Am Bo­den­see ist schon Weih­nach­ten

Rheinische Post Goch - - FERNSEHEN AM SONNTAG -

die Ver­lo­re­nen und Ver­irr­ten. Wer kei­ne Per­spek­ti­ve mehr hat, kommt dort hin, um zu trin­ken, Dro­gen zu neh­men, sich zu prü­geln oder zu um­ar­men. Auch ei­nen ge­schass­ten Kol­le­gen tref­fen Blum und Perl­mann dort wie­der. Das Op­fer war eben­falls häu­fi­ger zu Be­such.

Kei­nen Schul­ab­schluss, kei­ne Aus­bil­dung, Hartz IV – so nüch­tern fällt die Ana­ly­se zum Hin­ter­grund der to­ten jun­gen Frau aus. Doch wie kann sie sich dann ein Abend­kleid für knapp 300 Eu­ro leis­ten? Die an­de­ren Ob­dach­lo­sen sam­meln als Weih­nachts­män­ner ver­klei­det Geld für Orang Utans, das sie dann ver­sau­fen – ein schö­ner Kon­trast zur grau­en Ku­lis­se.

Perl­mann läuft zur Höchst­form auf. Man nimmt ihm ab, in ei­nem Di­lem­ma zu ste­cken zwi­schen ei­ge­ner Fehl­bar­keit und Er­mitt­lungs­druck. Der dritt­letz­te Fall ist nicht nur we­gen Perl­manns Leis­tung ei­ner der bes­ten. Auch die Ge­schich­te, die So- zi­al­stu­die und Kri­mi ist, trägt über die 90 Mi­nu­ten. Im Mit­tel­punkt ste­hen Men­schen, die sich sonst am Ran­de der Ge­sell­schaft be­fin­den.

Die glaub­wür­di­ge Ver­kör­pe­rung von Ob­dach­lo­sen ist im Fern­se­hen schon häu­fig miss­lun­gen. Den fünf eher un­be­kann­ten Darstel­lern ge­lingt das, be­son­ders Frie­de­ri­ke Lin­ke als Jun­kie bleibt im Ge­dächt­nis. „Tat­ort: Cô­te d’Azur“, ARD, So., 20.15 Uhr

FOTO: SWR

Kom­mis­sa­rin Kla­ra Blum (Eva Mat­tes) trifft ei­nen der Ob­dach­lo­sen, mit de­nen das Op­fer ver­kehr­te. Im Hin­ter­grund: die Im­pe­ria – Ha­fen­fi­gur von Kon­stanz.

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