Höchst­leis­tung fürs Jahr­hun­dert­pro­jekt

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON MAT­THI­AS GRASS

Für den För­der­ver­ein Cam­pus Cle­ve klingt nach fünf Jah­ren die Stif­tungs­pro­fes­sur für die Hoch­schu­le Rhein-Waal aus. Mit Sti­pen­di­en un­ter­stützt der Ver­ein acht Stu­den­ten der Hoch­schu­le. Jah­res­haupt­ver­samm­lung im Mai.

KREIS KLE­VE Als sich der Kreis Kle­ve 2008 um ei­nen Hoch­schul­stand­ort be­warb, ge­hör­te zum Be­wer­bungs­schrei­ben auch das Ver­spre­chen, der jun­gen Hoch­schu­le un­ter an­de­rem mit ei­ner Stif­tungs­pro­fes­sur un­ter die Ar­me zu grei­fen. Der Kreis ge­wann ge­gen star­ke Kon­kur­renz und be­kam ein Jahr­hun­dert­pro­jekt, das im kal­ku­lier­ten Kos­ten­rah­men ter­min­ge­nau in den Kle­ver Ha­fen ge­baut wur­de. Man ge­wann die Kon­kur­renz nicht zu­letzt, weil die Be­wer­bung auf die Hil­fe der re­gio­na­len Wirt­schaft setz­te. Ein wich­ti-

„2015 gab es acht jun­ge Stu­die­ren­de, die sich über ein Deutsch­land­Sti­pen­di­um freu­ten“

Hans-Jo­seph Kuy­pers

Cam­pus-Cle­ve-Ge­schäfts­füh­rer

ger Mo­tor der Be­zie­hun­gen zwi­schen Hoch­schu­le, In­dus­trie und För­de­rern ist der Cam­pus Cle­ve.

„Wir ha­ben die ver­spro­che­ne Stif­tungs­pro­fes­sur in je­dem Jahr mit 150.000 Eu­ro un­ter­stützt. Das ist ei­ne Sum­me, die oh­ne das en­ge Mit­ein­an­der des Krei­ses Kle­ve, ih­rer Wirt­schafts­för­de­rung, der Spar­kas­se Kle­ve und wei­te­rer nam­haf­ter Un­ter­neh­men nicht mög­lich ge­we­sen wä­re“, sagt Cam­pus-Vor­sit­zen­der Pe­ter Wack auf der Vor­stands­sit­zung des För­der­ver­eins Cam­pus Cle­ve, der den Kle­ver Stand­ort der HSRW un­ter­stützt und fünf Jah­re lang die Pro­fes­sur zu­guns­ten von Pro­fes­sor Dr.-Ing. Pe­ter Kis­ters am Lehr­stuhl Ma­schi­nen­bau ge­stemmt hat. Nach fünf Jah­ren läuft die För­de­rung jetzt aus. Ob es ge­lingt, ei­ne Stif­tungs­pro­fes­sur wei­ter zu fi­nan­zie­ren, ist der­zeit un­ge­wiss. Des­halb steht die­se Stif­tungs­pro­fes­sur am 4. Mai ab 18 Uhr im Hör­saal 2 auf der Ta­ges­ord­nung, wenn sich der För­der­ver­ein der Hoch­schu­le RheinWaal (HSRW) Cam­pus Cle­ve zur Jah­res­haupt­ver­samm­lung trifft.

Auf der Cam­pus-Cle­ve-Vor­stands­sit­zung sprach Land­rat Wolf­gang Spreen mit Blick auf die Stif­tungs­pro­fes­sur von ei­ner „un­ter­neh­me­ri­schen Höchst­leis­tung zur Rea­li­sie­rung ei­nes Jahr­hun­dert­pro­jek­tes“, wo­mit er zwei­fels­frei die Schaf­fung der HSRW mei­ne, so der Land­rat. Für die Rü­cken­de­ckung von den hei­mi­schen Un­ter­neh­men dank­te Spreen in An­we­sen­heit von HSRW-Prä­si­den­tin Hei­de Na­de­rer.

