Trai­ner Bieg­ler über­nimmt die Hand­bal­le­rin­nen

Rheinische Post Goch - - SPORT -

KÖLN (cze) Als der An­ruf An­fang Fe­bru­ar kam, war Michael Bieg­ler über den In­halt des Ge­sprächs über­rascht. Der in Leichlingen ge­bo­re­ne Hand­ball­leh­rer soll­te ei­ne Na­tio­nal­mann­schaft trai­nie­ren. Für Bieg­ler, der so­wohl mit Klub- als auch mit Aus­wahl­teams er­folg­reich ar­bei­te­te, grund­sätz­lich nichts Neu­es. Zu­letzt be­treu­te er die Mann­schaft von Gast­ge­ber Po­len bei der EM. Er ist ge­fragt, er wird ge­schätzt. Doch dies­mal soll­te er das deut­sche Frau­en-Na­tio­nal­team über­neh­men. Mehr noch. Er soll da­für sor­gen, dass Struk­tu­ren we­sent­lich ver­än­dert wer­den und so die an­hal­ten­de Er­folg­lo­sig­keit bald der Ver­gan­gen­heit an­ge­hört.

Dar­über sprach Wolf­gang Sommerfeld, Sport­di­rek­tor beim Deut­schen Hand­ball­bund, mit dem neu­en Hoff­nungs­trä­ger, der bis­lang aus­schließ­lich mit Män­nern ge­ar­bei­tet hat und des­sen Auf­trit­te am Spiel­feld­rand mit­un­ter sehr emo­tio­nal sind. „Mich reizt der kur­ze und in­ten­si­ve Zei­t­raum. Ich lie­be die­se Her­aus­for­de­run­gen. Sie ma­chen mir Spaß“, sag­te Bieg­ler bei sei­ner Prä­sen­ta­ti­on als Bun­des­trai­ner. Sein Ver­trag en­det am 31. De­zem­ber 2017, kurz nach der Heim-WM.

Bieg­lers Vor­gän­ger Ja­kob Ves­ter­gaard war nach nur ei­nem Jahr ge­schei­tert. „Michael Bieg­ler kann uns den Er­folg nicht ga­ran­tie­ren, aber er kann ihn deut­lich wahr­schein­li­cher ma­chen“, sag­te Bob Han­ning, der beim DHB als Vi­ze­prä­si­dent für den Leis­tungs­sport zu­stän­dig ist. „Wir müs­sen al­le ab so­fort in ei­ne Rich­tung mar­schie­ren“, be­ton­te Bieg­ler. Die 100 Pro­zent, die er in sei­ne Ar­beit in­ves­tie­ren wird, er­war­tet er auch von sei­nen Part­nern. Um sei­ne Vor­stel­lun­gen zu er­läu­tern, aber auch um sich ei­nen Über­blick über die Ar­beit in den Ver­ei­nen zu ver­schaf­fen, wird er in die­sem Mo­nat al­len Bun­des­li­gis­ten ei­nen Be­such ab­stat­ten. Bieg­ler, der mor­gen sei­nen 55. Ge­burts­tag fei­ert, will Ge­sprä­che mit Trai­nern, Ma­na­gern und Spie­le­rin­nen füh­ren – und zwar „of­fen, ge­rad­li­nig, kon­se­quent“. „Wir wol­len aber nicht nur for­dern. Wir möch­ten auch un­ter­stüt­zen“, be­ton­te Sommerfeld. Bieg­ler er­gänz­te. „Wir müs­sen un­se­ren Spie­le­rin­nen hel­fen.“Was bei den Ju­gend­li­chen und Män­nern funk­tio­niert, soll bei den Frau­en eben­falls fruch­ten – et­wa durch die Auf­nah­me in die Eli­teför­de­rung.

Raus aus dem Nie­mands­land, hin in den Be­reich, in dem es um Me­dail­len geht – das ist das Ziel. Und da­für ist in Bieg­ler ein Trai­ner ge­fun­den wor­den, der als ge­rad­li­nig gilt, des­sen Spie­ler stets Lob für sei­ne Ar­beit ha­ben. An der Welt­meis­ter­schaft konn­te die deut­sche Frau­en­aus­wahl nur dank ei­ner Wild­card teil­neh­men. Das Ge­schenk blieb un­ge­nutzt. Platz 13 und da­mit das Aus für Olym­pia wa­ren wei­te­re Tief­schlä­ge.

„Das ist die letz­te Chan­ce für un­se­ren Frau­en­hand­ball. Wenn wir sie nicht nut­zen, kön­nen wir die Tü­re für Jah­re zu­ma­chen“, stell­te Han­ning klar.

FO­TO: IMAGO

Niederrhein-Po­wer im Ober­ber­gi­schen: Ju­li­us Kühn be­gann sei­ne Kar­rie­re beim TV Al­de­kerk und spielt heute für den VfL Gum­mers­bach. Das Test-Län­der­spiel ge­gen Ös­ter­reich war ein Heim­spiel für ihn.

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