Pan­zer-Di­plo­ma­tie

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MICHAEL BRÖ­CKER

Vor ei­nem Jahr hat der Wes­ten, vor al­lem auch US-Ver­tre­ter, dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Pu­tin Pan­zer-Di­plo­ma­tie in der Ost­Ukrai­ne vor­ge­wor­fen. Nun wol­len die USA Pan­zer in Ost­eu­ro­pa auf­fah­ren las­sen. Die Sor­gen der ost­eu­ro­päi­schen Al­li­ier­ten sind nach­voll­zieh­bar. Aber muss das jetzt wirk­lich sein? An­ge­sichts des not­wen­di­gen Kamp­fes ge­gen den IS (und der Rol­le Russ­lands dar­in) und der fra­gi­len Si­tua­ti­on in der Ukrai­ne soll­te der Wes­ten ei­ner Ent­span­nungs­po­li­tik ei­ne Chan­ce ge­ben, statt mi­li­tä­ri­sche Stär­ke zu de­mons­trie­ren.

Bei Pu­tin geht es um ver­letz­te Ei­tel­kei­ten. Sei­ne an­ti-eu­ro­päi­sche Hal­tung ist im­mer noch sei­ner Ver­är­ge­rung dar­über ge­schul­det, dass die EU ihn bei den As­so­zi­ie­rungs­ver­hand­lun­gen mit der Ukrai­ne gar nicht kon­sul­tiert hat. Aus rus­si­scher Sicht ist die Ukrai­ne in­te­gra­ler Be­stand­teil ih­rer Iden­ti­tät. Das hät­te der Wes­ten zu­min­dest wis­sen müs­sen.

Der al­te Hen­ry Kis­sin­ger hat recht, wenn er sagt, mit ei­ner „Dä­mo­ni­sie­rung Pu­tins“sei nie­man­dem ge­hol­fen. Mit ei­ner Pro­vo­ka­ti­on Russ­lands in die­ser heik­len Si­tua­ti­on erst recht nicht. BE­RICHT

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