USKi­no zu Zei­ten der Gro­ßen De­pres­si­on in den 1930ern („Whi­te Zom­bie“), ei­nen zwei­ten wäh­rend des Viet­nam­kriegs („Die Nacht der le­ben­den To­ten“). Die Fil­me spie­gel­ten den Zeit­geist, the­ma­ti­sie­ren Ent­mach­tung, Hilf­lo­sig­keit, Ge­walt. Ähn­lich ver­hält es sich heu­te mit „The Wal­king De­ad“. An­ge­sichts täg­lich neu­er Schre­ckens­sze­na­ri­en, was die Zu­kunft der Mensch­heit und des Pla­ne­ten an­geht, ist es als Trotz­re­ak­ti­on wohl ge­ra­de die Lust an der Apo­ka­lyp­se, die Zu­schau­er fas­zi­niert. Nach dem Mot­to: Wenn die Welt schon un­ter­geht, bit­te bild­schirm­taug­lich und un­ter­halt­sam.

Pro­du­zent Frank Da­rabont und Au­tor Ro­bert Kirk­man, auf des­sen Co­mics die Se­rie ba­siert, gestal­ten die Ge­schich­te al­ler­dings glei­cher­ma­ßen span­nend, raf­fi­niert und kom­plex. So wird die Fra­ge, was die Men­schen in Zom­bies ver­wan­delt hat, fast kom­plett aus­ge­spart. Statt­des­sen geht es um die Pro­ble­me, die dar­aus ent­ste­hen und de­ren Lö­sung stets exis­ten­zi­el­len Cha­rak­ter hat. An­ders ge­sagt: Es geht ums Über­le­ben. Aber eben auch ums Mit­ein­an-

FOTO: DPA

Sie trot­zen der Zom­bie-Be­dro­hung: And­rew Lin­coln (l.) als Rick und Nor­man Ree­dus als Da­ryl sind die zen­tra­len Fi­gu­ren von „The Wal­king De­ad“.

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