Spar­kas­sen war­nen vor Im­mo­bi­li­en­bla­se

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Der Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­band for­dert ei­ne hö­he­re Spar­zu­la­ge.

DÜSSELDORF (ma­xi) Die Nied­rig­zins­po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) hat das Kre­dit­ge­schäft bei den Spar­kas­sen im Rhein­land im ver­gan­ge­nen Jahr an­ge­kur­belt. Wie der Rheinische Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­band (RSGV) mit­teil­te, stieg das Vo­lu­men der Kun­den­kre­di­te ins­be­son­de­re we­gen der pri­va­ten Woh­nungs­bau­fi­nan­zie­rung um 800 Mil­lio­nen auf 112,5 Mil­li­ar­den Eu­ro. Dem stan­den Spar­ein­la­gen in Hö­he von 113,3 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­gen­über.

Al­ler­dings warn­te Ver­bands­chef Micha­el Breu­er vor den Fol­gen der Null­zins­stra­te­gie: „Die Po­li­tik der EZB ar­bei­tet für die Bla­se“, sag­te er. Noch sei der Markt sta­bil. „Ich bin aber da­von über­zeugt, dass ei­ne Im­mo­bi­li­en­bla­se in den nächs­ten Mo­na­ten und Jah­ren ent­ste­hen könn- te.“Breu­er kri­ti­sier­te zu­dem, dass die EZB mit den zu­letzt auf null Pro­zent ge­senk­ten Zin­sen ei­ne „kal­te Ent­eig­nung“der Spa­rer vor­neh­me. Er for­der­te die Bun­des­re­gie­rung auf, Ein­spa­run­gen bei Staats­schul- den an die Bür­ger wei­ter­zu­ge­ben – et­wa durch ei­ne Er­hö­hung der Ar­beit­neh­mer­spar­zu­la­ge und der Woh­nungs­bau­prä­mie.

Pri­vat­an­le­ger müss­ten sich kei­ne Sor­ge ma­chen, dass die Spar­kas­sen Ne­ga­tiv­zin­sen neh­men. „Die Spar- kas­sen wer­den die Letz­ten sein, die sol­che Zin­sen ein­füh­ren“, sag­te Breu­er. Ge­büh­ren wür­den nur dort ver­langt, wo dies durch den Wett­be­werb und auch die Qua­li­tät des An­ge­bots ge­recht­fer­tigt sei, er­gänz­te Ge­schäfts­füh­rer Hel­mut Schif­fer.

Die EZB-Po­li­tik schlägt sich im Zin­s­er­geb­nis, der wich­tigs­ten Er­trags­quel­le, nie­der. Bei den rhei­ni­schen Spar­kas­sen sank der Zins­über­schuss von gut drei Mil­li­ar­den auf 2,9 Mil­li­ar­den Eu­ro, das Be­triebs­er­geb­nis vor Be­wer­tung ging um rund neun Pro­zent auf 1,21 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­rück. Auf­ge­fan­gen wer­den soll das durch wei­te­re Ein­spar­maß­nah­men – et­wa ei­ne zu­rück­hal­ten­de­re Ein­stel­lungs­po­li­tik. Spar­kas­sen­kun­den müs­sen sich des­halb dar­auf ein­stel­len, dass Fi­lia­len zu­sam­men­ge­legt wer­den.

Kun­den müs­sen sich

dar­auf ein­stel­len, dass Spar­kas­sen-Fi­lia­len zu­sam­men­ge­legt

wer­den

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.