Fun­kel sta­bi­li­siert Fortu­na

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON BERND JOLITZ

Voll­ends zu­frie­den ist der Zweit­li­gist mit dem 0:0 bei Ar­mi­nia Bie­le­feld nicht.

BIE­LE­FELD Un­ru­he gab es bei Fortu­na Düsseldorf in die­ser Sai­son ge­nug. Drei Trai­ner­wech­sel, die quä­lend lan­ge Su­che nach ei­nem Vor­stands­vor­sit­zen­den, gro­ße Ab­stiegs­ge­fahr – und das mit ei­nem Ka­der, der mit weit grö­ße­ren Am­bi­tio­nen an den Start ge­gan­gen war. Sechs Spiel­ta­ge vor Schluss gibt es zar­te Hoff­nun­gen, dass die­se Ach­ter­bahn­sai­son doch noch zu ei­nem ver­söhn­li­chen En­de kom­men könn­te. Na­tür­lich trägt da­zu bei, dass seit dem 22. März in Ro­bert Schä­fer ein Vor­sit­zen­der im Amt ist. Die maß­geb­li­che Per­so­na­lie könn­te je­doch Fried­helm Fun­kel sein, der sei­nen Trai­ner­job wohl­tu­end un­auf­ge­regt an­geht und des­sen Ru­he gera­de­zu an­ste­ckend wirkt.

So auch nach dem 0:0 im Zweit­li­ga­spiel bei Ar­mi­nia Bie­le­feld. Fun­kel spricht deut­lich aus, was er denkt, ana­ly­siert klar und ver­ständ­lich, Ef­fekt­ha­sche­rei und mo­der­nes Fach-Chi­ne­sisch hat er nicht nö­tig. „Das 0:0 ist ein ge­rech­tes Er­geb­nis“, be­fin­det der Coach. „Es hilft Ar­mi­nia wie auch uns ein Stück wei­ter und gibt mei­ner Mann­schaft wei­ter Selbst­ver­trau­en.“Erst im klei­ne­ren Kreis, als die Fern­seh­ka­me­ras ab­ge­schal­tet sind, kommt er auf die wo­mög­lich spiel­ent­schei­den­de Sze­ne der Par­tie zu spre­chen, aber oh­ne Schaum vor dem Mund. „Na­tür­lich war es ein Foul von Fe­lix Burmeister an Ni­ko­la Djurdjic, und wenn es ein Foul ist, dann ist es auch ei­ne Ro­te Kar­te“, sagt der 62-Jäh­ri­ge nüch­tern. „Da ha­ben mein Kol­le­ge Nor­bert Mei­er und die Ar­mi­nia Glück ge­habt.“

Doch Fun­kel ver­beißt sich nicht in die­se Sze­ne, ob­wohl es un­er­klär­lich blieb, war­um Schieds­rich­ter

Fried­helm Fun­kel Ro­bert Kemp­ter – der oh­ne­hin ei­nen ra­ben­schwar­zen Tag er­wischt hat­te – nach Bur­meis­ters Not­brem­se wei­ter­spie­len ließ. Dem Trai­ner liegt mehr dar­an, auf den Er­folg der ge­mein­sa­men Ar­beit in den zu­rück­lie­gen­den zwei Wo­chen zu ver­wei­sen. „Der Auf­tritt mei­ner Mann­schaft stimmt mich po­si­tiv“, be­rich­tet Fun­kel. „Sie hat selbst­be­wusst Fuß­ball ge­spielt. Ich bin froh, dass sie sich de­fen­siv we­sent­lich sta­bi­ler prä­sen­tiert hat als beim 4:3 ge­gen Kai­sers­lau­tern. Dar­an ha­ben wir zwei Wo­chen lang ge­ar­bei­tet.“

Die in­ten­si­ve Be­trach­tung je­ner 21. Mi­nu­te über­lässt er an­de­ren. Djurdjic zum Bei­spiel. „Ob es ein Foul war?“, fragt der Ser­be rhe­to­risch. „Ich lau­fe al­lein aufs Tor zu, ha­be kei­nen Grund, mich fal­len zu las­sen. Schon gar nicht vor dem Straf­raum. Ein­deu­tig Ro­te Kar­te.“

Ra­chid Az­zou­zi gibt zwar zu, dass „uns die­se Si­tua­ti­on bru­tal är­gert“, doch ähn­lich wie Fun­kel legt der Sport­di­rek­tor grö­ße­ren Wert auf den Auf­tritt als Gan­zes. „Wir hät­ten das Spiel auch oh­ne die fäl­li­ge Ro­te Kar­te für uns ent­schei­den kön­nen, aber die letz­te Kon­se­quenz hat uns ganz vorn ge­fehlt“, be­fin­det der Sport­di­rek­tor. „Wich­tig ist je­doch, dass wir den Auf­wärts­trend aus dem Lau­tern-Spiel fort­ge­setzt ha­ben.“

Die­sen Trend zu be­stä­ti­gen, wird frei­lich schwer, denn ge­gen Auf­stiegs­kan­di­dat Leipzig am 11. April feh­len die gelb­ge­sperr­ten Ke­rem De­mir­bay und Lu­kas Schmitz. De­mir­bay er­klär­te: „Es gibt Schlim­me­res, als vor Leipzig die fünf­te Gel­be Kar­ten zu se­hen. Wich­ti­ger ist mir, ge­gen un­se­re di­rek­te Kon­kur­renz da­bei zu sein.“Ein biss­chen zu viel der Ehr­lich­keit, denn so man­cher wit­ter­te da Ab­sicht. Doch bei al­ler Skep­sis: In ei­nem sol­chen Fall hät­te der Düs­sel­dor­fer sich in ei­ner so wich­ti­gen Par­tie kaum be­reits vor der Pau­se Gelb „ab­ge­holt“.

„Na­tür­lich war es ein Foul von Fe­lix Burmeister an Ni­ko­la Djurdjic“

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