Frei­wil­li­ges So­zia­les Jahr als Chan­ce für „tol­le Er­fah­run­gen“

Rheinische Post Goch - - FÜRS LEBEN -

Ce­li­na Mor­an­ge und Ju­lia Bon­gartz über ih­re Ent­schei­dung fürs En­ga­ge­ment in ei­ner Ein­rich­tung für Men­schen mit Be­hin­de­rung.

KREIS KLE­VE (RP) Vie­le sind nach dem Schul­ab­schluss un­si­cher. Wie soll es wei­ter­ge­hen? Was will ich ma­chen? Stu­die­ren? So ging es auch Ce­li­na Mor­an­ge und Ju­lia Bon­gartz. Sie ent­schie­den sich nach dem Abitur für ein Frei­wil­li­ges So­zia­les Jahr (FSJ) in der Wohn­an­la­ge St. Ber­nar­din, ei­ner Ein­rich­tung für Men­schen mit geis­ti­ger Be­hin­de­rung. Im Nach­hin­ein sa­gen sie: Es war ei­ne Ent­schei­dung, die sie im­mer wie­der tref­fen wür­den.

„Ich wuss­te nach dem Abi über­haupt nicht, wie mei­ne Zu­kunft aus­se­hen soll“, er­zählt die 19-jäh­ri­ge Ce­li­na. Sie woll­te et­was „Nütz­li­ches“ma­chen und be­warb sich in St. Ber­nar­din, ei­ner Ein­rich­tung der Ca­ri­tas Wohn- und Werk­stät­ten Niederrhein. Nach dem Vor­stel­lungs­ge­spräch hos­pi­tier­te sie erst zwei Ta­ge in der Ein­rich­tung. Da­nach war klar, dass sie ein Jahr blei­ben wür­de. In­zwi­schen hat Ce­li­na ih­re FSJ-Zeit so­gar auf ein­ein­halb Jah­re ver­län­gert.

Bei ih­rer Freun­din Ju­lia sah es ähn­lich aus. „Ich füh­le mich als voll­wer­ti­ge Mit­ar­bei­te­rin und sehr wert­ge­schätzt, das ist ei­ne tol­le Er­fah­rung“, be­geis­tert sich die 18-Jäh­ri­ge. Bei­de sind im Team in­te­griert, und es wer­de ih­nen viel zu­ge­traut, aber sie wür­den nicht über­for­dert, er­klä­ren die Mit­ar­bei­ter. Sie ar­bei­ten in der Ta­ges­stät­te mit behinderten Men­schen im Ren­ten­al­ter. Ge- mein­sam hel­fen sie mit, den All­tag der Se­nio­ren sinn­voll und an­ge­nehm zu ge­stal­ten. Es­sen an­rei­chen, klei­ne­re Ar­bei­ten an­lei­ten oder Spa­zier­gän­ge durch den Park ge­hö­ren da­bei zu ih­ren Auf­ga­ben.

Nach rund sie­ben Mo­na­ten in der Wohn­ein­rich­tung wis­sen die bei­den Frau­en, wo es in Zu­kunft be­ruf­lich hin­ge­hen soll. Ce­li­na und Ju­lia be­rei­tet ihr All­tag in der Wohn­ein­rich­tung so viel Freu­de, dass sie So­zia­le Ar­beit oder Heil­päd­ago­gik stu­die­ren möch­ten. „Das FSJ hilft auch bei der per­sön­li­chen Ent­wick­lung und wir ma­chen hier so tol­le Er­fah­run­gen“, sagt Ju­lia. Man neh­me sich selbst den Druck, sind die bei­den jun­gen Frau­en aus Gel­dern si­cher. Sie und vie­le Klas­sen­ka­me­ra­den wa­ren di­rekt nach dem Abitur noch nicht be­reit, ei­ne Ent­schei­dung für ih­ren be­ruf­li­chen Weg zu tref­fen. Ju­lia fin­det heute: „Es ist ein ge­won­ne­nes Jahr mit un­end­lich vie­len Mög­lich­kei­ten.“

Für die Ar­beit er­hal­ten die Frei­wil­li­gen ein mo­nat­li­ches Ta­schen­geld von 420 Eu­ro. Ein FSJ kann von sechs Mo­na­ten bis ein­ein­halb Jah­ren dau­ern.

Die Ca­ri­tas Wohn- und Werk­stät­ten la­den jun­ge Leu­te da­zu ein, sich zu mel­den, wenn sie sich eben­falls für ein FSJ in­ter­es­sie­ren. An­sprech­part­ner ist Tho­mas Wilm­sen, Te­le­fon 02838 91141, E-Mail tho­mas.wilm­sen@cwwn.de.

FO­TO: ANDREA EM­DE

Ce­li­na Mor­an­ge (li.) und Ju­lia Bon­gartz bau­en mit den Be­woh­ne­rin­nen Jo­se­fi­ne Jungbluth (Mit­te) und Eri­ka Kamp De­ko-Stü­cke zum Ver­kauf.

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