Wie es mit der Stel­le des Pro­fes­sors wei­ter geht, liegt in den Hän­den der Hoch­schu­le. „Das Hoch­schul­ge­setz des Lan­des NRW be­inhal­tet kei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung, die vor­schreibt, dass ei­ne aus­lau­fen­de Stif­tungs­pro­fes­sur durch das Land ver­ste­tigt wird. Das Hoch­schul­ge­setz be­lässt den Hoch­schu­len in NRW weit­ge­hen­de Au­to­no­mie bei dem Um­gang mit Stif­tungs­pro­fes­su­ren“, er­klärt Her­mann Lam­ber­ty, Pres­se­spre­cher im Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und For­schung des Lan­des NRW.

Die Hoch­schu­le Rhein-Waal hat sich ger­ne für ih­ren Pro­fes­sor ent­schie­den: Dr.-Ing. Pe­ter Kis­ters wird als Festan­ge­stell­ter über­nom­men, be­stä­tig­te HSRW-Prä­si­den­tin Dr. Hei­de Na­de­rer auf An­fra­ge.

Doch nicht nur der „Lehr­kör­per“der Hoch­schu­le steht im Fo­kus des För­der­ver­eins. Cam­pus Cle­ve küm­mert sich auch um Stu­die­ren­de: „2015 gab es gleich acht jun­ge Stu­die­ren­de, die sich über die Be­reit­stel­lung so­ge­nann­ter Deutsch­land­Sti­pen­di­en freu­ten und da­mit mo­nat­lich 300 Eu­ro mehr im Porte­mon­naie spür­ten“, sagt Kreis-Wirt­schafts­för­de­rer Hans-Jo­sef Kuy­pers als Ge­schäfts­füh­rer des Cam­pus Cle­ve. Die ei­ne Hälf­te des Gel­des wird vom För­der­ver­ein oder ihm na­he­ste­hen­den Spon­so­ren ge­ben, die wei­te­re Hälf­te wird ver­trags­ge­mäß vom Bund ge­leis­tet. Da­mit das auch in den kom­men­den Jah­ren mög­lich wird, sucht Kuy­pers wei­ter nach Spon­so­ren: Wer sich für die­se be­son­de­re Art der Be­reit­stel­lung von Hil­fe­leis­tung als Spon­sor in­ter­es­sie­re, kann sich je­der­zeit an den För­der­ver­ein oder die Kreis-Wirt­schafts­för­de­rung wen­den. Zu­dem ha­be der Ver­ein wie­der­holt in Not ge­ra­te­ne Stu­die­ren­de mit klei­ne­ren Fi­nanz­sprit­zen un­ter­stüt­zen kön­nen, lis­tet Kuy­pers auf. Um dem Gast­hö­rer-Sta­tus ein­zel­ner in­ter­es­sier­ter Flücht­lin­ge ge­recht zu wer­den, ha­be man für die An­wei­sung des Gast­hö­rer-Bei­trags Sor­ge tref­fen kön­nen. Zu­dem hob der Cam­pus-Ge­schäfts­füh­rer aus den Ak­ti­vi­tä­ten des För­der­ver­eins die Ver­an­stal­tung „Steu­er- und So­zi­al­recht an Rhein und Waal“her­vor.

FO­TO: CAM­PUS

Prä­si­den­tin Hei­de Na­de­rer (3.v.l.) bei der Vor­stands­sit­zung in der Was­ser­burg Rin­dern mit Land­rat Wolf­gang Spreen (links) und Cam­pus-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Jo­sef Kuy­pers (2.v.l.) so­wie Cam­pus-Vor­sit­zen­den Pe­ter Wack (4.v.r.) und an­de­ren Vor­stands­mit­glie­dern.

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